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LUZERN: Nach dem Abbau braucht es bei der Stadtverwaltung wieder neue Stellen

Seit dem Stellenabbau vor zwei Jahren sind in der Luzerner Stadtverwaltung mehr als 20 Arbeitsplätze entstanden. Die Schaffung weiterer Stellen ist geplant – was vom Interpellanten mit Skepsis aufgenommen wird.
Ein Mann tippt in einem Büro auf einer Tastatur. (Symbolbild Keystone)

Ein Mann tippt in einem Büro auf einer Tastatur. (Symbolbild Keystone)

Nachdem die Stadt Luzern 2015 aus Spargründen zahlreiche Stellen abgebaut hat, sind in den letzten beiden Jahren wieder mehr als 20 Stellen geschaffen worden. Dies geht aus der Antwort des Stadtrats auf eine Interpellation von Albert Schwarzenbach (CVP) hervor. In der ausführlichen Antwort begründet der Stadtrat die Schaffung jeder einzelnen Stelle.

Grundsätzlich seien die Stellen auf das Erbringen neuer Dienstleistungen, das Volksbegehren und Gesetzesänderungen zurückzuführen, so der Stadtrat. Als Beispiele nennt er die Einführung des zweijährigen Kindergartens sowie die schulergänzende Betreuung von Kindern und Jugendlichen.

Mehrkosten von 1,9 Millionen Franken

«Wir haben Stellen erweitert, um Entwicklungen zu ermöglichen und die zusätzliche Nachfrage zu decken. Die neuen Stellen sind kein Ersatz für die im Sparprogramm abgebauten Arbeitsplätze», stellt Stadtpräsident Beat Züsli (SP) klar. Man wolle den Stellenabbau von 2015 nicht rückgängig machen. Damals wurden mehr als 40 Stellen reduziert.

Von September 2016 bis Juli 2017 hat der Stadtrat insgesamt 21,5 Vollzeitstellen bewilligt. Dar­aus entstehen jährliche Mehrkosten in der Höhe von 1,9 Millionen Franken. Rund die Hälfte der Stellen entfällt auf den Ausbau der schulergänzenden Betreuung in der Volksschule. Auch für die Quartierarbeit, das Stadtarchiv und die neue Anlaufstelle für Altersfragen sind neue Stellen aufgenommen worden.

Ausbau soll Nachfrage decken

Einige Arbeitsplätze wurden nicht neu geschaffen, sondern lediglich übernommen. Das betrifft beispielsweise das Personal des Bibliotheksverbandes, das neu bei der Stadt Luzern angestellt ist. «Diese Stellenübernahme ist nicht erfolgswirksam. Das heisst, unsere Rechnung wird durch die Stellen in der Bibliothek nicht verändert», erklärt Beat Züsli. So belaufe sich die Zahl der Stellen, welche die Finanzlage der Stadt tangieren, auf rund 15. Züsli fügt an: «Von den 15 erfolgswirksamen Stellen sind 10 auf den Ausbau der schulergänzenden Betreuung zurückzuführen. Diese sind durch die hohe Nachfrage absolut gerechtfertigt.»

Im Budget 2018 sieht der Stadtrat zudem vor, weitere sechs unbefristete Vollzeitstellen zu schaffen. Diese sollen besonders in den Bereichen Digitalisierung und Projektmitarbeit eingeführt werden. Für die letzten beiden Jahre der Legislaturperiode hat der Stadtrat ebenfalls verschiedene Stellenerweiterungen geplant. Die konkreten Entwicklungen seien jedoch zurzeit noch nicht absehbar, so der Stadtrat. Er verweist darauf, dass Stellenanpassungen immer genau geprüft werden. «Wir führen nur dann neue Stellen ein, wenn wir dadurch einen Mehrwert oder einen Effizienzgewinn erwarten. Oftmals sind für Projekte zuerst Investitionen – also Stellenressourcen – notwendig, bevor der Erfolg sichtbar wird», erklärt Züsli und nennt als Beispiel die Digitalisierung.

«Stellenfrage immer sorgfältig anschauen»

Die Fragen des Interpellanten CVP-Grossstadtrat Albert Schwarzenbach konnten mit der Antwort des Stadtrates geklärt werden, wie dieser auf Anfrage sagt: «Das Ziel, umfassend über die neuen Stellen informiert zu werden, ist erreicht. Wir möchten Transparenz, damit es nicht zu einem schleichenden Stellenausbau kommt, den wir vielleicht später bereuen.» Er habe ein gewisses Verständnis, dass neue Stellen geschaffen wurden. Trotzdem sei es ihm ein Anliegen, dass dieser Trend nicht so weitergehe. «In relativ kurzer Zeit sind mehr als 20 neue Personen angestellt worden. Mir bereitet das Sorgen», erklärt Schwarzenbach und fügt an, dass immer Gründe gefunden werden könnten, um neue Stellen zu generieren.

Langfristig sei es wichtig, sich nicht von der momentan guten Finanzlage der Stadt Luzern blenden zu lassen, bemerkt der langjährige Grossstadtrat: «Man sollte in guten Zeiten sparen, damit man in der Not genug hat.» Zudem warnt Schwarzenbach vor kommenden Entwicklungen: «Es könnten in den nächsten Jahren Aufgabenverschiebungen vom Kanton auf die Gemeinden erfolgen. Diese zusätzliche Belastung ist ein weiterer Grund, die Stellenfrage immer sehr sorgfältig anzuschauen.»

Denn mit jeder neu geschaffenen Stelle würden die Fixkosten steigen und in finanziell schwierigeren Zeiten eine weitere Belastung darstellen. «Anstelle der unbefristeten Stellen würde es aus meiner Sicht Sinn machen, vermehrt befristet Personal einzustellen und nach einiger Zeit zu überprüfen, ob die Stelle nötig ist oder nicht», schlägt Schwarzenbach vor.

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

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