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LUZERN: Neue Ideen gegen den Verkehrskollaps im Seetal

Die Hauptschlagader durch das Seetal ist regelmässig verstopft. Jetzt will der Kanton Luzern mit einem Gesamtverkehrskonzept reagieren. Die Gemeinden sind zufrieden – und hoffen nun auf den Kantonsrat.
Stockender Verkehr durch Eschenbach. (Bild: Philipp Schmidli (Eschenbach, 13. Juni 2014))

Stockender Verkehr durch Eschenbach. (Bild: Philipp Schmidli (Eschenbach, 13. Juni 2014))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Zu Stosszeiten brauchen die motorisierten Verkehrsteilnehmer bei Fahrten durch das Seetal viel Geduld. Die Kapazitätsprobleme führen zu Rückstaus bis nach Inwil und zu stockendem Verkehr beim Autobahnanschluss Buchrain. Am Donnerstag hat die kantonale Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (VIF) nun ein Gesamtverkehrskonzept (GVK) für das Seetal vorgestellt – in Zusammenarbeit mit den involvierten Gemeinden und des Gemeindeverbands Idee Seetal. Das Konzept zeigt auf, wie kritische Räume zu entlasten sind, wie die Alternativen zum motorisierten Individualverkehr gestärkt und wie die Belastung für Siedlung und Landschaft reduziert werden können.

«Wir haben eine Auslegeordnung über das gesamte Seetal gemacht und sämtliche Verkehrsträger berücksichtigt», erklärte Pius Suter, Projektleiter bei der VIF. Nachdem der Kantonsrat die Talstrasse im Herbst 2014 begraben hatte (wir berichteten), war eine Verbesserung entlang der bestehenden Kantonsstrasse K16 ins aktuelle Bauprogramm 2015–2018 aufgenommen worden.

ÖV und Langsamverkehr kaum eine Alternative

Das Konzept ortet im ganzen Seetal Defizite. Einige Ortsdurchfahrten hätten Verbesserungspotenzial. Die Strecken ausserhalb der Dörfer seien zu stark auf den Autoverkehr ausgerichtet. Und durch die Zersiedelung des Gebiets sei der öffentliche Verkehr auch in Kombination mit dem Fuss- und Veloverkehr oft keine gleichwertige Alternative.

Deshalb legt das GVK in einem ersten Schritt den Schwerpunkt auf den Autoverkehr und den ÖV. Die entwickelte Strategie beinhaltet auch Massnahmen. Sie sind allerdings noch nicht konkret und beziehen sich beispielsweise auf die Förderung des Veloverkehrs. Lokale Umfahrungen wie in Eschenbach oder Hochdorf sollen weiter möglich sein. Den Autobahnanschluss Buchrain sieht der GVK zwar als Hauptanschluss für das Seetal – aber nicht nur: Auch Sempach und Rothenburg will man mit einbeziehen. Eine permanente Verkehrsüberwachung soll helfen, Aufschlüsse über die Entwicklung zu erhalten. Lokale Netzzugänge und punktuelle Optimierungen von Knoten sind ebenfalls Gegenstand des Gesamtverkehrskonzepts.

Die erarbeiteten Massnahmen sollen gestaffelt und dort als Erstes umgesetzt werden, wo ein optimales Aufwand- und Ertragsverhältnis und eine Realisierung innert nützlicher Frist besteht. Der Umsetzungshorizont ist mehrstufig. «Wir reden bei der kurzfristigen Variante von 10 Jahren, die langfristige liegt bei 25 Jahren», sagte Suter. Zudem will man Planung und Umsetzung mit den Bundesprojekten wie dem Bypass Luzern abstimmen.

«Die Gemeinden und die Idee Seetal begrüssen das Vorgehen und die Zusammenarbeit mit allen involvierten Partnern», sagte Roland Emmenegger von der Idee Seetal. Das Präsidium und die Gemeindeschreiber der zehn Gemeinden hätten im Juni eine einheitliche Stellungnahme zum GVK-Entwurf unterzeichnet und eingereicht. «Diese solidarische Stimme ist sicherlich ein Meilenstein», so Emmenegger. Zum nun vorliegenden Konzept gebe es aber noch keine Verbandsmeinung. «Wir hätten vom VIF eine noch klarere Aussage, was kurz-, mittel- und langfristig in Jahreszahlen heisst, erwartet.»

Jetzt gelte es, die Kantonsräte für dieses Thema zu sensibilisieren. Das Ziel: «Dass beim Bauprogramm 2019–2022 schon möglichst viele Positionen eingestellt werden.»

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