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LUZERN: Miss-Kandidatinnen: Das grosse Schaulaufen im Kuhstall

Zehn junge Frauen haben sich während einer Woche den letzten Schliff für die Wahl zur Miss Earth Schweiz geholt. Mit dabei in der «Hofwoche» waren zwei Zentralschweizerinnen. Von ihnen war selbst Bauer Fritz überrascht.
Ariana Birrer aus St. Erhard (links) und Cléa Formaz aus Pfäffikon (SZ) bei der Fütterung der Schottischen Hochlandrinder. (Bild: Manuela Jans-Koch (Rickenbach, 17 November 2016))

Ariana Birrer aus St. Erhard (links) und Cléa Formaz aus Pfäffikon (SZ) bei der Fütterung der Schottischen Hochlandrinder. (Bild: Manuela Jans-Koch (Rickenbach, 17 November 2016))

Der Hof von Fritz und Janine Neuenschwander in Rickenbach lockt mit einer Aussicht über den Sempachersee bis weit in die Alpen. An diesem Morgen aber dominiert Grau. Es regnet und ist kalt. Selbst Hofhund George hat sich in eine trockene Ecke verkrochen.

Im Anbau für die Bauernhofgäste geht es derweil deutlich heiterer zu und her. Hier stolziert eine junge Dame nach der anderen in hohen Absatzschuhen über das Parkett. «Pose, Drehung und jetzt wieder Pose», ruft die Lauftrainerin ihren Schützlingen energisch zu. Aus den Boxen wummert Chartmusik. Jede gelungene Darbietung wird von den übrigen «Girls» artig beklatscht. «Einfach grossartig» ist zu hören. Mit Komplimenten wird nicht gegeizt.

Die Rinder sind bei den Frauen am beliebtesten

Was bisweilen an einschlägige Modelsendungen deutscher Privatsender erinnert, ist Teil des einwöchigen Vorbereitungsprogramms für die Wahl zur Miss Earth Schweiz – am 28. Januar in Lausanne findet diese statt. Zehn junge Frauen aus der ganzen Schweiz im Alter von 17 bis 25 Jahren dürfen hier «ihre weiblichen Seiten wiederentdecken», wie Organisator Longo de Tommaso sagt. Das heisst: Catwalking, Fotoshooting, Medienarbeit. Aber nicht nur. Denn die Wahl zur Miss Earth Schweiz unterscheide sich schliesslich fundamental von anderen Schönheitswettbewerben, findet Longo de Tommaso. «Schönheit ist hier lediglich Mittel zum Zweck.» Die künftige Miss Earth Schweiz sei nämlich vor allem auch eine Botschafterin für den Umweltschutz – sowie für diverse Hilfsorganisationen und deren Projekte. Sie vereint also gutes Aussehen mit einem grossen Herz für Soziales und Umwelt. Nicht gerade wenig.

Das Lauftraining ist nun zu Ende, die hochhackigen Schuhe sind verstaut und die Stiefel bereits übergezogen: Es geht in den Stall. Dank der Zusammenarbeit mit Agrotourismus Schweiz findet die Vorbereitungswoche zum ersten Mal überhaupt auf einem Bauernhof statt. «Die Naturnähe kann letztlich für die Kandidatinnen nur bereichernd sein», glaubt Longo de Tommaso. «Eine coole Idee» sei das, findet Ariana Birrer (18), Jus-Studentin aus St. Erhard. Und auch die zweite Zentralschweizer Kandidatin Cléa Formaz (24), Business Consultant aus Pfäffikon (SZ), spricht von einem «sehr spannenden Kontrastprogramm». Sie ist generell vom unkonventionellen Konzept der Wahl angetan: «Dass es um mehr als nur Schönheit geht, finde ich extrem wichtig», sagt sie. Kaum gesagt, greift sie nach der Stallschaufel und hievt ein Fuder Heu in den Futtertrog. «Gerade mit den Tieren zeigen sie wenig Berührungsängste», ist Bauer Neuenschwander überrascht. Viel Zeit für Stallarbeiten bleibt den Miss-Anwärterinnen bei ihrem gedrängten Programm allerdings nicht. «Besonders oft aber füttern sie meine Schottischen Hochlandrinder», sagt der Bauer. Nicht zuletzt, weil die Rinder ein dankbares Fotosujet seien. Ob sie nach so viel Futter nächste Woche wohl auf Entzug sein werden? Neuenschwander lacht.

Raphael Zemp

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