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LUZERN: Millionenschwere Oldtimer vorgeführt

40 Schönheiten aus vergangenen Jahrzehnten haben Autoliebhaber in Erinnerungen schwelgen lassen. Einen besonderen Hingucker mit Luzerner Vergangenheit fuhren am Samstag die Zwillingsbrüder Peter und Paul Winet beim Nationalquai vor.
Christian Hodel
Paul (links) und Peter Winet mit ihrem Mercedes Nürburg 500, Baujahr 1931. Der Oldtimer stand ab 1942 für die Feuerwehr Sursee im Einsatz. Bild oben rechts: ein Lotus Europa TC Special GT. Unten rechts: ein Citroën DS. Gestern gab es Oldtimer zu bestaunen, die Jahrgänge zwischen 1928 und 1974 haben. (Bilder: Roger Grütter (Luzern, 16. September 2017))

Paul (links) und Peter Winet mit ihrem Mercedes Nürburg 500, Baujahr 1931. Der Oldtimer stand ab 1942 für die Feuerwehr Sursee im Einsatz. Bild oben rechts: ein Lotus Europa TC Special GT. Unten rechts: ein Citroën DS. Gestern gab es Oldtimer zu bestaunen, die Jahrgänge zwischen 1928 und 1974 haben. (Bilder: Roger Grütter (Luzern, 16. September 2017))

Christian Hodel

christian.hodel@luzernerzeitung.ch

Er lässt alte Zeiten aufleben: Bernd E. Link, Organisator des Concours d’Excellence International Luzern, kommt ins Schwärmen, als er am Samstag die Oldtimer beim Nationalquai sah. «Es sind Einzelstücke mit einem besonderen historischen Wert», sagte Link, der selber einen alten VW-Käfer und einen Oldtimer der Marke Porsche fährt. 40 Autos an der Zahl sind es, die den Hunderten Zuschauern präsentiert werden. Eine Fachjury, wie auch das Publikum, können eine Bewertung abgeben – in sieben verschiedenen Kategorien gibt es Medaillen zu gewinnen.

Letztlich geht es am Concours aber nicht ums Gewinnen, sondern ums Vorführen – und natürlich um die Schönheit der Automobile. «Der Concours d’Excellence ist keine Auto-, sondern eine Kulturveranstaltung», sagt Organisator Link. Es gehe um die Geschichte der Autos, um die Designs und nicht zuletzt um eine für die Menschheit wichtige Errungenschaft. Denn die Erfindung des Automobils hat die Welt und die Mobilität der Menschen massgeblich verändert.

«Man muss seinen Fahrstil anpassen»

Der älteste Oldtimer, der vorgeführt wird, hat Jahrgang 1928. Der Wert aller Autos beläuft sich auf mehrere Millionen Franken. «Die teuersten Autos kosten einen siebenstelligen Betrag», so Link. Es habe am Concours aber auch solche darunter, die für einige tausend Franken zu haben seien. Um den Preis der Oldtimer gehe es an der Veranstaltung in Luzern sowieso nicht. Im Zentrum stehe die Vielfältigkeit der Autos. Mit einem wahren Prunkstück, einem Mercedes Nürburg 500, Baujahr 1931, fahren die Zwillingsbrüder Peter und Paul Winet (71) vor. Von Pratteln sind sie über die Autobahn nach Luzern gefahren – mit einem Abstecher nach Sursee.

«Unser Old­timer war das erste Feuerwehrauto der Stadt Sursee», erzählt Paul Winet. Von 1942 bis 1964 stand es bei Bränden in der Region Dutzende Male im Einsatz und zog den Löschanhänger. Stolz zeigt Paul Winet das Fahrtenbuch, in dem alle Einsätze seines 1995 erworbenen Oldtimers eingetragen sind. Auch ein Foto aus dem Stadtarchiv Sursee hat er mit dabei. «Es muss wohl im Jahre 1942 aufgenommen worden sein», so Winet. «Heute vor dem Concours sind wir nach Sursee gefahren und haben die Stelle gesucht, wo das Foto gemacht wurde.» Er zückt sein Smartphone und zeigt ein Bild, das er geknipst hat. Es zeigt seinen Oldtimer – den er mit seinem Bruder zusammen für rund eine halbe Million Franken restaurieren liess – vor einem alten Surseer Haus. «Wir konnten nicht anders, als das Fotosujet aus den 1940er-Jahren zu kopieren», sagt Winet und lacht.

Doch wie fährt sich ein solches Prunkstück überhaupt? «Wunderbar», sagt ­Winet. «Aber man muss seinen Fahrstil anpassen.» Der Bremsweg sei deutlich länger als jener von modernen Autos. «Mehr als 85 Stundenkilometer fahre ich darum nie.» Obwohl er bis 120 Stundenkilometer hinbrächte.

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