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LUZERN: Mutmasslicher Frauen-Stalker vor Kriminalgericht

In rund 100 Fällen soll ein 45-jähriger Schweizer Frauen belästigt haben, in Wohnungen eingedrungen sein und dort Unterwäsche gestohlen oder zerschnitten haben. Die Staatsanwältin hat am Freitag vor dem Kriminalgericht Luzern fünf Jahre unbedingt gefordert.
Der Mann hat unzählige Frauen gestalkt (Symbolbild) (Bild: Archiv Neue LZ)

Der Mann hat unzählige Frauen gestalkt (Symbolbild) (Bild: Archiv Neue LZ)

Die Verteidigung plädierte auf eineinhalb Jahre bedingt. Der Angeklagte war nur in wenigen Fällen geständig.

Laut Anklage hat der Mann zwischen 1999 und seiner Festnahme 2014 rund 100 Einschleich- oder Einbruchdiebstähle begangen. Dazu kommt eine versuchte Brandstiftung. Dabei beschädigte oder entwendete er hauptsächlich Damenunterwäsche und persönliche Gegenstände wie Fotos, Schmuck oder Schuhe.

Bei den Opfern handelte es sich vor allem um junge, alleinstehende Frauen. Nach mehreren Einschleichdiebstählen installierte jemand eine Kamera. Als wieder eingedrungen wurde, erkannten die Betroffenen den Nachbarn als Täter.

Laut Staatsanwältin sind rund 80 Einschleichdiebstähle auch ohne Geständnis bewiesen. Ein Teil der mutmasslichen Delikte ist verjährt. Die Deliktsumme beläuft sich auf 200‘000 Franken, die Sachschäden auf 38‘000 Franken.

Für die Staatsanwältin wiegt das Verschulden des Angeklagten schwer. Seine Opfer seien schwer traumatisiert und hätten noch nach Jahren unter den Taten gelitten.

In der Untersuchung habe sich der Mann uneinsichtig erwiesen. Er zeige keine aufrichtige Reue. Zudem habe sich seine Haltung von anfänglicher Scham zu Arroganz gewandelt. Die Prognose laut Gutachten sei nicht gut. Hingegen scheine seine familiäre Situation stabil.

Die Staatsanwältin verlangte eine unbedingte Freiheitsstrafe von fünf Jahren, aufgeschoben allenfalls bei einer ambulanten Massnahme.

Verteidigung: Beweise dürfte, Taten geringfügig

Die Verteidigung dagegen will es bei einer bedingten Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren belassen. Vor dem Kriminalgericht versuchte der Verteidiger die Beweise der Anklage zu entkräften.

Die Schuhspuren seien dürftig, bei den DNS-Spuren sei man den unklaren Mischspuren nicht nachgegangen. Er bestritt, dass sein Mandant eine Bereicherungsabsicht gehabt und gewerbsmässig gehandelt habe. Ausserdem seien die meisten Delikte nur geringfügig.

Einzelne Taten versuchte der Verteidiger auf Handwerker, auf Nachtbuben- oder Kinderstreiche abzuschieben. In einem Fall sprach er gar von Versicherungsbetrug.

Auch Diebesgut, das beim Beschuldigten gefunden wurde, ist für den Verteidiger nicht beweiskräftig. Eine Rolex-Uhr will er in einer Herrentoilette eines Restaurants gefunden haben. Auf eine Schachtel mit Schmuck stiess er auf einem Vita-Parcours. Zudem wies die Verteidigung darauf hin, dass der Beschuldigte bei seiner Lehre in einem Modegeschäft traumatisiert wurde. Als einziger Mann unter 24 Frauen sei er schikaniert und gemobbt worden. Die Deliktsumme reduzierte der Verteidiger auf 52‘000 Franken.

Motiv: Frustration, Neugier und Machtgefühl

In diesen Erlebnissen scheint die Frustration begründet, die den Angeklagten laut eigener Aussage – neben Neugier und Machtgefühl - zu den sieben oder acht Taten veranlasst hat, die er gestanden hat. In seinen Antworten bei der Befragung durch das Gericht blieb er indessen sehr vage. Er habe nach seiner Ansicht ein normales Sexualleben. Seine Taten seien nicht mit Lustgefühlen verbunden gewesen. Ein Gutachten ist indessen zum Schluss gekommen, es lägen Persönlichkeitsstörungen mit schizoiden und aggressiven Tendenzen vor, verbunden mit sexuellem Fetischismus.

Im Schlusswort vor dem Kriminalgericht benutzte der Beschuldigte die Gelegenheit, sich zu entschuldigen. Er habe Dummheiten gemacht, die er zutiefst bereue. Er sei sich bei den Taten nicht bewusst gewesen, was er den Opfern angetan habe. Und er wolle sich künftig konform verhalten. (sda)

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