LUZERN: Millionenschaden nach Unwetter in Luzern

Verschnaufpause nach dem Unwetter im Kanton Luzern: Die Wetterlage hat sich am Dienstag vorerst beruhigt. Die Schäden gehen in die Millionen. Personen wurden nicht verletzt. In Nottwil verendeten 30 Schweine.

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Die Bahnstrecke bei Nottwil am Montagabend. (Bild: Leserbild Michael Müller)

Die Bahnstrecke bei Nottwil am Montagabend. (Bild: Leserbild Michael Müller)

Hochwasserschäden im Lutherer Dorfteil Willmisbach. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
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Hochwasserschäden im Lutherer Dorfteil Willmisbach. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Hans Nyffenegger bei Aufräumarbeiten vor der Nachbarsscheune im Lutherer Dorfteil Willmisbach. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Familie Birrer befreit ihr Ackerland von angeschwemmtem Holz der Seewag. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Josef Bircher in Nottwil hat durch das Hochwasser rund 20 Ferkel verloren. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Landwirtfamile Bircher wurde vom Hochwasser schwer getroffen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Famile Bircher wurde vom Hochwasser schwer getroffen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Vom Mannebach angeschwemmtes Material wird weggeräumt. Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in Schüpfheim. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in Schüpfheim. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Josephine Müller aus Schüpfheim vor dem Spielplatz während der Aufräumarbeiten. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in Schüpfheim. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Beim Mannebach in Schüpfheim hat das Hochwasser viel Schlamm zurückgelassen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Beim Bahnhof Nottwil ist ein Bach über die Ufer getreten... (Bild: Leserreporter Michael Müller)
... und hat die Geleise überspült. (Bild: Leser Michael Müller)
Der Eglibach tritt in der Rohrmatt bei Willisau über die Ufer. (Bild: Leser Alois Gassmann)
Sempach: Aufräumen nach dem Unwetter. Was noch bleibt, sind die Beweis-Fotos für die Versicherungen. (Bild: Keystone)
Schüpfheim (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Schüpfheim (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Schüpfheim (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Schüpfheim (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Schüpfheim (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Schüpfheim (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Luthern: der gleichnamige Bach sucht sich einen eigenen Weg. (Bild: Leserreporter)
Die Luthern ist in Zell über die Ufer getreten. (Bild: Leser Franz Wüest)
7cm Wasser im Heim Violino in Zell (Bild: Leser Franz Wüest)
Randvoll: Sarner Aa in Sarnen (Bild: Keystone)
Aufräumen nach dem Unwetter: Die Melchaa ob Kriens brachte viel Geschiebe. (Bild: Keystone)
Schüpfheim (Bild: Keystone)
Schüpfheim (Bild: Keystone)
Schüpfheim (Bild: Keystone)
Schüpfheim (Bild: Keystone)
Menznau (Bild: Kilian Scheiber)
Schüpfheim (Bild: Luzerner Polizei)
Schüpfheim (Bild: Luzerner Polizei)
Schüpfheim (Bild: Luzerner Polizei)
Schüpfheim (Bild: Luzerner Polizei)
Schüpfheim (Bild: Luzerner Polizei)
Ein Surfer beim Perlen Reusswehr. Links donnern Baumstämme gegen den Brückenpfeiler (Bild: Leserreporter)
Wasser kann auch mein Spielkamerad sein..... fotografiert bei Hellbühl. (Bild: Heidi Köpfli)
Hochgehende Luthern in Nebikon. (Bild: Leserreporter)
Neuer Damm in Buttisholz hält Wasser zurück. (Bild: Leserreporter)
Im Oberberg in Schüpfheim können die Matten das Wasser nicht mehr aufnehmen. (Bild: Leserin Bernadette Fallegger)

Hochwasserschäden im Lutherer Dorfteil Willmisbach. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Gebäudeversicherung Luzern (GVL) rechnet mit mehreren hundert Schadensmeldungen und Schäden in der Höhe von über einer Million Franken. GVL-Direktor Dölf Käppeli sagte auf Anfrage, die Telefone klingelten ununterbrochen. Es seien am Dienstagmorgen schon über hundert Schadensmeldungen eingegangen. Käppeli sagte, das Unwetter vom Montagabend sei ein grosses Ereignis gewesen, aber kein aussergewöhnliches. Solche Vorkommnisse gebe es im Sommer alle paar Jahre.

Von den gewittrigen Starkniederschlägen betroffen war vor allem die Napfregion und das Gebiet Sempachersee. Die grösste Schadensansammlung gab es gemäss Käppeli in Schüpfheim sowie in Nottwil. Doch auch aus Menznau, Luthern und Willisau gab es viele Meldungen. Dutzende Keller standen unter Wasser. Stark betroffen waren unter anderem zwei Sägereien in Hofstatt und eine Scheune in Nottwil, in der 30 Schweine verendeten. Der Polizei sind derzeit keine Meldungen von verletzten Personen bekannt. Am Dienstagabend standen noch fünf Feuerwehren im Kanton Luzern im Einsatz. Für Mittwoch sind weitere Regenfälle angekündigt ( Es kommt noch mehr Regen » ).

Die Bahnstrecke bei Nottwil am Montagabend. (Bild: Leserbild Michael Müller)

Die Bahnstrecke bei Nottwil am Montagabend. (Bild: Leserbild Michael Müller)

Seit 9 Uhr wieder befahrbar ist die Bahnstrecke Luzern-Olten. Diese war zwischen Sempach-Neuenkirch und Nottwil unterbrochen gewesen, weil am Montagabend die Gleise überspült worden waren. In der Nacht sei das Trassee von Sand und Geröll geräumt worden, sagte SBB-Sprecherin Lea Meyer auf Anfrage. «Die Züge fahren im Schritttempo und kontrolliert über die Gefahrenstelle», so Meyer. Die Fernverkehrszüge mussten umgeleitet werden. Die SBB setzte zwischen Sursee und Sempach Ersatzbusse ein. Es kommt zu Verspätungen von 5-10 Minuten. Die Anschlüsse sind nicht gewährleistet.

Wie die Luzerner Polizei auf Anfrage mitteilte, waren bis gegen 2 Uhr im Gebiet Entlebuch, Willisau und Sempachersee 22 Feuerwehren mit 700 Personen im Einsatz. Sie rückten in 150 Fällen aus, dabei ging es mehrheitlich um überschwemmte Keller und Strassen. Es kam auch zu kleinen Erdrutschen, die Strassen seien mittlerweile aber alle wieder frei.

Die Pegel der Flüsse und Bäche im Kanton Luzern gingen in der Nacht etwas zurück. Einzig die Wigger im Luzerner Hinterland schwoll kurzzeitig an und erreichte bei Zofingen Abflussmengen von 118 Kubikmeter pro Sekunde. Schäden wurden aber keine gemeldet. Vielerorts stehen die Feuerwehren auch am Dienstag noch im Einsatz. Der Pegel der Reuss stieg am Dienstagmittag wieder leicht an und liegt bei 433,0 Meter über Meer, 1,2 Meter unter der kritischen Marke. Das Reusswehr ist vollständig geöffnet.

In Giswil regnete es am meisten

Vom Südtessin über die Alpen bis ins Wallis fielen in den letzten 24 Stunden zwischen 30 und 60 Millimeter Niederschlag. Einen Spitzenwert gab es in Giswil im Kanton Obwalden mit 70 Litern pro Quadratmetern. «Hotspot war einmal mehr das Napfgebiet», hiess es bei MeteoSchweiz auf Anfrage.

Zwar beruhigt sich die Lage an der Regenfront im Laufe des Vormittags, wenn auch in Richtung Ostschweiz noch mit Niederschlag zu rechnen ist. Doch bereits ab Mittwochmittag fallen laut MeteoSchweiz besonders auf der Alpennordseite wieder 20 bis 40 Millimetern Niederschlag.

Die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden hilft der vom Unwetter betroffenen Bevölkerung mit Sofortmassnahmen in der Höhe von 1 Million Franken.

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rem/sda

Ein Haus im «Schächli» in Schüpfheim steht unter Wasser. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Ein Haus im «Schächli» in Schüpfheim steht unter Wasser. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)