LUZERN: Musegg-Parkhaus: Ein Geologe warnt

Die Vorstudie der Initianten des Musegg-Parkhauses versprüht Zuversicht. Der Luzerner Geologe Beat Keller mahnt allerdings zur Vorsicht.

Stephan Santschi
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Ursprüngliche Visualisierung der Einfahrt zum Parkhaus Musegg. (Bild: PD)

Ursprüngliche Visualisierung der Einfahrt zum Parkhaus Musegg. (Bild: PD)

Bis 2021 möchte ein privates Initiativkomitee im Musegg-Hügel ein unterirdisches Parkhaus realisieren. Beat Keller, Geologe und CEO der Luzerner Firma Keller + Lorenz AG, sagt: «Ich kenne die Verhältnisse im Musegg-Hügel sehr genau. Einerseits besteht dieser aus Sandstein, der für das Projekt zwar gut geeignet, oft aber sehr kompakt und schwer abbaubar ist. Daneben finden sich auch mächtigere Zwischenschichten aus weichem Mergelgestein mit Kohleschichten.» Vor allem die oft schwierige Abbaubarkeit des teils massiven Sandsteins und die vermutlichen Schwächezonen dürfen nicht unterschätzt werden.»

Zu bedenken gibt er auch die Stabilitätsprobleme der Museggmauer und des Schirmerturms, die sich über dem Parkhaus befinden würden. «Für den Ausbruch der Kaverne bedürfte es einer möglichst erschütterungsfreien Methode», so Keller. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass zumindest teilweise nur eine Form von Sprengung zielführend sein könnte. «Ein erschütterungsfreies Sprengen unter der Museggmauer würde wohl erhebliche Kosten verursachen.»

Ein anderer Punkt sind die Lärm- und Staubemissionen während des Baus. Für Keller ist klar: «Es wird eine enorme Menge an Aushubmaterial abtransportiert werden müssen. Die Herausforderung eines solchen innerstädtischen Projekts ist nicht ohne», sagt Keller, fügt aber an: «Bautechnisch ist heute sehr vieles machbar. Letztlich ist alles eine Frage der Kosten.»