LUZERN: Musikschule boomt bei Senioren

Seit 2010 ist die Zahl der Erwachsenen, die ein Instrument lernen wollen, rasant gestiegen. Ganz anders sieht es bei den Jungen aus.

Lena Berger
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Gemeinsam musizieren: Instrumentalunterricht erfreut sich bei Pensionierten immer grösserer Beliebtheit. (Bild Getty)

Gemeinsam musizieren: Instrumentalunterricht erfreut sich bei Pensionierten immer grösserer Beliebtheit. (Bild Getty)

«Mit den Senioren entdeckt gerade eine ganz neue Klientel unser Angebot.» Thomas Limacher, Rektor der Musikschule Luzern, ist hocherfreut darüber, dass sich immer mehr Erwachsene für Einzel-Instrumentalunterricht anmelden. Seit dem Schuljahr 2010/11 sind diese Zahlen um stolze 62 Prozent gestiegen. «Es kommen viele topfite über 65-Jährige, die nach ihrer Pensionierung gezielt eine sinnvolle Beschäftigung suchen.»

Die Bedürfnisse der älteren Musikschüler seien freilich ganz andere als diejenigen der jüngeren Schüler. «Natürlich gibt es ehrgeizige Senioren, aber in der Regel steht der Leistungsfortschritt nicht im Vordergrund», erklärt Limacher. «Es geht viel mehr um die Freude an der Musik, das Ausleben von Kreativität, das Knüpfen von Kontakten und das Pflegen von Beziehungen.»

Tarife haben kaum Einfluss

Obwohl Kinder günstiger ein Instrument erlernen können, sind die Schülerzahlen dort seit 2010/11 um 8 Prozent zurückgegangen. «Dieser Rückgang hängt mit der Entwicklung der allgemeinen Schülerzahlen an der Volksschule zusammen. Prozentual ist der Anteil stabil geblieben», so Limacher. Man rechne damit, dass die Zahlen künftig wieder steigen würden. «Glücklicherweise haben wir kaum einen Zusammenhang zwischen der Erhöhung der Tarife in den letzten Jahren und den Schülerzahlen feststellen können.» Die Musikschulgebühren sind auf das Schuljahr 2013/14 für eine 40-minütige Lektion von 890 auf 920 Franken erhöht worden. Nächstes Jahr steigen sie um weitere 45 Franken.