LUZERN: Moskau-Reise mit Lottogeldern bezahlt

Knapp 290'000 Franken an Lottogeldern flossen in eine Promotionsreise nach Moskau. Gewisse Auslagen stossen nun auf Kritik, denn Guido Grafs, Reto Wyss und Stefan Roths Ticket wurden nicht übers ordentliche Budget gebucht.

Cyril Aregger
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Luzerner Delegation im November 2013 vor der Schweizer Botschaft in Moskau, unter anderen mit Stadtpräsident Stefan Roth (Zweiter v. l.) und den Regierungsräten (Bild: PD)

Luzerner Delegation im November 2013 vor der Schweizer Botschaft in Moskau, unter anderen mit Stadtpräsident Stefan Roth (Zweiter v. l.) und den Regierungsräten (Bild: PD)

Exakt 345'574 Franken kostete die fünftägige Reise einer über 150-köpfigen Luzerner Delegation angeführt vom damaligen Regierungspräsident Guido Graf, Bildungsdirektor Reto Wyss und Luzerns Stadtpräsident Stefan Roth nach Moskau im November. Ziele waren der kulturelle Austausch – und wirtschaftliche Interessen: Neben Vertretern aus Kultur und Bildung waren auch die Wirtschaftsförderung, Luzern Tourismus und Lucerne Health vor Ort.

Regierung: «Übergwiegend kultureller Charakter»

Gemäss Wirtschaftsdirektor Robert Küng (FDP) wurden die insgesamt 289'819 Franken an Lottogeldern, die nur für gemeinnützige Zwecke verwendet werden dürfen, nicht für die Reisen der Wirtschaftsvertreter ausgegeben: «Das geschah über ordentliche Budgetposten». Die Reisekosten von Regierungs- und Stadtrat hingegen schon.

Die Regierung begründet dies am Montag mit dem «überwiegend kulturellen Charakter» der Reise. Das zeige sich etwa darin, dass die Delegation vom Regierungspräsidenten sowie vom Bildungs- und Kulturdirektor, nicht aber vom Wirtschaftsdirektor angeführt worden sei. Das überzeugt Kantonsrat Hans Stutz (Grüne) nicht: Das Reiseprogramm belege, dass die Regierungsvertreter nahezu ausschliesslich für Wirtschaft und Tourismus unterwegs gewesen seien.