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LUZERN: Neue Studie: Parkhaus Musegg «ohne unzulässige Beschädigungen an Museggmauer» möglich

Ein unterirdisches Parkhaus sei ohne «unzulässige Beschädigungen an der Museggmauer» möglich, heisst es in einer neuen Studie. Die Denkmalpflege hält dennoch an ihrer ablehnenden Haltung fest.
So soll das Musegg-Parkhaus dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

So soll das Musegg-Parkhaus dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

In die Diskussion um das Projekt Parkhaus Musegg in der Stadt Luzern kommt neue Bewegung. Die Kantonale Denkmalpflege hat die von ihr in Auftrag gegebenen Studien zur technischen Machbarkeit des Projekts öffentlich zugänglich gemacht. Sie reagiert damit auf einen Bericht in unserer Zeitung vom 2. Dezember. Darin hatten wir die Veröffentlichung der Studien verlangt.

Die entsprechenden Gutachten können seit Donnerstag auf der Homepage der Kantonalen Denkmalpflege abgerufen und eingesehen werden. Man habe sich nach dem Bericht in unserer Zeitung sowie nach Rücksprache mit der Musegg Parking AG und dem Luzerner Stadtpräsidenten Beat Züsli zu diesem Schritt entschlossen, sagte die kantonale Denkmalpflegerin Cony Grünenfelder am Donnerstag.

Bevölkerung soll sich eigene Meinung bilden

«Damit gewährleisten wir, dass sich eine breite Öffentlichkeit auf der Basis dieser Unterlagen eine eigene Meinung zum Projekt bilden kann», ergänzte Grünenfelder. Dass der Öffentlichkeit «wichtige Informationen nicht vorenthalten werden», sei auch wichtig mit Blick auf die in der Zwischenzeit lancierte Initiative «Aufwertung der Innenstadt. Kein Diskussionsverbot – Parkhaus Musegg vors Volk».

Das jüngste Gutachten liegt seit August dieses Jahres vor. Es stammt von Andreas Kälin, diplomierter Bauingenieur SIA/ETH und stützt sich auf zwei frühere Studien sowie Probesprengungen, die am 13. Juli dieses Jahres im Musegghügel vorgenommen wurden. In dem am meisten gefährdeten Mauerabschnitt zwischen Zeitturm und Schirmerturm sei mit Geländesetzungen von 2 Zentimetern auf einer Breite von 20 Metern zu rechnen, schreibt Kälin. Dadurch könnten sich am Fuss der 7 Meter hohen Museggmauer vertikale Risse von bis zu 1,4 Zentimetern Breite bilden.

«Diese Risse beeinträchtigen weder die Stabilität noch die Tragfähigkeit der Mauer», hält Kälin fest. «Es handelt sich lediglich um ein ‹optisches Defizit›.» Die zu erwartenden Risse könnten am Ende der Bauzeit «mit einfachen Methoden saniert werden.» Für Kälin ist deshalb klar: «Der Bau des Parkhauses Musegg wird auf Basis des vorgelegten Vorprojektes aus meiner Sicht keine unzulässigen Beschädigungen an der Museggmauer hervorrufen.» Was die wohl unvermeidlichen Risse betrifft, hält Kälin fest: «Die Akzeptanz dieses ‹optischen Defizits› aus Sicht der Denkmalpflege muss separat beurteilt werden.»

«Beeinträchtigung der Authentizität»

Zur Studie Kälin hat die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EDK) bereits eine Stellungnahme abgegeben. Diese ist ebenfalls auf der Website der kantonalen Denkmalpflege einsehbar. Darin heisst es: «Die Mauer muss während der Bauarbeiten und danach rissefrei bleiben. Dieses Ziel wird mit dem vorliegenden Vorhaben nicht erreicht. Es muss entsprechend überarbeitet werden.» Eine Kappung der Verbindung zwischen Denkmal und historischem Baugrund hätte zudem «eine Beeinträchtigung der Authentizität des Denkmals zur Folge». Die EDK hält damit an ihrer bereits früher geäusserten ablehnenden Haltung fest. Auch bei der kantonalen Denkmalpflege gibt es keinen Meinungsumschwung. «Das Projekt Parkhaus Musegg ist in der vorliegenden Form nicht machbar», sagt Cony Gründenfelder.

Hugo Bischof
hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

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