Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERN: Nach 60 Produktionen: Theaterpädagogin Lisa Bachmann geht in Pension

Lisa Bachmann gab vor 40 Jahren erstmals Theaterkurse am Lehrerseminar. Nach rund 60 Produktionen geht die Theaterpädagogin nun in Pension – engagiert bleibt sie aber weiterhin.
Yvonne Imbach
Lisa Bachmann probt mit Schülern für das Kantitheater Musegg. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 22. März 2018))

Lisa Bachmann probt mit Schülern für das Kantitheater Musegg. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 22. März 2018))

Yvonne Imbach

stadt@luzernerzeitung.ch

Am Sonntagnachmittag laden die Schülerinnen und Schüler des Kammerchors und des Freifachs Theater an der Kantonsschule Musegg zur Premiere ihres Musicals «Wette, es merkt’s niemer?». Damit gibt die Regisseurin Lisa Bachmann ihr letztes Schultheaterprojekt ab. «Ich freue mich sehr auf diese Premiere. Gleichzeitig erfasst mich eine gewisse Wehmut», sagt sie, wenn sie an den morgigen Tag denkt. «Ich habe um die sechzig Stücke an Schulen inszeniert, die meisten davon selbst geschrieben und mit den Schülern zusammen entwickelt», sagt sie rückblickend.

Lisa Bachmann gilt wohl als die Theaterpädagogin an Luzerns Schulen. Im Jahr 1978 gab sie erste Kurse am städtischen Lehrerseminar – seither habe der Name «mindestens fünfmal gewechselt», so Bachmann. 1979 bekam sie dort ihre erste Anstellung als Lehrerin für das Freifach Theater. Zwanzig Jahre lang leitete sie dasselbe Freifach dann auch am Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum Luzern. «Meine Aufgabe war es, mit Theaterspiel die Persönlichkeitsentwicklung und die Spielfreude der jungen Menschen zu fördern.» Es sei immer ihr schönster Lohn gewesen, wenn die Schüler entdeckt hätten, dass sie selber den Raum füllen würden – und nicht etwa aufwendige Kulissen.

Eine feste Grösse der Theaterszene

Die gebürtige Luzernerin wurde vergangenen Dezember 65 Jahre alt und ist nun pensioniert. Im Ruhestand ist sie damit aber noch lange nicht. Lisa Bachmann ist auch ausserhalb des Schultheaters eine feste Grösse der Luzerner Theaterszene. Seit 1991 ist sie freiberuflich tätig als Regisseurin, Autorin, Schauspielerin und Produktionsleiterin. So sieht man sie unter anderem bei «luki*ju», einem professionellen Theater in Luzern für Kinder, die auf und hinter der Bühne mitwirken können. Und was wäre Ecco Rondo – das junge Luzerner Theater – ohne Lisa Bachmann? Sie leitet es schon seit 22 Jahren. Diesem innovativen Ensemble bleibt sie übrigens weiterhin treu: «Einerseits bin ich als freiberufliche Theaterschaffende auch nach der Pensionierung auf Aufträge angewiesen. Andererseits kann und will ich mir ein Leben ohne Theater nicht vorstellen.»

Insgesamt ist Lisa Bachmann stark mit der Luzerner Theaterszene verwoben. Als Präsidentin der Stiftung Kleintheater hat sie eine sehr enge Bindung zu dieser Kulturstätte und deren Leitung. Dadurch ist sie auch eine genaue Beobachterin der Theaterszene: «Ich glaube, die freie und die institutionelle Theaterszene ist auf einem guten Weg. Synergien werden genutzt, und die Menschen machen ihre Arbeit gut.»

Radiosendung war Schlüsselerlebnis

Erste Schultheatererfahrungen sammelte Lisa Bachmann mit ihren Erstklässern, die sie damals unterrichtete. «Wir übten kindgerechte Stücke ein und spielten sie in Altersheimen.» Eine Radiosendung verschaffte der damals 22-Jährigen ein Schlüsselerlebnis: «Ich hörte vom neuen Beruf der Theaterpädagogin und wusste sofort: Das stimmt für mich!»

Sie sei ganz naiv an die Aufnahmeprüfung nach Zürich gegangen, umgeben von hochbegabten jungen Schauspielern. «Ich dachte, wo bin ich da nur gelandet?» Doch offenbar spürten die Experten, welches Talent als Theaterpädagogin in ihr schlummerte und liessen sie zu. «Die Schauspielschule hingegen hätte ich wohl nicht bestanden», blickt sie zurück. Dreieinhalb Jahre habe sie die Vollzeitschule durchgehalten, sie zu bestehen habe viel Wille und Kraft gekostet.

Ihre Nachfolge an beiden Schulzentren übernimmt die Theaterpädagogin Nicole Davi. «Ich hoffe, dass beide Schulleitungen weiterhin Wert darauf legen, dass Theater ein fester Bestandteil des Angebots bleibt», so Bachmann. Ihr bleibt nun etwas mehr Zeit, ihren Hobbys Lesen, Skifahren und Kochen nachzugehen. Und eine Wunschrolle hat sie auch: «Ich möchte gerne mal ein Grosi spielen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.