LUZERN: Neuer Stichtag beim Schuleintritt

Der Kanton Luzern legt den Stichtag für den Schuleintritt um drei Monate zurück. Das Parlament hat am Dienstag per Motion beschlossen, dass die Kinder eines Jahrganges in die erste Klasse eintreten müssen, die vor dem 1. August den sechsten Geburtstag feiern konnten.

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Künftig sind im Kanton Luzern Kinder bei Schuleintritt sechsjährig. (Symbolbild Schulklasse) (Bild: Keystone / Archiv)

Künftig sind im Kanton Luzern Kinder bei Schuleintritt sechsjährig. (Symbolbild Schulklasse) (Bild: Keystone / Archiv)

Bislang war der 1. November der Stichtag. Dieser habe den Nachteil, dass ein Teil der Kinder am Ende der obligatorischen Schulzeit noch nicht 15 Jahre alt sei und deshalb nur mit einer Sonderbewilligung eine Lehre beginnen dürfte, begründete Jakob Lütolf (CVP) seine Motion. Lütolf schätzte, dass 15 bis 20 Prozent der Schulabgänger betroffen seien.

Eine Mehrheit des Rates unterstützte Lütolfs Anliegen, auch wenn die Meinungen in den Fraktionen teilweise gespalten waren. Eine Begründung für eine Zustimmung zur Motion war auch, dass damit Luzern das Schuleintrittsdatum mit anderen Kantonen harmonisieren könne.

Bildungsdirektor Reto Wyss lehnte die Motion ab. Es seien nur etwa 10 Prozent der Schüler betroffen, weil es beim Schuleintritt etwa durch das Recht der Eltern, ihr Kind um ein Jahr zurückzustellen, automatisch Unterschiede gebe. Zudem werde durch die Einführung des zweijährigen (freiwilligen) Kindergartens bis 2016 das Schuleintrittsalter erfahrungsgemäss ansteigen.

Der Rat lehnte die Rückstufung der Motion in ein weniger verbindliches Postulat ab und beschloss den neuen Stichtag unter Namensaufruf mit 79 zu 33 Stimmen. Der Regierungsrat muss somit eine Revision des Volksschulgesetzes einleiten.

sda