Luzern mischt sich nicht in Gotthardsanierung ein

Der Kanton Luzern weibelt im Bundeshaus nicht für einen zweiten Strassentunnel durch den Gotthard. Das Parlament hat sich am Dienstag mit klarem Mehr gegen eine Standesinitiative «Ja für eine zweite Gotthardröhre» ausgesprochen.

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Wichtiger als ein Ausbau am Gotthard ist für Luzern die Realisierung der Autobahn-Umfahrung Luzern (Bypass). (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Wichtiger als ein Ausbau am Gotthard ist für Luzern die Realisierung der Autobahn-Umfahrung Luzern (Bypass). (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Verlangt wurde die Kantonsinitiative von Marcel Omlin (SVP) mit einer Motion. Omlin befürchtet, dass eine Sanierung und Sperrung des Strassentunnels negative Folgen auf den Kanton Luzern und die Mobilität seiner Bewohner haben könnte.

Der Regierungsrat lehnte die Motion ab. Wichtiger als ein Ausbau am Gotthard sei für Luzern die Realisierung der Autobahn-Umfahrung Luzern (Bypass). Der Regierungsrat untermauerte dies mit Zahlen: Während durch den Gotthardtunnel pro Tag 17'000 Fahrzeuge fahren, sind es in den Stadtluzerner Autobahntunnel 62'000 (Sonnenberg) respektive 92'000 (Reussport) Fahrzeuge.

Ausbau der Kapazitäten befürchtet

Mehrere Befürworter einer zweiten Röhre versicherten, dass die Kapazitäten am Gotthard nicht ausgebaut würden. Zwei Einspurtunnel würden aber mehr Sicherheit bedeuten, sagte Hanspeter Bucher (SVP).

Die Gegner eines zweiten Tunnels fürchteten aber dennoch, dass die Strassenkapazitäten erweitert werden könnten. Samuel Odermatt (GLP) warnte, wenn das Ventil am Gotthard geöffnet werde, komme es zu zusätzlichen Stauzeiten im Raum Luzern.

Damian Müller (FDP) sagte, Luzern solle sich mit dem Bypass beschäftigen und nicht mit einem Projekt, das auf nationaler Ebene entschieden werde.

sda