Luzern
Nach neuen Einreiseregeln: So kontrolliert der Kanton Ferienrückkehrende ohne Covid-Zertifikat

Seit bald einem Monat müssen ungeimpfte und nicht-genesene Einreisende zweimal einen negativen Coronatest vorweisen. So schreibt es der Bund vor – die Kontrolle liegt bei den Kantonen.

Livia Fischer
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Eine Apothekerin macht bei einem Mann einen Abstrich für einen Covid-19-Antigen-Schnelltest.

Eine Apothekerin macht bei einem Mann einen Abstrich für einen Covid-19-Antigen-Schnelltest.

Bild: Keystone

Die Herbstferien sind fast vorbei, immer mehr Familien kehren aus einer Auszeit im Ausland zurück. Von Montag bis Freitag waren es im Kanton Luzern um die 560 Personen, die ohne Impf- oder Genesenenzertifikat einreisten; am Wochenende dürften laut David Dürr, Leiter Dienststelle Gesundheit und Sport, noch mehrere hundert dazukommen.

Erfasst werden sie, weil ungeimpfte und nicht-genesene Einreisende in die Schweiz seit dem 20. September ein negatives Testresultat vorweisen müssen. Zudem gilt: Vier bis sieben Tage nach der Einreise muss ein zweiter Test gemacht und das Resultat der kantonalen Gesundheitsbehörde gemeldet werden. Diese steht denn auch in der Verantwortung, die Einhaltung der Vorgabe des Bundes zu kontrollieren. Wie sie das machen, ist laut Bundesamt für Gesundheit den Kantonen überlassen.

Kanton macht 60 Stichproben pro Tag

In Luzern erfolgt die Kontrolle inzwischen mittels automatisierten Stichproben; pro Tag werden deren 60 vorgenommen. Die Zuständigkeit dafür liegt bei der Dienststelle Gesundheit und Sport. Dürr ist davon überzeugt, dass Stichproben das richtige Vorgehen sind: «Wir erachten diese Praxis als eine praktikable und effiziente Umsetzung des Bundesbeschlusses. Zudem deckt sich dieses Vorgehen gemäss unserer Kenntnis mit dem Vorgehen in anderen Kantonen.»

Zwar habe der Kanton «sämtliche Reiserückkehrende im Blickwinkel», alle könne und wolle er aber nicht überprüfen. So werden dem Kanton beispielsweise auch Touristinnen und Touristen gemeldet, die kürzer als vier Tage in Luzern bleiben – diese sind von der Pflicht eines zweiten Tests ausgenommen. «Darum ist die Zahl derjenigen Personen, die wir wirklich überprüfen können, deutlich kleiner als die Gesamtzahl der Reiserückkehrenden inklusive Touristinnen und Touristen, die uns gemeldet werden», schreibt Dürr.

Testergebnisse werden nicht erfasst

So funktioniert das Ganze: Wer in die Schweiz einreist – egal ob geimpft, genesen oder negativ getestet – muss ein Einreiseformular ausfüllen. Für Besitzerinnen und Besitzer eines Covid-Zertifikats ist die Sache somit erledigt. Alle anderen müssen wie oben beschrieben in der Schweiz erneut einen PCR-Test oder Antigen-Schnelltest machen und das Resultat der zuständigen Behörde in Form eines Covid-Testzertifikats mitteilen. Damit die Kantone dies überprüfen können, leitet der Bund ihnen die entsprechenden Kontaktdaten aus den Einreiseformularen weiter.

Daraus entsteht eine Datenbank, in der alle Personen gespeichert sind, die dem Kanton ihre Testergebnisse mitteilen müssen. Werden diese vorgabegemäss eingereicht, werden sie via installiertes Programm mit der Datenbank abgeglichen. Wie viele der Getesteten positiv waren, weiss die Luzerner Behörde nicht. Dürr erklärt: «Wir erfassen nur die Zustellung des Testergebnisses. Ob dieses positiv oder negativ ist, notieren wir nicht gesondert.» Denn werde jemand positiv getestet, erfolge ein PCR-Test. Falls dieser wiederum positiv sei, übernehme das Contact-Tracing, und die betroffene Person müsse sich in Isolation begeben.

280 Bussen wegen nicht ausgefüllter Einreiseformulare

Und was passiert, wenn der Kanton bei einer Stichprobe merkt, dass ein Resultat nicht eingereicht wurde? «Dann schicken wir dieser Person eine freundliche Erinnerung mit der Aufforderung, uns das notwendige Testergebnis zuzustellen», so Dürr. Ob und in welchen Fällen bei erneutem Versäumnis eine Busse droht, lässt der Dienststellenleiter unbeantwortet. Übrigens: Wer kein Einreiseformular ausfüllt und an der Grenze kontrolliert wird, muss mit einer Busse von 100 Franken rechnen. Wie der Bund auf Anfrage mitteilt, hat die Eidgenössische Zollverwaltung in den ersten drei Wochen schweizweit 280 solcher Bussen ausgesprochen.

Ein Fazit dazu, wie gross der Anteil der kontrollierten Leute ist, die den Test vorgabegemäss gemacht und das Ergebnis dem Kanton von sich aus mitgeteilt haben, kann Dürr noch nicht ziehen. Seit Montag erfolgt die Stichprobe mit automatisierten Prozessen. «Bis wir hierzu eine Aussage machen können, müssen neun Tage abgewartet werden», so Dürr. Und: «Bei den Reiserückkehrenden, die sich zuvor bei uns gemeldet haben, müssen die Rückmeldungen von Hand erfasst und mit der Datenbank abgeglichen werden. Diese Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen.»

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