LUZERN: Musikschulen mit Fusionen im Verzug

18 von 56 Luzerner Musikschulen müssen fusionieren. Dies will eine Verordnung des Kantons. Ansonsten dreht er den Geldhahn zu.

Roseline Troxler
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Musiklehrerin Judith Lötscher unterrichtet Marino Brun an der Schule Grosswangen. (Bild: Archiv Neue LZ (Pius Amrein))

Musiklehrerin Judith Lötscher unterrichtet Marino Brun an der Schule Grosswangen. (Bild: Archiv Neue LZ (Pius Amrein))

350 Franken pro Jahr: Dies ist die Zahl, die der Kanton Luzern für jeden Schüler im Durchschnitt an die kommunalen Musikschulen bezahlt. Die finanzielle Unterstützung aber, die bindet der Kanton an mehrere Vorgaben. Ab dem 1. August müssen die Musikschulen beispielsweise neu eine bestimmte Mindestgrösse erfüllen.

Jede Musikschule muss mindestens 200 Fachbelegungen aufweisen, damit der Kanton die Schule anerkennt und finanziell unterstützt. Die Fachbelegungen definieren sich nach der Anzahl Fächer, welche die Schüler besuchen. So kann ein Musikschüler beispielsweise Trompetenunterricht nehmen und gleichzeitig auch noch ein Ensemble besuchen. Dies entspricht dann zwei Fachbelegungen.

Nur fünf Schulen Fusionieren

Jost Feer, Beauftragter Musikschulen beim Kanton Luzern, sagt zu den neuen Vorgaben: «Von den 56 Luzerner Musikschulen weisen 18 Schulen weniger als 200 Fachbelegungen auf. Diese Schulen waren daher verpflichtet, bis Ende April Lösungsvorschläge zu präsentieren.» Laut Feer setzen fünf Schulen eine Fusion auf das kommende Schuljahr 2014/2015 um. «Dreizehn Schulen beantragten eine Fristverlängerung. Sie haben neu bis im August 2015 Zeit, um die Bedingungen zur Anerkennung zu erfüllen.» Welche Schulen dies sind, will der Kanton nicht sagen. «Wir möchten die Schulen damit nicht zusätzlich unter Druck setzen.

Kritische Stimmen

Die Musikschulen, die die Mindestgrösse heute nicht erfüllen, haben letztes Jahr kritisch auf die neuen Vorgaben reagiert. Eine kleinere Schule sei nicht unbedingt teurer und ausserdem viel besser im Dorf verankert, hiess es damals von Musikschulleitern. «Qualität kommt vor Quantität», so eine andere Stimme.