LUZERN: Nachtleben: Stadt und Kanton verstärken Einsatz

Stadt und Kanton haben ihre gemeinsame Haltung zum Umgang mit den Auswirkungen des Nachtlebens und der Benutzung des öffentlichen Raums festgelegt. Die Luzerner Polizei wird ab dem Sommer ihr Angebot auf Stadtgebiet mit dem Projekt CityPlus noch stärker auf die Bedürfnisse der Stadtluzerner Bevölkerung ausrichten.

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Nachtschwärmer geniessen den Ausgang in der Bar beim Bahnhofplatz in Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Nachtschwärmer geniessen den Ausgang in der Bar beim Bahnhofplatz in Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Seit rund zehn Jahren wird in Luzern der öffentliche Raum von immer mehr Personen intensiver, länger und individueller genutzt. Dieses Phänomen ist auch in anderen Zentrumsstädten der Schweiz deutlich spürbar. In Luzern sollen mit geeigneten Massnahmen die negativen Auswirkungen der intensiven Nutzung nachhaltig weiter minimiert werden, wie  die Stadt Luzern am Montag mitteilt. Der Luzerner Stadtrat und Regierungsrat sind sich einig, dass der in den letzten Jahren eingeschlagene Weg weiterverfolgt werden soll.

Stadt- und Regierungsrat seien sich weiter einig, dass das Nachtleben nicht weiter zunehmen, sondern auf dem heutigen Stand gehalten werden soll. Die Qualität des Nachtlebens soll durch die enge Zusammenarbeit mit Clubs und Bars weiter verbessert werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Geltende Gesetze, Regeln und Normen werden klar kommuniziert und durchgesetzt. Bei Bedarf werde punktuell auch mehr Repression oder mehr Toleranz notwendig sein. Weiter soll die Zusammenarbeit mit sozialen Institutionen ausgebaut werden. Stadtrat und Regierungsrat lehnen sowohl eine ausschliesslich repressive als auch eine durchwegs liberalisierte Vorgehensweise ab.

Unter der Federführung der Stadt erarbeiten Stadt und Kanton nun gemeinsam eine «Strategie Nachtleben und öffentlicher Raum» für den öffentlichen Raum in der Stadt Luzern. Ziel ist es, dass Massnahmen vorausschauend geplant und damit langfristig und nachhaltig eine Verbesserung erzielt werden kann. Damit sollen die Situation im öffentlichen Raum verbessert und die Einsatzkräfte in den Bereichen Sicherheit und Reinigung entlastet werden.

Die Projektgruppe ist nun vom Sicherheitsausschuss von Regierungs- und Stadtrat beauftragt worden, die bestehenden Massnahmen auf ihre Wirkung zu prüfen und weitere Massnahmen auszuarbeiten. Als Basis dazu dienen der Sicherheitsbericht 2013 der Stadt Luzern, die Studie «Städtisches Nachtleben – Situationsanalyse und mögliche Vorgehensweisen» des Schweizerischen Städteverbandes von 2012 und das Konzept Nachtleben der Stadt Bern von 2013.

Luzerner Polizei ab Sommer mit neuem Einsatzelement

Die Abteilung Sicherheitspolizei Stadt der Luzerner Polizei führt ab Sommer das neue Einsatzelement CityPlus ein. Dieses verfolgt die Philosophie von Community Policing, was am besten mit gemeinschaftsorientierter Polizeiarbeit oder bürgernaher Polizei zu definieren ist. Zentral dabei sei die Vernetzung mit den Partnerorganisationen im öffentlichen Raum – etwa SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention) oder mit Quartiervereinen – sowie sichtbare präventive Präsenz und gezielte Schwerpunktaktionen. Mehrere Städte in der Schweiz haben ähnliche Konzepte. CityPlus sei aber speziell auf die Bedürfnisse der Stadt Luzern ausgelegt. Das Projekt wurde unter Einbezug der Mitarbeitenden der Sicherheitspolizei Stadt entwickelt.

Dieses Einsatzelement befasst sich primär mit der Spezialversorgung und ist sowohl präventiv als auch repressiv tätig. Neben der Bewirtschaftung der Brennpunkte gehören weitere Einsatzfelder dazu, beispielsweise präventive Präsenz in der Alt- und Neustadt, Begleitung von grossen Anlässen sowie andere sicherheitspolizeiliche Aufgaben. Die Sicherheitspolizei Stadt kann somit flexibler auf Phänomene auf dem Gebiet der Stadt Luzern reagieren, unter anderem auch durch die Vernetzung und aktive Zusammenarbeit mit den Partnern im öffentlichen Raum.

Bei gleichbleibendem Bestand an Stellen werde Personal aus den anderen Einsatzzügen und aus anderen Aufgabenbereichen in dieses Element verschoben. CityPlus wird innerhalb einer flexiblen Monatsplanung lage-, ereignis- und bedarfsgerecht eingesetzt und wird vorab durch angepasste Massnahmen an den relevanten Orten und zu den relevanten Zeiten für eine Erhöhung der subjektiven und objektiven Sicherheit beitragen. Die Luzerner Polizei werde unmittelbar vor dem Start des neuen Einsatzelements detaillierter informieren.

pd/nop