Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERN: Mieten sind unter Druck – weil viele Lokale leer stehen

Während in der Altstadt horrende Mieten bezahlt werden, stehen in der Neustadt viele Lokale leer. Im Quartier hofft man auf attraktive Zwischennutzungen.
Christian Glaus
Das Ladenlokal an der Winkelriedstrasse 35 ist eines von mehreren, das in der Neustadt zurzeit leer steht. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 30. Juli 2017))

Das Ladenlokal an der Winkelriedstrasse 35 ist eines von mehreren, das in der Neustadt zurzeit leer steht. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 30. Juli 2017))

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

Drei an der Hirschmattstrasse, vier an der Winkelriedstrasse, eines an der Stadthausstrasse: Auf kleinem Raum in der Luzerner Neustadt stehen derzeit einige Ladenlokale leer. An guter Passantenlage. Hinzu kommen mehrere, die auf Internetportalen zur Miete ausgeschrieben sind, jedoch ohne Adressen. ­Einige Lokale stehen schon längere Zeit leer, so etwa jenes an der Hirschmattstrasse 8. Dort befand sich bis Ende Februar 2016 das Unternehmen Grüter-Suter, der Händler für Küchen- und Haushaltgeräte.

Es scheint, dass die Laden­lokale in der Neustadt nicht mehr gefragt sind. Ganz im Gegensatz zur Altstadt, wo horrende Mieten und teilweise hohes Handgeld für die Übernahme eines Lokals bezahlt werden. Auch Markus Schulthess, Co-Präsident des Quartiervereins Hirschmatt-Neustadt, sind die vielen Leerstände aufgefallen. Jammern wolle er nicht, betont er. Schulthess sucht den Grund für die vielen Leerstände vor allem im ­Onlinehandel. «Dieser setzt vielen Geschäften zu. Es ist riskant, ­einen neuen Laden zu eröffnen.» Deshalb sei ein Veränderungsprozess im Gang. Es gelte, diesen frühzeitig anzupacken, so sein Aufruf an die Liegenschaftsbesitzer. «Wir wollen eine lebendige Innenstadt und möglichst kurze Leerstände.»

Gefragt sind kleinere Läden

Dass es schwieriger wurde, Ladenlokale zu vermieten, bestätigen mehrere Immobiliendienstleister auf Anfrage unserer Zeitung. «Es dauert länger als früher, einen Mieter für ein Ladenlokal in der Neustadt zu finden», sagt etwa Marcantonio Lagalante vom Immobilienvermittler Remicom. Die Gründe seien vielfältig, erklären die Immobilienvermittler. Eine Rolle spielten die schwieriger werdende Parkplatzsituation, Baustellen, Konkurrenzstandorte in anderen Gemeinden oder auch die Eröffnung der Mall of Switzerland in Ebikon. Lagalante stellt fest, dass einige Interessenten zuerst die Auswirkungen der Mall auf die Innenstadt abwarten wollen, bevor sie einen Laden in ­Luzern eröffnen. «Das spüren wir seit etwa acht bis neun Monaten, es dürfte aber nur ein vorüber­gehender Effekt sein.»

Einen Einfluss auf die Vermietung hat auch die Konkurrenz durch den Onlinehandel. «Diese Interessenten fragen wegen kleinerer Flächen, meist ohne Lager und unproduktiver Nebenräumen an», sagt Daniel Ringli, Bereichsleiter Immobilienberatung beim Immobilienvermittler Ar­lewo. Ideal sei heute eine Fläche von 80 bis 100 Quadratmetern, fügt Lagalante an. «Grössere, mehrstöckige Läden sind nicht mehr gefragt.» Eine weitere Veränderung: Die Mieter suchen fertig ausgebaute Räume. «Die Vermieter mussten in den letzten paar Jahren lernen, dass eine Rohbaumiete für ein KMU oft nicht tragbar ist», sagt Ringli. Laut der Firma Arlewo liegen die Preise für ein Ladenlokal in der Klein- und Neustadt zwischen 300 und 420 Franken pro Quadratmeter und Jahr, an Toplagen bis 800 Franken. Die Preisentwicklung sei «aufgrund der vorhandenen Nachfrage gesund stabil», so Ringli.

Marcantonio Lagalante stellt hingegen fest, dass der Druck auf die Mietzinse steigt. «Einige sind bereits gesunken.» Den Preisdruck bestätigt auch Jens Linsi von der Immobilienverwaltung Krieger & Linsi AG. Dies führe aber nicht immer zu tieferen Mieten. «Die Liegenschaftsbesitzer versuchen, den Mietern durch andere Massnahmen, wie zum Beispiel eine Beteiligung an den Ausbaukosten, entgegenzukommen», sagt Linsi.

Trotz des Veränderungsprozesses: Für die Lokale in der Neustadt besteht nach wie vor eine Nachfrage, sind sich die Immobiliendienstleister einig. «Die Zentralschweiz und Zürich sind von den Auswirkungen des Onlinehandels und des Einkaufstourismus noch wenig betroffen», so Marcantonio Lagalante. «Im Vergleich zu Basel ist Luzern ein Paradies.» Mit ein Grund ist ihm zufolge, dass viele Eigen­tümer bereit seien, ihre Immobilien den veränderten Bedürfnissen anzupassen. «Dass viele Liegenschaften in der Neustadt im Privatbesitz sind, ist ein Vorteil. Privatpersonen können flexibler auf Veränderungen reagieren als etwa Fonds.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.