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LUZERN: Nach Aufhebung der Baubewilligung herrscht grosser Frust bei der Hotelfachschule

Die Stadt Luzern sagt Ja, der Kanton Nein – Schuldirektorin Christa Augsburger ist nach dem Gerichtsentscheid verärgert: Nicht zuletzt, weil die Planung bereits zwei Millionen Franken verschlungen hat.
Sandra Monika Ziegler
Schuldirektorin Christa Augsburger vor dem Abrissobjekt. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 19. Februar 2018))

Schuldirektorin Christa Augsburger vor dem Abrissobjekt. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 19. Februar 2018))

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Die Aufhebung der städtischen Baubewilligung durch das Luzerner Kantonsgericht trifft die Stiftung Schweizerische Hotelfachschule Luzern (SHL) in ihren Zukunftsplänen. Denn auf ihrem Grundstück an der Halden­strasse 41 wollte die SHL einen 26 Millionen Franken teuren Bau für neue Schulräume und Studios für Studierende bauen und deshalb das bestehende Gebäude abreissen. Doch daraus wird vorerst nichts (Ausgabe vom Samstag). Deshalb fehlen Kapazitäten für die Weiterentwicklung der Schule zu einem Kompetenzzentrum für Aus- und Weiterbildung in Hospitality Management.

«Damit haben wir nicht gerechnet. Der Gerichtsentscheid hindert uns primär nicht in der Weiterführung des bestehenden Bildungsganges, sondern in der Weiterentwicklung des Unternehmens», erklärt Christa Augsburger, Direktorin SHL, und fügt an: «Es kann doch nicht sein, dass Stadt und Kanton ständig anders entscheiden. Das erzeugt Rechtsunsicherheit, die auch das weitere Vorgehen beeinflusst.»

Weiterzug ans Bundesgericht ist noch offen

Bisher hat die SHL rund zwei Millionen Franken Planungskosten ausgegeben. Ob sie das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen wird, ist noch nicht entschieden. Für die Schule ist der Entscheid nicht nachvollziehbar. Denn, so Augsburger, die SHL hatte stark auf zwei unabhängige externe Gutachten vertraut: «Beide haben die Unwirtschaftlichkeit des Gebäudes bestätigt.» Die Wirtschaftlichkeit war jedoch bei der Beurteilung durch das Luzerner Kantonsgericht nicht massgebend. Sondern: Das Gebäude an der Haldenstrasse 41 befindet sich in der Ortsbildschutzzone B, und hier gilt ein strenges Abbruchverbot. Seit der Revision von 2013 ist das Grundstück von der Ortsbildschutzzone C in die Schutzzone B umgezont worden.

Die Umzonung sollte eine Vereinfachung bei Bewilligungsverfahren bringen, doch das Gegenteil ist der Fall. Planende beklagen zunehmend eine Rechtsunsicherheit. Das hat auch FDP-Grossstadtrat Rieska Dommann aufgenommen. In seiner im Herbst eingereichten Motion fordert er die Stadt auf, mehr Rechtssicherheit zu schaffen und den Schutz auf einzelne, wirklich schützenswerte Gebäude zu beschränken. So sollen Abrisse künftig auch dann ausnahmsweise erlaubt werden, wenn ein wesentliches öffentliches Interesse besteht. Dies allerdings verlangt eine Änderung des Bau- und Zonenreglementes, wie der städtische Baujurist Daniel Bernet in der Samstagsausgabe erklärte.

Neubau «in verträglicher Grösse» gefordert

Unzufrieden sind auch diejenigen, die sich an diesem nüchternen Zweckbau aus den 70er-Jahren – zu dem das ehemalige Personalhaus zählt – stören. Sie stehen einem Abriss zwar positiv gegenüber, legen aber ihren Fokus auf den geplanten Ersatzbau. Und dieser ist, wie Hans Renggli, einer der Einsprecher, sagt, «disproportioniert und opfert durch seine Mächtigkeit den Park­aspekt». Der Entscheid des Luzerner Kantonsgerichts und die Rückweisung des Baugesuchs an die Baudirektion schaffen laut Renggli nun Zeit, das Neubauprojekt zu redimensionieren: «Das Personalhaus zu schützen, ist absurd. Ein qualitätsvoller Ersatz wäre ein Gewinn – freilich nicht in der unverträglichen Grösse des aktuellen Projekts.»

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