LUZERN: Millionenteure Büste unter dem Hammer

Eine Büste von Alberto Giacomettis Geliebter wird im Juni in Luzern versteigert. Der Preis für das Kunstwerk: bis zu 5 Millionen Franken.

Robert Knobel
Drucken
Teilen
Wird in Luzern versteigert: die 48 Zentimeter hohe Bronze-Büste von Künstler Alberto Giacometti. (Bild: PD)

Wird in Luzern versteigert: die 48 Zentimeter hohe Bronze-Büste von Künstler Alberto Giacometti. (Bild: PD)

«Caroline» nannte sich die 40 Jahre jüngere Geliebte, die Alberto Giacometti (1901–1966) ein halbes Leben lang begleitete – neben seiner Ehefrau. Dieser Caroline, die in Wirklichkeit Yvonne-Marguerite Poiraudeau hiess, verdankt die Kunstwelt eine ganze Fülle von Werken des bekannten Schweizer Malers und Bildhauers.

Eines davon kommt am 13. Juni in der Galerie Fischer in Luzern unter den Hammer. Die 48 Zentimeter hohe Bronzebüste zeigt Caroline in der Giacometti-typischen schlanken Form. Ihr Preis wird auf 3 bis 5 Millionen Franken geschätzt. «Die Büste ist auch deshalb so wertvoll, weil sie noch zu Lebzeiten und unter Aufsicht des Künstlers gegossen wurde», sagt Kuno Fischer, Geschäftsführer der Stadtluzerner Galerie Fischer. Denn Giacometti pflegte seine Skulpturen jeweils als Gipsvorlage zu schaffen, die dann mehrmals in Bronze nachgegossen wurden – oft auch noch nach seinem Tod.

Seit 1995 in der Schweiz

Die Caroline-Büste wurde insgesamt sechsmal gegossen, das vorliegende Exemplar war das dritte dieser Serie. Ein weiteres Exemplar befindet sich in Paris in der Fondation Alberto et Annette Giacometti, andere stehen in Museen oder Privatsammlungen. Die Büste, die jetzt zur Versteigerung kommt, befindet sich seit 1995 in Schweizer Privatbesitz. Zuvor befand sie sich in New York unter anderem in der Weintraub Gallery.

Geschaffen wurde die Büste im Jahr 1961, im selben Jahr wie die berühmte Plastik «L’ homme qui marche», die 2010 in London für den Rekordpreis von 104,3 Millionen Dollar versteigert wurde. Von solchen Summen wird die Caroline-Büste in Luzern wohl weit entfernt sein. Trotzdem ist der Anfangspreis von 3 Millionen Franken eine Grössenordnung, die auch bei der Galerie Fischer nicht jeden Tag vorkommt. Kuno Fischer rechnet mit fünf bis zehn ernsthaften Bietern, vor allem aus Europa, Amerika und Russland. «Ich habe bereits diverse Feedbacks von Sammlern und Museumsleuten erhalten. Und alle sind begeistert von der Skulptur», erklärt Fischer.

Gemälde soll 1,6 Millionen bringen

An der selben Auktion von Mitte Juni wird auch ein Gemälde des französischen Impressionisten Alfred Sisley (1839–1899) unter den Hammer kommen. «La berge à Saint-Mammès» aus dem Jahr 1884 soll zwischen 1,6 und 2,4 Millionen Franken erzielen. Das Gemälde zeigt eine Naturidylle des Städtchens Saint-Mammès am Ufer der Seine. Dieser Fluss war eines der Lieblingsmotive des Malers Alfred Sisley.

Hinweis

Mehr Informationen unter: www.fischerauktionen.ch