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LUZERN: Militärkader muss weniger büffeln

Wer bei der Schweizer Armee eine höhere Kaderausbildung absolviert, kann sich diese im Studium künftig anrechnen lassen. Davon profitieren nicht nur die Studenten.
Yasmin Kunz, Gabriela Jordan
Weniger Kurse an der Uni für Militärkader – das ist bald möglich. Bild: Gaetan Bally/Keystone (Birmensdorf, 13. August 2013)

Weniger Kurse an der Uni für Militärkader – das ist bald möglich. Bild: Gaetan Bally/Keystone (Birmensdorf, 13. August 2013)

Bereits heute können sich Studenten zum Beispiel Praktika ans Studium anrechnen lassen und erhalten dadurch ECTS-Punkte für ausseruniversitäre Leistungen. Für ein dreijähriges Bachelorstudium müssen Studenten 180 solcher Punkte erreichen. Demnächst kann auch die Kaderausbildung der Armee abgegolten werden. Dies teilte das Generalsekretariat des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport gestern mit. Möglich wird dies ab sofort an der Pädagogischen Hochschule Luzern (PH) und bei der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern ab dem Frühjahr 2017.

Wer an der Hochschule für Wirtschaft in Luzern studiert, hat diese Möglichkeit schon seit 2007. Damals anerkannte die Fachhochschule die militärische Führungsausbildung als erste überhaupt.

Zusammenschluss soll Anreiz schaffen

Die neue Vereinbarung ist für die Armee laut Sprecher Daniel Reist aus folgenden Gründen wichtig: «Für junge und talentierte Leute ist es ein zusätzlicher Anreiz, sich für eine solche Ausbildung zu entscheiden.» Die Armee sei deshalb sehr froh, dass die zwei Schulen den Wert der militärischen Führung anerkennen würden. Gleiche Vereinbarungen gibt es bereits mit anderen Fachhochschulen sowie den Universitäten Zürich, St. Gallen und Neuenburg. Reist: «Unser Ziel ist, dass wir alle Hochschulen und Universitäten ins Boot holen können.» Eine höhere Kaderausbildung absolvieren zum Beispiel höhere Unteroffiziere oder Offiziere.

Die Uni-Studenten mit einer Kaderausbildung können im zweiten und dritten Wirtschaftsstudienjahr in einem bestimmten Bereich je nach Rang zwischen 3 und 6 ECTS-Punkten anrechnen lassen. Drei Punkte entsprechen zirka 75 bis 90 Arbeitsstunden. Warum nur die Wirtschaftsfakultät dabei ist, hat laut Dave Schläpfer von der Öffentlichkeitsarbeit der Uni folgenden Grund: «Die Ausbildung im Bereich Human Resource Management und Führung ist Bestandteil der Wirtschaftswissenschaften. Daher bildet die Kaderausbildung eine sinnvolle Ergänzung zum Studium.» Er weist zudem darauf hin, dass an der Uni etwa auch Praktika mit bis zu 6 Punkten anrechenbar sind.

Die Pädagogische Hochschule Luzern ist schweizweit die erste, die mit der Kaderausbildung der Armee eine Vereinbarung getroffen hat. Die PH rechnet die Punkte in den Weiterbildungsstudiengängen Schulleitung und Schulmanagement an. Wie viele ECTS das konkret sein werden, wird jeweils individuell entschieden. Jürg Arpagaus, Prorektor Weiterbildungen an der PH, sagt zum Nutzen: «Für uns und die Teilnehmenden ist es interessant, in diesen spezifischen Ausbildungen ein heterogenes Publikum zu haben.» Zudem hätten die Personen mit Kaderausbildung schon Führungserfahrung, was für Schulleitungen zentral sei. Er glaubt aber nicht, dass die PH künftig mit solchen Studenten überrannt wird.

Yasmin Kunz und Gabriela Jordan

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