LUZERN: Neue Themenmonate im Bourbaki

«Ein Weg der Menschlichkeit» heisst eine neue Ausstellung im Bourbaki in Luzern. Im Zentrum steht die humanitäre Tradition der Schweiz.

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Besucher begeben sich mit einem iPad und Kopfhörern auf einen virtuellen Parcours, auf dem sie mit einer Schiesserei in Syrien konfrontiert werden. (Bild: PD / Emanuel Ammon)

Besucher begeben sich mit einem iPad und Kopfhörern auf einen virtuellen Parcours, auf dem sie mit einer Schiesserei in Syrien konfrontiert werden. (Bild: PD / Emanuel Ammon)

Das Herzstück der Themenmonate ist die Ausstellung «Ein Weg der Menschlichkeit». Zusammen mit einer Reihe von Veranstaltungen, Filmen, Podiumsdiskussionen und Vorlesungen schlägt sie eine Brücke zwischen dem humanitären Völkerrecht und der Kunst. Kurator ist der Jurist Marco Stoffel. Die Ausstellung wird am 8. Januar eröffnet und dauert bis zum 8. Mai.

Mit den Themenmonaten wollen die Initianten aufzeigen, dass humanitäre Katastrophen, wie sie sich vor Lampedusa oder in Syrien ereignen, uns direkt betreffen, heisst es in einer Medienmitteilung. Wie schon 1871, als die Schweiz 87'000 französische Soldaten aufgenommen hat, werde man in der Ausstellung an die humanitäre Tradition der Schweiz erinnert.

Kurator Marco Stoffel vor einer Fotografie des US-Amerikanischen Künstlers Jeff Wall. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
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In der Parterrehalle des Panoramagebäudes haben das Schweizerische Rote Kreuz, die Hilfswerke sowie die Hochschule Luzern ihre Zelte aufgebaut. (Bild: PD / Emanuel Ammon)
Besucher begeben sich mit einem iPad und Kopfhörern auf einen virtuellen Parcours, auf dem sie mit Landminen in Afghanistan... (Bild: PD / Emanuel Ammon)
... und mit einer Schiesserei in Syrien konfrontiert werden. (Bild: PD / Emanuel Ammon)
Die Besucher werden unter anderem auf die Genfer Konvention aufmerksam gemacht. (Bild: PD / Emanuel Ammon)
In Adaption des Bourbaki Rundgemäldes hat der Schweizer Künstler Christoffer Joergensen ein Foto-Panorama des Flüchtlingslagers der spanischen Exklave Melilla in Marokko erstellt. Auf der Innenseite der kugelförmigen Konstruktion befindet sich ein 360°-Panorama aus 23 nahtlos zusammengefügten Fotografien. Die Kugel kann nicht betreten werden, aber eine Anzahl dreieckiger Öffnungen geben Einblick in ihr Inneres. (Bild: PD / Emanuel Ammon)
Der berühmte kanadische Fotokünstler Jeff Wall erstellte 1993 während den Restaurationsarbeiten am Panorama-Rundbild ein Grossbilddia von 119x490 cm. Das Kunstwerk, welches in einem Leuchtkasten ausgestellt wird, zeigt eine 180º- Aufnahme des Bourbaki Panoramas. Dieses Werk wird erstmals an dem Ort ausgestellt, an dem es geschaffen wurde. (Bild: PD / Emanuel Ammon)
Auch Christoph Rütimann setzt sich mit der Kunstform Panorama auseinander und hat speziell für die Ausstellung eine seiner bekannten Handlauf-Videoarbeiten realisiert. (Bild: PD / Emanuel Ammon)
Er hat das Panorama vor und hinter den Kulissen mit seiner Kamera abgeschritten... (Bild: PD / Emanuel Ammon)
... und sie dabei an allen Geländern entlang geführt. (Bild: PD / Emanuel Ammon)
Dadurch erhält der Betrachter eine ganz neue, lebendige Sicht auf das Kunstwerk von Edouard Castres. (Bild: PD / Emanuel Ammon)
Ausstellung Bourbaki Museum (Bild: PD / Emanuel Ammon)
Ausstellung Bourbaki Museum (Bild: PD / Emanuel Ammon)

Kurator Marco Stoffel vor einer Fotografie des US-Amerikanischen Künstlers Jeff Wall. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Im Parterre des Panoramagebäudes haben das Schweizerische Rote Kreuz, die Hilfswerke sowie die Hochschule Luzern ihre Zelte aufgebaut. Im Informationszelt wird auf interaktive Weise die Bedeutung der Genfer Konvention anschaulich gemacht. Die Besucher erhalten ein iPad mit Kopfhörern sowie eine Armbinde mit den Schutzzeichen des Roten Kreuzes. Damit begeben sie sich auf einen virtuellen Parcours, auf dem sie mit einer Schiesserei in Syrien oder mit Landminen in Afghanistan konfrontiert werden.

In einem weiteren Teil der Ausstellung vermitteln Studierende der Hochschule Luzern - Soziale Arbeit ihre Auseinandersetzung mit der Welt eines Flüchtlings. Drei authentische Geschichten schildern die Flucht aus dem Heimatland in die Schweiz. Sie veranschaulichen die Risiken, die hohen Schmugglerkosten und die Überlebensstrategien in der Sahara. Einen Stock höher, in der Stadtbibliothek, zeigen fünf Asylsuchende Fotos aus ihrem schweizerischen Alltag. Zudem sind weitere Kunstwerke Teil der Ausstellung (siehe Galerie).

Ab Mitte Januar macht ein acht Meter hoher Turm aus Stahlgitter und Draht vor dem Bourbaki auf die Themenmonate aufmerksam. Ersteller ist der deutsche Künstler Thomas Kilpper. Als Prolog zu den Themenmonaten und bis zum 20. Januar zeigt die Kunsthalle Werke von Max Hari, darunter eine Holzskulptur in Panoramaform.

Der «Leuchtturm für Lampedusa» beim Bourbaki-Panorama am Löwenplatz. (Bild: Philipp Schmidli)
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Der Leuchtturm macht auf die Themenmonate im Bourbaki aufmerksam und besteht überwiegend aus Stahlgitter und Draht. (Bild: Emanuel Ammon / AURA)
Ersteller ist der deutsche Künstler Thomas Kilpper. (Bild: Emanuel Ammon / AURA)
Mit den Themenmonaten wollen die Initianten aufzeigen, dass humanitäre Katastrophen, wie sie sich vor Lampedusa oder in Syrien ereignen, uns direkt betreffen. (Bild: Emanuel Ammon / AURA)
Wie schon 1871, als die Schweiz 87'000 französische Soldaten aufgenommen hat, werde man in der Ausstellung an die humanitäre Tradition der Schweiz erinnert. (Bild: Emanuel Ammon / AURA)
Im Parterre des Panoramagebäudes haben das Schweizerische Rote Kreuz, die Hilfswerke sowie die Hochschule Luzern ihre Zelte aufgebaut. Im Informationszelt wird auf interaktive Weise die Bedeutung der Genfer Konvention anschaulich gemacht. (Bild: Emanuel Ammon / AURA)
In einem weiteren Teil der Ausstellung vermitteln Studierende der Hochschule Luzern - Soziale Arbeit ihre Auseinandersetzung mit der Welt eines Flüchtlings. (Bild: Emanuel Ammon / AURA)
Drei authentische Geschichten schildern die Flucht aus dem Heimatland in die Schweiz. (Bild: Emanuel Ammon / AURA)
Leuchtturm vor dem Bourbaki (Bild: Emanuel Ammon / AURA)

Der «Leuchtturm für Lampedusa» beim Bourbaki-Panorama am Löwenplatz. (Bild: Philipp Schmidli)

Hinweis: Am 20. Januar findet ein öffentlicher Anlass mit IKRK-Präsident Peter Maurer statt. Er wird ein Referat halten zum Thema «Die humanitäre Tradition der Schweiz». Am 19. Februar und 12. März finden zudem mit Asylbewerbern Diskussionsabende statt. Infos: www.bourbakipanorama.ch

rem