LUZERN / MÜNCHEN: Pensionierter Polizist sagt im NSU-Prozess aus

Im NSU-Prozess in München gegen mutmassliche deutsche Rechtsterroristen hat am Dienstag ein pensionierter Luzerner Kriminalpolizist als Zeuge ausgesagt.

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Im Gerichtssaal während des NSU-Prozesses (Archiv) (Bild: Keystone)

Im Gerichtssaal während des NSU-Prozesses (Archiv) (Bild: Keystone)

Der Mann aus Luzern berichtete vor dem Oberlandesgericht München über die Praxis von Schweizer Waffenhändlern, die die Vorschriften nicht korrekt eingehalten hätten, was deutsche Kriminelle ausgenutzt hätten. Namentlich nannte er ein Berner Waffengeschäft, das die NSU-Mordwaffe vom Typ Ceska verkauft haben soll.

Er gehe davon aus, dass dieses Waffengeschäft im Graubereich operierte, sagte der pensionierte Beamte. Der Händler habe illegal beschaffte Waffenerwerbsscheine akzeptiert und verbotenerweise Schalldämpfer verkauft. Auch die «Ceska» war mit einem Schalldämpfer ausgerüstet.

Mit dieser Pistole sollen neun der zehn Mordopfer des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) zwischen 2000 und 2006 erschossen worden sein. Die Luzerner Polizei war auf die Spur des Waffenhändlers gestossen, als sie eine Serie von Wohnungseinbrüchen im Kanton Luzern aufklärte.

sda