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Luzern: Musikhochschule und Südpol gehen kulinarisch getrennte Wege

Die Musikhochschule wird in ihrem neuen Gebäude eine eigene Kantine betreiben. Die Verantwortlichen erklären, weshalb eine Zusammenarbeit mit dem Südpol geplatzt ist – und wie sie mit den Kulturräumen eine «Magnetwirkung» erzielen wollen.
Pirmin Bossart
Der Kammermusiksaal in der neuen Musikhochschule soll Platz für 300 Zuschauer bieten. (Bild: PD)

Der Kammermusiksaal in der neuen Musikhochschule soll Platz für 300 Zuschauer bieten. (Bild: PD)

Der Neubau der Hochschule Luzern – Musik beim Südpol nimmt Gestalt an. Der Rohbau steht, die Dimensionen werden sichtbar. Ab Mitte 2020 werden dort alle Studierenden der verschiedenen Fachrichtungen wie Klassik, Jazz, Volksmusik, Musikpädagogik oder Kirchenmusik unter einem Dach ausgebildet werden.

Der Bau umfasst neben modernen Arbeits- und Ausbildungsräumlichkeiten drei hochwertige Säle, eine Bibliothek sowie eine eigene Cafeteria. Insgesamt stehen 8000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.

Gastro-Situation im Südpol ist unsicher

«Wir haben uns im Bereich Gastro für eine eigene Lösung entschieden», sagt Michael Kaufmann, Direktor der Hochschule Luzern – Musik. Eine ursprünglich angedachte Kooperation mit dem unmittelbar benachbarten Südpol kam trotz erster Absichtserklärungen nicht zustande. Kaufmann bringt die Entscheide mit der unsicheren Situation des Gastrobereichs des heutigen Südpols in Zusammenhang. «Die Verlässlichkeit und Verbindlichkeit war für uns in der entscheidenden Phase zu wenig hoch. Es war auch nicht klar, was die Absichten der Stadt Luzern als Besitzerin waren. Irgendwann mussten wir einen Entscheid treffen und ein konkretes Angebot fixieren.»

Die rollende Planung dieses Grossunternehmens habe irgendwann einfach Entscheidungen verlangt, sagt Kaufmann. Man habe gerade auch mit Blick auf Synergien mit dem Südpol den eigenen Gastrobereich reduziert. «Wir haben immer miteinander kommuniziert. Wir hatten unsere Vorstellungen, es hat einfach nicht geklappt.» Als die Hochschule sich vor fast zwei Jahren intern schliesslich für ihr Gastro-Konzept entschieden hatte, lud sie ausgewählte Gastro-Partner ein, zu offerieren. «Wir haben explizit auch den Südpol eingeladen, sich zu bewerben.»

Für Südpol zu wenig attraktiv

Michael Staedelin, Projektleiter Portfoliomanagement Stadt Luzern, hat als Vertreter der Stockwerkeigentümerschaft Südpol die Diskussionen von Anfang an miterlebt. Die Hochschule habe ihr Gastro-Konzept schrittweise geändert und sich am Ende für eine Lösung entschieden, die eher in Richtung Kantine mit günstigen Food-Angeboten gehe, sagt Stadelin. «Zum Zeitpunkt der Ausschreibung war das für den Südpol nicht mehr attraktiv. Es waren rein betriebswirtschaftliche Gründe, die den damaligen Südpol-Leiter bewogen haben, keine Offerte zu machen. Es hätte für den Südpol einfach nicht rentiert.»

Die geplante «Beiz» sei kein «High-End Restaurant», sondern eine Mischung aus Café und Bistro, sagt Kaufmann. Neben einer Vitrine mit Essangeboten sollen einfache Mittagessen (Suppe, Pasta, Wok-Menüs) angeliefert und bereitgestellt werden. Die Kapazitäten belaufen sich auf 100 bis 120 Menüs. Die Cafeteria befindet sich im Erdgeschoss und bietet 60 bis 80 Personen Platz. Eine Wendeltreppe führt ins erste Obergeschoss, wo es Platz hat für Studierende, die sich selber verpflegen wollen – und wo auch die Bar zum Jazzclub angesiedelt ist. Im Übrigen sei man mit dem künftigen Betreiber der Hochschul-Beiz kurz vor positivem Vertragsabschluss.

Mit der jetzigen Lösung werde auf dem Campus-Areal eine gute Auswahlmöglichkeit geboten, argumentiert Kaufmann. «Studierende und Dozierende können nach Lust und Laune auch drüben im Südpol essen gehen oder ins nahe gelegene Armee- Ausbildungszentrum, wo es ebenfalls eine Kantine gibt.»

Grosser Eigenbedarf für neue Räume

Mit dem Kammermusiksaal, der Black Box und dem Jazzclub (insgesamt 4600 Quadratmeter) vergrössert sich schlagartig auch das Angebot an potenziellen Kulturräumen auf dem Platz Luzern. Schon der Südpol hat einen Klub und mehrere Säle, und mit dem neu errichteten Probehaus des Luzerner Sinfonieorchesters auf dem Vorplatz des Südpols werden weitere Räumlichkeiten dazu kommen. Die Frage stellt sich: Werden da Räume im Überfluss geschaffen, die gar nicht bewirtschaftet werden können?

Michael Kaufmann sieht das nicht so. Zum einen würden die Räumlichkeiten zu einem grösseren Teil von der Hochschule selber genutzt werden. Andererseits wird in der vor zwei Jahren gegründeten IG Campus Südpol unter allen Partner über gemeinsame und synergetische Raumnutzungen gesprochen. «Wir wollen hier eng zusammenarbeiten.»

Der Kammermusiksaal ist laut Kaufmann ein Konzertsaal von höchster Qualität für 300 Personen, den es so in Luzern noch nicht gebe. Die Black Box («Kosmos») ist ein Multifunktionsraum, der zu 90 bis 100 Prozent von der Hochschule zum Proben, für Aufführungen und Produktionen genutzt werden wird. Auch der neue Jazzclub («Knox») stehe zu 70 Prozent für eigene Bedürfnisse zur Verfügung. «Dort gehen die verschiedenen Master- und Diplomkonzerte sowie andere Projekte von Studierenden über die Bühne.»

Campus Luzern soll Magnetwirkung haben

Kaufmann sieht die neuen Säle nicht zuletzt als Chance für die Hochschule, als aktive Kulturvermittlerin auftreten zu können. Die Hochschule veranstalte heute schon jährlich 350 Events. 40 bis 50 davon seien grössere Projekte, an der auch die Öffentlichkeit teilnehmen könne. Diese Rolle als wichtiger Player in der Kulturszene Luzern will die Hochschule am neuen Standort und mit den dortigen Möglichkeiten ausbauen. «Wir wollen unser Haus in Zukunft noch mehr öffnen und zeigen, was wir machen. Dazu gehört auch, dass wir eigene Festivals veranstalten und Publikum anziehen.»

Kaufmann ist sich der Herausforderung bewusst, aber zuversichtlich. «Das Setting ist attraktiv, man muss es intelligent machen und die Räume gut bespielen.» Den peripheren Standort erachtet er nicht als Hindernis. Auch in anderen Städten lägen nicht alle Kulturstandorte in Bahnhofsnähe. «Mit Eigeninitiative und geschickten Partnerschaften wird der Campus Luzern eine Magnetwirkung entwickeln und zu einem Ort werden, den die Leute gerne kennenlernen werden.»

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