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LUZERN: Mit Köderboxen gegen zu viele Ratten

Milder Winter und eine Fülle an Essensresten: Das passt den Nagern. Ihre wachsende Population versucht die Stadt mit Rattengift in Schach gehalten.
Sandra Monika Ziegler
Eine junge Luzerner Ratte - hier allerdings ein Exemplar in einer Ausstellung im Naturmuseum. (Bild: Archiv Neue NZ)

Eine junge Luzerner Ratte - hier allerdings ein Exemplar in einer Ausstellung im Naturmuseum. (Bild: Archiv Neue NZ)

Die einen strafen sie mit Verachtung, andere möchten sie am liebsten ausrotten. Die Rede ist von den pelzigen Vierbeinern, den «Stadtratten». Augenfällig sind nicht nur die Nager, sondern auch die grünen Boxen, die zur Bekämpfung der Nager eingesetzt werden. Die Tiere bevorzugen Gebiete entlang von Gewässern und belebte Plätze, auf denen Essensreste liegen bleiben.

Ratten sind hervorragende Schwimmer und fressen prinzipiell alles, in der Not nagen sie sogar an Karton. Dazu kommt es in Städten aber fast nie. Denn punkto Nahrung herrschen hier geradezu paradiesische Zustände für die Nager.

Pro Einwohner eine Ratte?

Hat es derzeit mehr Köderboxen und mehr Ratten in der Stadt? «Jetzt von einer Rattenplage zu sprechen, wäre übertrieben», sagt Thomas Schmid, Leiter Strasseninspektorat der Stadt Luzern. «Von einer Plage wird dann gesprochen, wenn die Tiere sich lokal stark vermehrt haben. Und wenn die sonst nachtaktiven Tiere tagsüber über längere Zeit auffällig gut sichtbar sind.» Dies sei momentan aber nicht der Fall.

Das hartnäckige Gerücht, pro Einwohner gäbe es eine Ratte, kann Schmid nicht bestätigen. Die Kanalratte oder auch Wanderratte genannt, ist umgangssprachlich unsere Stadtratte. «Sie haben sich an die Menschen gewöhnt, umgekehrt ist dies weniger der Fall», so Schmid. Anrufe von besorgten Bürgern gebe es aber eher selten. Dann werde zuerst abgeklärt und dann schnell reagiert. «Nach Absprache mit den Spezialisten werden an den gemeldeten Orten Boxen aufgestellt. Das ist bisher die einzige Massnahme, abgesehen von Präventionsaktionen, die wir ergreifen können,» erklärt Schmid. Als geeignete Prävention gilt – besonders auch zu Festivalzeiten – das saubere Entsorgen von Essensresten in den dafür vorgesehenen Containern.

Standorte werden geändert

In der Stadt Luzern sind laut Schmid zwischen 50 bis 70 grüne Köderboxen im Einsatz. Die Köder sind mit einem Gift versehen, die eine Blutgerinnung hemmt. Schmid: «Fressen die Ratten die Köder, dann sterben sie nach zwei bis fünf Tagen.» Die Zahl der Köderboxen habe sich jedoch in den letzten zwei Jahren nicht verändert und sei konstant. Schmid: «Die Boxen werden aber immer wieder an einen anderen Standort verschoben.» Ebenfalls ein Rattenkenner ist Jean-Martin Fierz. Er ist Biologe und technischer Leiter der Firma Rentokil Initial AG, die Firma liefert Luzern die Köderboxen. Von ihm wollten wir wissen, ob die Boxen nicht eine Gefahr für Hunde oder Kinder sind? Fierz beruhigt: «Wir legen Köder im öffentlichen Raum nur in manipulationssicheren Köderboxen aus: So können keine Hunde und Kinder an die Köder gelangen.»

Eine Statistik fehlt

Über die Wirkung der Köderboxen ist wenig bekannt. «Es gibt dazu keine Erhebungen. Wir können nur beobachten. Das Gleiche gilt auch für die Anzahl Ratten. Auch hier gibt es keine Zahlen», sagt Schmid. Grundsätzlich können Ratten Krankheitsträger sein. «Aber in einem normalen hygienischen Umfeld und ohne direkten Kontakt ist in der Schweiz eine Ansteckung praktisch ausgeschlossen», sagt Thomas Schmid.

Dem stimmt Fierz zu, betont aber: «Grundsätzlich gilt: keine lebendigen oder toten Ratten anfassen und wenn möglich nicht mit Kot in Berührung kommen.»

Sandra Monika Ziegler

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