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LUZERN: Neue Computer für 25 Millionen Franken

Für den Ersatz von PCs, Laptops und Tablets greift der Kanton tief in die Kasse. Über 10 000 Geräte werden ab Sommer 2016 installiert – von teuren externen Spezialisten.
Alexander von Däniken
«Das Ziel bleibt, inskünftig noch mehr auf interne Fachleute zu setzen.» Andreas Raeber, Leiter Dienststelle informatik (Bild: pd)

«Das Ziel bleibt, inskünftig noch mehr auf interne Fachleute zu setzen.» Andreas Raeber, Leiter Dienststelle informatik (Bild: pd)

Alte Computer sind langsam, wartungsintensiv und von neuen Programmen überfordert. Beim heimischen Rechner ist nach dem Gang zum Elektronikmarkt alles erledigt, für eine Verwaltung stellt der Ersatz von rund 10 000 Geräten eine ganz andere Herausforderung dar. So viele «betreute ICT-Arbeitsplätze» hat der Kanton Luzern nämlich gemäss aktuellem Finanzplan dieses Jahr. Mit knapp 110 Vollzeitstellen sorgt die Dienststelle Informatik (DIIN) für einen möglichst reibungslosen Betrieb.

Die DIIN sucht jetzt nach Anbietern von neuen Geräten, wie ein Blick ins Ausschreibungsportal Simap verrät. Die seit 28. November laufende Ausschreibung ist in vier Lose – sprich: Gerätearten wie Notebooks oder Desktops – aufgeteilt, wobei es den Anbietern freigestellt ist, bis am 15. Januar 2016 auf eines oder mehrere Lose zu offerieren.

Ersatz dauert vier bis fünf Jahre

Benötigt werden insgesamt 10 142 neue Desktop-Computer und Notebooks. Die Beschaffung läuft unter dem Titel «standardisierter IT-Arbeitsplatz iWP 2.0». Dieser taucht auch im Finanzplan auf: Zwischen 2015 und 2020 sind dafür 24,8 Millionen Franken reserviert.

In diesem Betrag sind auch die Kosten von externen Mitarbeitern enthalten, ebenso sämtliche Serviceleistungen, wie DIIN-Leiter Andreas Raeber auf Anfrage erklärt. Das Projekt sei im Wesentlichen ein regulärer Ersatz der PCs und Notebooks, welche in der Regel fünf bis sechs Jahre alt sind. Der Rollout, also die gestaffelte Installation und Inbetriebnahme der Geräte, dauere vier bis fünf Jahre. Die Computer hätten ihren Lebenszyklus durch den täglichen Einsatz erreicht.

«Zweckmässig und effizient»

Es handle sich um eine normale Ersatzbeschaffung mit dem Ziel, «den Mitarbeitern zweckmässige und effiziente Arbeitsmittel anzubieten», so Raeber. «Effizient bedeutet auch immer kostensparend. Wir haben für alle Kategorien einen Rahmen gesetzt, jedoch ohne irgendwelche Abnahmeverpflichtungen. Damit wollen wir einerseits von den kostengünstigsten Konditionen profitieren, andererseits vom Technologiefortschritt und uns gleichzeitig die Flexibilität für den Bedarf sichern, wie wir ihn beispielsweise in den Jahren 2019/2020 benötigen werden.»

Die Dienststelle Informatik muss gut haushalten. In der Budgetdebatte vom 1. Dezember hat das Kantonsparlament das Globalbudget der DIIN für nächstes Jahr um eine Million Franken gekürzt. Wo genau gespart wird, ist laut Dienststellenleiter Raeber noch Gegenstand einer Analyse. «Wir prüfen ein ganzes Bündel von Massnahmen, um eine Million Franken einsparen zu können.» Theoretisch könnte man den Lebenszyklus der Computer auf sechs bis sieben Jahre erweitern, was die Abschreibungen reduziere, «aber wiederum die Supportkosten erhöht». Raeber: «Wir wollen ganz klar Kosten nachhaltig sparen und nicht mit Scheinlösungen anderweitig neue, höhere Kosten verursachen.»

Gesucht: Fünf Spezialisten

An der Budgetdebatte erklärte Finanzdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos), dass er künftig für seine Dienststelle so weit wie möglich auf interne Fachleute setzen wolle. Angestellt seien diese günstiger als von extern «zugemietet». Nur: Für das Installieren der neuen Geräte sucht die DIIN externe Fachleute. Gemäss einer separaten Ausschreibung werden ein Qualitätsverantwortlicher, ein Gesamtprojektleiter, ein Projekt- und Teilprojektleiter, ein Windows-Schnittstellen-Ingenieur und eine weitere Person zur Unterstützung gesucht – also insgesamt fünf Fachleute, die gemäss Ausschreibung ab dem zweiten oder dritten Quartal 2016 verfügbar sein sollen.

Dazu Raeber: «Das Ziel bleibt unverändert, inskünftig noch mehr auf interne Fachleute zu setzen.» Es gelte der Grundsatz, dass in erster Linie die eigenen Mitarbeitenden ausgelastet und die Externen erst im Ausnahmefall als «Überlauf» eingesetzt werden. «Dieser tritt vor allem dann ein, wenn wir im Bereich Netzwerk keine spezialisierten Leute auf dem Markt finden können.» Die Kosten für die nun gesuchten Experten würden je nach Projekt und deren Umfang einzeln ermittelt.

Alexander von Däniken

750 PCs für Spital

Beschaffung avd. Durch eine hohe Stückzahl sinkt bei Geräten der Einzelpreis. Wie stark, hängt laut einem Branchenkenner von individuellen Abmachungen und allfälligen Serviceleistungen ab. Offenbar hat der Grosseinkauf des Kantons aber organisatorische Grenzen. Mit einer separaten Ausschreibung, die bis am 13. Januar läuft, will nämlich das rechtlich eigenständige, aber dem Kanton gehörende Luzerner Kantonsspital 750 Desktop-PCs beschaffen, mit Tastatur, Maus und Betriebssystem-Lizenz, aber ohne Bildschirm. Details dazu gibt das Luzerner Kantonsspital keine preis, es verweist auf Anfrage auf die laufende Beschaffung.

Kanton: Kein Mehrwert
Laut Andreas Raeber, Leiter der kantonalen Dienststelle Informatik, habe eine gemeinsame Ausschreibung keinen Sinn gemacht, weil das Kantonsspital mit ganz anderen Eckwerten rechne als der Kanton; etwa was die Zahl der Geräte und die Entscheidungsfindung betreffe. «Eine gemeinsame Ausschreibungen muss für beide Seiten einen Mehrwert bieten.»

Der Kanton Luzern will aufrüsten und unter anderem PC's ersetzen. (Symbolbild / Keystone)

Der Kanton Luzern will aufrüsten und unter anderem PC's ersetzen. (Symbolbild / Keystone)

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