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LUZERN: Millionen-Betrugsfall im IT-Handel vor dem Kriminalgericht

Vor dem Luzerner Kriminalgericht hat am Mittwoch ein dreitägiger Prozess gegen vier Beschuldigte begonnen, die sich 2003 und 2004 im IT-Handel unrechtmässig bereichert haben sollen. Die Deliktsumme beläuft sich gemäss Staatsanwaltschaft auf insgesamt über 20 Millionen Franken.
Eingang vor dem Kriminalgericht in Luzern. (Bild Pius Amrein)

Eingang vor dem Kriminalgericht in Luzern. (Bild Pius Amrein)

Vor Gericht stehen vier Schweizer Männer im Alter von 43 bis 56 Jahren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, in unterschiedlichem Ausmass an den Machenschaften beteiligt gewesen zu sein. Zwei von ihnen arbeiteten beim IT-Händler Actebis, zwei bei einem Computerhersteller.

Die Staatsanwältin sprach in ihrem Plädoyer von einem eigentlichen System. Die Vier hätten das Geld genommen und die Verantwortung abgeschoben, sagte sie.

Der Hauptbeschuldigte ist ein ehemaliger Kadermann des IT-Händlers. Er soll mit einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren bestraft werden. Er habe aus Gier gehandelt und Geld für sich und andere abgezweigt, sagte die Staatsanwältin.

Buchhalter ins Boot geholt

Zum Verschleiern der Machenschaften hat der Hauptbeschuldigte nach Angaben der Staatsanwaltschaft das Controlling manipuliert und umgangen und dazu einen Buchhalter mit ins Boot geholt. Für diesen wird eine teilbedingte Strafe von drei Jahren beantragt.

Der ehemalige Actebis-Kadermann soll auf seinem Privatkonto eine «schwarze Kasse» mit Erlösen aus missbräuchlichen Lieferungen in den Graumarkt mit fast 18 Millionen Franken geöfffnet haben. Zudem habe er, um Rabatte einstecken zu können, Bestellungen vorgetäuscht.

Dies soll der ex-Kadermann mit Hilfe der beiden ebenfalls angeklagten ehemaligen Mitarbeitern eines Computerherstellers getan haben. Mit Zuwendungen habe er sich deren Loyalität gesichert, sagte die Staatsanwältin. Sie beantragt für diese beiden Männer bedingte Freiheitsstrafen.

Normale Geschäfte

Die Verteidiger werden erst in den nächsten Prozesstagen zu Wort kommen. Die Beschuldigten erklärten bei der Befragung durch das Gericht, dass Graumarktgeschäfte in diesem Business normal seien. Diese seien nötig gewesen, um die Wachstumsziele zu erreichen.

Dass er für die allseits bekannten Geschäfte sein privates Konto zur Verfügung gestellt habe, sei ein Fehler gewesen, sagte der ex-Kadermann. Er habe das Geld aber nicht für sich privat verwendet.

Einen Teil des Geldes überwies der Hauptbeschuldigte dem Eishockeyclub SCL Tigers. Er war damals Verwaltungsrat des Clubs und hätte Sponsorengelder beschaffen sollen. Die ihm vom Club vorgeworfenen Delikte sind fast alle verjährt.

Der beschuldigte ex-Buchhalter sagte, er habe von den Deals und den Graumarktgeschäften nichts gewusst. Es sei ein Fehler gewesen, dass er dem Vorgesetzten blind vertraut habe.

Gegen den ex-Buchhalter läuft in einem anderen Kanton ein weiteres Verfahren. Er ist nach eigenen Angaben spielsüchtig. Das Kriminalgericht wird möglicherweise deswegen seine Schuldfähigkeit gutachterlich abklären lassen.

Die beiden ehemaligen Mitarbeiter des Computerherstellers sind sich nach eigenen Angaben keine strafrechtlichen Vergehen bewusst. Er habe das Geld, das er für Leistungen zugunsten der Actebis erhalten habe, korrekt versteuert.

sda

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