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LUZERN: Millionensanierung im Sentihof

Die Wohnsiedlung Sentihof soll ab März saniert werden. Während der Bauzeit müssen die Mieter im Innenhof auf die Toilette gehen.
Simon Bordier
Die Überbauung Sentihof, gebaut in den 1950er-Jahren, wird ab nächstem März innen saniert. (Bild: PD)

Die Überbauung Sentihof, gebaut in den 1950er-Jahren, wird ab nächstem März innen saniert. (Bild: PD)

Wer mit dem Zug entlang der Reuss in Luzern einfährt, kann sie nicht übersehen: die Wohnsiedlung Sentihof, die mit ihrem 36-Meter-Hochhaus das Quartier Babel (Basel-/Bernstrasse) überragt. Die 1955 fertiggestellte Siedlung zwischen der Militär- und der Baselstrasse umfasst das Hochhaus sowie den etwa 90 mal 60 Meter grossen Gebäudekomplex, der um einen Innenhof angelegt ist.

Ab März 2016 sollen die insgesamt 297 Wohnungen des Sentihofs während anderthalb Jahren in vier Etappen saniert werden, wie die Helvetia Versicherung, die Eigentümerin, mitteilt. In einer weiteren Etappe soll zudem eine Tiefgarage gebaut werden. Zu den Baukosten im «zweistelligen Millionenbereich» macht Helvetia keine genauen Angaben.

Geschirrspüler für jede Küche

«Die Versorgungs- und Entsorgungsleitungen stammen noch aus der Zeit der Entstehung und müssen altersbedingt einer haustechnischen Sanierung unterzogen werden», erklärt Hansjörg Ryser, Sprecher von Helvetia. Letztmals seien 1986 die Küchen saniert und die Bäder aufgefrischt worden. Nun würden sämtliche Küchen, Bäder und WCs ersetzt sowie die Hauptleitungen von Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen neu verlegt. Zudem werde neu jede Küche mit einem Geschirrspüler ausgestattet.

Wie stark die Mietpreise durch die Sanierung steigen werden, steht laut Ryser noch nicht fest. Es gelte, genau zwischen werterhaltenden und wertsteigernden Massnahmen zu unterscheiden. Nur Letztere hätten eine Erhöhung der Mietpreise zur Folge, man wolle sich diesbezüglich strikt an die mietrecht­lichen Bestimmungen halten. Es sei aber nicht die Absicht, durch die Sanierung in ein höheres Mietpreissegment zu steigen, betont Ryser: «Helvetia will in Luzern auch weiterhin attraktive Mietwohnungen an zentraler Lage zu fairen Preisen anbieten.» Man wolle den heutigen vielfältigen Mietermix aus Familien, Studierenden, Betagten, Einheimischen und Ausländern möglichst beibehalten.

Sechs Wochen pro Wohnung

Die rund 600 Mieterinnen und Mieter könnten während der Sanierungsarbeiten in ihren Wohnungen bleiben. Die Arbeiten würden durch das Generalunternehmen Anliker durchgeführt, wobei die Sanierung einer einzelnen Wohnung jeweils etwa sechs Wochen beanspruche. «In dieser Zeit stehen den Mieterinnen und Mietern im Innenhof mobile sanitäre Anlagen zur Verfügung», erklärt Ryser. Als Ersatz für die temporär unbenutzbaren Küchen würden Plattenrechauds abgegeben. Für betagte Mieter versuche man individuelle Lösungen zu finden. «Während der Bauzeit gewähren wir selbstverständlich eine Mietzins­reduktion», sagt er.

Tiefgarage unter dem Innenhof

Nach Abschluss der Sanierungen ist vom Herbst 2017 bis zum Frühjahr 2018 der Bau einer Tiefgarage mit 76 Parkplätzen geplant. Die Garage soll gemäss Ryser unter der Parkanlage im Innenhof realisiert werden, Ein- und Ausfahrt sollen über die Militärstrasse erfolgen. Damit wolle man ein Zusatzangebot zu den bestehenden 77 Parkplätzen an der Militärstrasse schaffen. Die heutige Parkplatzkapazität sei nämlich «völlig unzureichend». Nach Ende der Bauarbeiten soll die Parkanlage im Innenhof wiederhergerichtet werden. Das Baugesuch für die Tiefgarage habe man noch nicht eingereicht.

Die Überbauung Sentihof wurde zwischen 1953 und 1955 auf dem Areal der ehemaligen Strafanstalt und der ehemaligen Reithalle realisiert. Der Bau des Luzerner Architekten Heinrich Auf der Mauer galt mit dem für damalige Verhältnisse grosszügigen Ausbau und dem begrünten Innenhof als moderne Vorzeigesiedlung. Der Sentihof ist heute im Bauinventar der kantonalen Denkmalpflege als schützenswert aufgeführt. Daher habe man für die Wohnungs­sanierungen ein Baugesuch einreichen müssen, sagt Ryser.

Simon Bordier

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