LUZERN: Menschenleere Fotos von Publikumsmagneten

Die Kölnerin Candida Höfer fotografiert Orte, wo üblicherweise viele Leute zusammenströmen. Doch ihre Fotos sind meist menschenleer. Sie fokussieren auf die Architektur. Erstmals in der Schweiz zeigt das Kunstmuseum Luzern eine Übersicht über die Werke der 70-Jährigen.

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Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf, von Candida Höfer ohne Publikum in Szene gesetzt. (Bild: PD / Candida Höfer)

Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf, von Candida Höfer ohne Publikum in Szene gesetzt. (Bild: PD / Candida Höfer)

Die Ausstellung «Candida Höfer. Düsseldorf» im Kunstmuseum Luzern wird am Freitag eröffnet. Sie dauert bis am 8. Februar 2015. Zu sehen sind grossformatige Bilder der Kölner Künstlerin aus über 40-jähriger Tätigkeit.

Höfer lichtete üppige Interieurs von Opernsälen, Schlössern, Bibliotheken und Museen meist symmetrisch ab. Daneben sind Bilder aus der früheren Serie «Türken in Deutschland», Schaufensteransichten und Innenleben von Imbissbuden und Cafés zu sehen.

Die bekannteren Bilder charakterisierten sich durch ein ausgeprägtes Interesse an Raumstrukturen und eine kühle Sachlichkeit, schreiben die Ausstellungsmacher. Auf einigen, weniger bekannten Arbeiten von Höfer hingegen sind auch Menschen zu sehen. Manchmal ist sogar die Künstlerin selbst abgebildet.

Neben den gerahmten Grossfotos begegnen Ausstellungsbesucher auch Projektionen alter Dias. Diese sollen ein Gegengewicht bilden zu den von Symmetrie geprägten Fotografien. Die Schau geht den Themen wie Technik, Bildwahrnehmung und Präsentation nach.

Der Ausstellungstitel «Düsseldorf» bezieht sich auf die Anfänge von Höfers Schaffen. Die Kölnerin studierte an der «Becher-Schule» der Düsseldorfer Kunstakademie. Sie kehrte nach der Ausbildung immer wieder für neue Fotografien in die Wirtschaftsmetropole zurück. So war Höfer für die Ausstellung in Luzern, die zuvor bereits am Titelort und in Linz gezeigt worden war, ab 2011 erneut mit der Kamera in Düsseldorf unterwegs.

sda