LUZERN: Mehr Pfeifen sorgen für Surround-Sound in Hofkirche

Die Orgeln in der Stadtluzerner Hofkirche zählen wegen ihrer Klangvielfalt zu den bedeutendsten der Welt. Nun sind sie um 1500 Pfeifen erweitert worden. Das Zusammenspiel war bei einem Einweihungskonzert am Freitagabend für das Publikum erstmals zu hören.

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Die Grosse Hoforgel: Auch Mark Twain war beeindruckt, wie laut sie «tosen und donnern» kann: Die Grosse Hoforgel, die auf der Empore über dem Eingang thront, ist mit 6000 Pfeifen die vielseitigste Orgel der Schweiz. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Grosse Hoforgel: Auch Mark Twain war beeindruckt, wie laut sie «tosen und donnern» kann: Die Grosse Hoforgel, die auf der Empore über dem Eingang thront, ist mit 6000 Pfeifen die vielseitigste Orgel der Schweiz. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Das neue Riesenorchester umfasst total fast 7500 Pfeifen. Unter diesen befindet sich eine Mehrfachrekordhalterin: Sie ist mit 366 Jahren die älteste, mit knapp zehn Metern Höhe die grösste und mit 383 Kilogramm die schwerste Orgelpfeife der Welt. Einige Pfeifen, die nur wenige Gramm schwer und Millimeter kurz sind, klingen so hoch, dass nicht alle Menschen sie wahrnehmen können.

Die Orgellandschaft in der Hofkirche bestand bisher aus der über 360 Jahre alten grossen Hoforgel über dem Eingang, dem Fernwerk mit Regenmaschine im Dachboden und der Walpenorgel auf der nördlichen Empore. Nun wurde das Ensemble in einer knapp 1,7 Millionen Franken teuren Restaurierungsaktion mit einem neuen Echo-Werk auf der südlichen Seitenempore ergänzt.

Auf dem Estrich gelagert

Das neue Echo-Werk mit Ahorn-Gehäuse besteht aus rund 1500 historischen Pfeifen aus Holz und Metall, die bei der letzten Renovation in den 1970er Jahren aus Platzgründen abgebaut und im Estrich zwischengelagert worden waren. Bespielt wird das hauptsächlich mit Pfeifen von 1651/1862 bestückte Werk von der grossen Hoforgel aus.

Die um die Zuhörer in der Kirche herum erweiterte Anlage ermögliche einen Surround-Effekt nach modernsten Klangkriterien, erklärt Hoforganist Wolfgang Sieber im Programmheft. Die Erweiterung mache die Hoforgel zur weltweit einziger Orgel, die authentische Klänge aus barocker, romantischer und moderner Zeit vereinige.

Hoforganist Sieber war treibende Kraft hinter der Renovation. 2010 wurde für das Projekt ein entsprechender Verein gegründet. Das Projekt wurde mit Hilfe von Mitgliedern, Stiftungen und weiteren Sponsoren finanziert. Für die Erweiterung war auch das Einverständnis der Denkmalpflege nötig.

Der Abschluss des Umbaus wird mit dem einwöchigen Echo Orgel-Festival bis am 7. November gefeiert. Dabei tritt Hoforganist Wolfgang Sieber mit zahlreichen Formationen aus der Region auf. Neben Opernklängen sind Brass- und Popkonzerte sowie ein Volksmusikabend geplant.

sda

Das Fernwerk: Zur Touristenattraktion wurde seit 1862 die Regenmaschine im Dachboden (unsichtbar hinter der Öffnung in der Decke). Durch den Einbau eingelagerter Register von Haas wurde sie zum Fernwerk erweitert. (Bild Nadia Schärli)

Das Fernwerk: Zur Touristenattraktion wurde seit 1862 die Regenmaschine im Dachboden (unsichtbar hinter der Öffnung in der Decke). Durch den Einbau eingelagerter Register von Haas wurde sie zum Fernwerk erweitert. (Bild Nadia Schärli)

Zur Touristenattraktion wurde seit 1862 die Regenmaschine im Dachboden (unsichtbar hinter der Öffnung in der Decke). Durch den Einbau eingelagerter Register von Haas wurde sie zum Fernwerk erweitert. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Zur Touristenattraktion wurde seit 1862 die Regenmaschine im Dachboden (unsichtbar hinter der Öffnung in der Decke). Durch den Einbau eingelagerter Register von Haas wurde sie zum Fernwerk erweitert. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Walpenorgel: Bis hin zu den Balgplatten original erhalten ist die separate Walpenorgel (um 1850) auf der nördlichen Empore im Chor. Mit dem Einbau des Echowerks wird sie mit den anderen Orgelelementen digital vernetzt. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Walpenorgel: Bis hin zu den Balgplatten original erhalten ist die separate Walpenorgel (um 1850) auf der nördlichen Empore im Chor. Mit dem Einbau des Echowerks wird sie mit den anderen Orgelelementen digital vernetzt. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)