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LUZERN: Meinungen im Parlament zur Salle Modulable sind noch nicht gemacht

Der Luzerner Kantonsrat hat über das geplante neue Musiktheater Salle Modulabe diskutiert. Das 200-Millionen-Projekt sei eine grosse Chance, noch fehlten aber grundlegende Informationen. Die Meinungen für oder gegen das Projekt waren noch nicht gemacht.
Der Standort Inseli ist umstritten. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Der Standort Inseli ist umstritten. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Anlass für die Diskussion im Kantonsparlament waren vier dringlich eingereichte Vorstösse zu dem in der Stadt Luzern auf dem Inseli beim KKL geplanten Theaterbau. In diesen forderten Kantonsräte von der Regierung genauere Informationen etwa zu den Kosten, dem Betriebskonzept und den Auswirkungen auf die Kulturszene. Ein entsprechendes Postulat von David Roth (SP) erklärte das Plenum mit 83 zu 28 Stimmen für teilweise erheblich.

Andreas Moser (FDP) sagte, das Projekt sei eine einmalige Chance, mit 80 Millionen Franken eines privaten Mäzens etwas Einmaliges für Luzern zu schaffen. An das Geld seien aber von zahlreicher Seite her Bedingungen geknüpft worden und es bestünden viele offene Fragen und Risiken. Eine Realisierung sei nur möglich, wenn transparent informiert werde.

Ludwig Peyer (CVP) hegte erhebliche Zweifel am Projekt. Vielleicht sei das Projekt eine Nummer zu gross für Luzern, sagte er. Er forderte von der Regierung, dass sie die offenen Fragen möglichst rasch kläre und die Bau- und Betriebskosten von 200 respektive 31 Millionen Franken massiv senke. Er erinnerte daran, dass der Kanton gerade 300 Millionen Franken sparen wolle und Schüler in die Zwangsferien schicke.

Angst vor Abstrichen für Freie

Monique Frey (Grüne) befürchtet angesichts der hohen Projektkosten Abstriche etwa bei der freien Theaterszene. Sie kritisierte zudem, dass die freie Szene nicht in der geplanten neuen Stiftung für das Projekt vertreten sein soll. Auch sie forderte vor einer Abstimmung umfassendere Informationen.

David Roth (SP) bemängelte, das das Projekt undemokratisch aufgegleist worden sei. Die Bevölkerung werde etwa beim Standort vor vollendete Tatsachen gestellt. Für Mehrheiten zu einem solchen Projekt müsse dem Souverän eine Auswahl geboten werden.

Auch Guido Müller (SVP) sah noch viele Hindernisse bis zu einem definitiven Entscheid etwa die Standortdiskussion. Er appellierte an die Regierung, sich dafür die nötige Zeit zu nehmen. Für die Realisierung des KKL seien mehrere Zusatzschlaufen nötig gewesen.

Markus Baumann (GLP) war ebenfalls überzeugt, dass das Projekt eine grosse Chance biete. Es habe aber nur eine Chance wenn die Initianten laufend und transparent informieren würden.

Volksabstimmung später

Regierungspräsident Reto Wyss (CVP) räumte ein, dass es offene Fragen gebe. Diese sollen nun beantwortet werden. Dafür würden nun detaillierte Konzepte für Bau und Betrieb erarbeitet. Er bat, nicht voreilig über das Projekt zu entscheiden, bevor nicht alle Fakten auf dem Tisch lägen.

Der Regierungsrat gab bekannt, dass die privaten Geldgeber für die kantonale Volksabstimmung zum Projekt mehr Zeit einräumen würden. Diese soll nun erst Mitte 2019 stattfinden, und nicht wie ursprünglich geplant bereits 2018.

Stadt und Kanton Luzern planen neben dem KKL ein neues Theaterhaus mit mehreren Sälen für innovative Aufführungen auf internationalem Spitzenniveau. Das Haus nutzen sollen neben dem Luzerner Theater auch die freie Szene, das Lucerne Festival, das Sinfonieorchester sowie der Südpol.

Eröffnung für 2023 geplant

Die Investitionen werden auf 208 Millionen Franken veranschlagt. Rund 80 Millionen sollen aus dem Erbe des Mäzens Christof Engelhorn fliessen. Stadt und Kanton sollen zusammen 93 Millionen beisteuern. Den Promotoren schwebt daneben 35 Millionen von privaten Investoren vor. Die Betriebskosten für das Theaterhaus werden auf 31 Millionen Franken jährlich beziffert. Das heutige Luzerner Theater kostet die öffentliche Hand 24 Millionen Franken.

In den nächsten zwei Jahren muss der politische Prozess abgeschlossen und ein Projekt genehmigt sein. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass das die privaten Geschenkgelder fliessen. Den Betrieb aufnehmen soll das Theaterzentrum 2023. (sda)

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