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LUZERN: Nach dem Zugunglück in Luzern: Vernachlässigt der Bund die Sicherheit?

CVP-Ständerat Konrad Graber fordert vom Bundesamt für Verkehr, die Verletzlichkeit des Bahnnetzes bei der Beurteilung von Projekten zu berücksichtigen. Auch SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo will den Druck auf den Bund verstärken.
Alexander von Däniken
Der Unglückszug der Trenitalia am Mittwochabend. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 22. März 2017))

Der Unglückszug der Trenitalia am Mittwochabend. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 22. März 2017))

Nach dem Zugunfall vom Mittwochnachmittag läuft im Bahnhof Luzern praktisch nichts. Nur die Zentralbahn verkehrt wieder normal. Viel läuft hingegen auf dem politischen Parkett. Befürworter und Gegner des Durchgangsbahnhofs sehen im Blackout eine Chance auf eine raschere Behebung des Nadelöhrs. Auch Parteien wie die Grünen nehmen das Unglück zum Anlass, vehement eine Lösung zu fordern (Ausgabe vom Freitagund Kasten).

Auch die Luzerner Bundespolitiker springen jetzt auf den Zug auf. CVP-Ständerat Konrad Graber (Kriens) hat dem Präsidenten der ständerätlichen Verkehrskommission mitgeteilt, dass er anlässlich der kommenden Sitzung vom 3. April unter dem Traktandum über den Ausbauschritt 2030/35 auch das aktuelle Ereignis in Luzern thematisieren will. Neben einer Beurteilung des Unfalls im Bahnhof Luzern mit ersten Schlussfolgerungen auf kommende Ausbauschritte soll das Bundesamt für Verkehr auch darauf eingehen, ob bei der Priorisierung der Module im Rahmen des Ausbauschrittes ein Beurteilungsfaktor vorgesehen ist, welcher der Verletzlichkeit des Netzes infolge eines solchen oder ähnlichen Vorfalls Rechnung trägt. Auch erwartet er Antworten auf die Fragen, ob Sofortmassnahmen zu ergreifen sind und welche Massnahmen schweizweit erforderlich sind, um künftig solche Blackouts zu verhindern, und welche Auswirkungen dies auf den Ausbauschritt 2030/35 hat.

Kommission soll Weichen für Vorfinanzierung stellen

Luzern und die Zentralschweiz hängen bekanntlich noch in der Luft, wenn es um die Finanzierung des Durchgangsbahnhofs geht. Weder ist klar, ob es das Projekt in den erwähnten Ausbauschritt schafft noch wie es vorfinanziert werden kann. Genau diese Vorfinanzierung ist aufgrund eines früheren Begehrens von Graber bereits Thema der Kommissionssitzung.

Geht es nach Konrad Graber, hat der Unfall dazu geführt, dass das Luzerner Nadelöhr nun schweizweit bekannt geworden ist. «Dieser Unfall hat diesbezüglich mehr Wirkung als jeder Flyer.» Er vermutet, dass der Bund bis jetzt zu wenig Gewicht auf die Sicherheit und Netzstabilität gelegt hat, wenn es um die Priorisierung der geplanten Bahnprojekte ging. Das schmälere übrigens keineswegs das Notfalldispositiv, welches von Anfang an sehr gut gegriffen habe: «Da kann ich die involvierten Transportunternehmungen nur loben. Die machen einen fantastischen Job», sagt Graber. Trotzdem: Zum Normalfall soll das nicht werden: «Es kann nicht sein, dass die SBB von Reisen nach Luzern abraten.» Graber ist nun zuversichtlich, «dass sich bei der Prioritätensetzung etwas ändert».

Im Gegensatz zum Ständerat sitzt im Nationalrat kein einziger Zentralschweizer Politiker in der Verkehrskommission. Das bedauert SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo (Rothenburg) auf Anfrage. Sie habe bereits versucht, in die Verkehrskommission zu kommen. Das sei aber bisher nicht möglich gewesen, da sie mit der Wirtschaftskommission bereits in einem gewichtigen Gremium Einsitz habe. «Ich bin aber zuversichtlich, dass es früher oder später eine Zentralschweizer Vertretung in der Verkehrskommission geben wird», sagt Birrer-Heimo. Bis dahin will auch sie den Druck verstärken, um die Realisierung des Durchgangsbahnhofs voranzutreiben. «Einen Unfall wie am Mittwoch wünscht sich niemand. Aber er zeigt auch der ganzen Schweiz auf, welche Probleme wir mit dem Nadelöhr haben.» Gerade auf der wichtigen Nord-Süd-Achse zeige sich die Bedeutung Luzerns als schweizweiter Knotenpunkt.

Wie Konrad Graber ist auch Prisca Birrer-Heimo der Ansicht, dass die Berechnungsgrundlagen für die Priorisierung grosser Bahninfrastrukturprojekte unvollständig sind. Birrer-Heimo: «Ich kann mir gut vorstellen, diesbezüglich einen weiteren Vorstoss einzureichen.» Das könnte sie in der Sondersession tun, die der Nationalrat vom 2. bis 4. Mai abhalten wird.

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch

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