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LUZERN: Neues Asylzentrum in der Stadt Luzern

Das ehemalige Pflegeheim Hirschpark in der Stadt Luzern wird für drei Jahre als Asylzentrum genutzt. Das Zentrum soll im Frühling 2014 eröffnet werden und rund 100 Personen Platz bieten.
Im ehemaligen Pflegeheim Hirschpark in der Stadt Luzern wird ein Asylzentrum eingerichtet. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Im ehemaligen Pflegeheim Hirschpark in der Stadt Luzern wird ein Asylzentrum eingerichtet. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Der Kanton ist dringend auf zusätzliche Plätze für neu ankommende Asylsuchende angewiesen. 400 Zentrumsplätze wären notwendig, zurzeit stehen aber nur deren 120 zur Verfügung. Darum habe die Luzerner Regierung beschlossen, die kantonseigene Liegenschaft Hirschpark als Übergangs-Asylzentrum zu nutzen, sagte Sozialdirektor Guido Graf am Montag vor den Medien.

Die Liegenschaft Hirschpark wurde in den letzten Jahren von der Stadt Luzern als Pflegeheim genutzt. Da das Pflegeheim-Sanierungsprogramm der Stadt Luzern abgeschlossen ist, steht sie nun für eine Übergangsnutzung zur Verfügung. Ab 2017 ist eine längerfristige Nutzung durch die Luzerner Psychiatrie vorgesehen.

Die Kosten für den Umbau zum Asylzentrum liegen bei rund 400'000 Franken. Weitere Kosten entstehen dem Kanton gemäss Graf nicht. Denn der Kanton muss die vom Bund zugewiesenen Asylbewerber ohnehin aufnehmen und betreuen. Stehen keine Zentrumsplätze zur Verfügung, müssen die Asylbewerber in Wohnungen untergebracht werden.

Gebäude und Boden der betroffenen Liegenschaft gehören dem Kanton. Die Stadt habe die Baubewilligung für die nötigen Umbauten bereits erteilt, sagte der städtische Sozialdirektor Martin Merki. Laut Guido Graf steht einer Umnutzung zum Asylzentrum nun nichts mehr im Wege - Einsprachen seien nicht mehr möglich, die Umnutzung definitiv.

Spital- und Schulhausareal sind Tabu

Im Asylzentrum Hirschpark sollen Familien, Alleinerziehende und Einzelpersonen untergebracht werden. Eventuell wird in Luzern auch ein Teil der 500 syrischen Kontingentsflüchtlinge unterkommen, welche der Bundesrat aufnehmen will, wie Graf sagte.

Die Asylbewerber werden rund um die Uhr betreut. Als Zentrumsbetreiberin ist die Caritas vorgesehen. Nachts von 22 Uhr bis 7 Uhr wird das Zentrum geschlossen. Es werden Deutschkurse und Beschäftigungsprogramme angeboten. Schulpflichtige Kinder werden im Zentrum unterrichtet und besuchen somit nicht die öffentliche Schule.

Der Kanton definiert in der Umgebung des Asylzentrums sensible Zonen, wo sich die Asylsuchenden nicht aufhalten dürfen. Die Definition der Zonen sei noch nicht abgeschlossen, sagte Graf. Dabei sein werde aber sicher das Areal des St. Karli-Schulhauses sowie ein grosser Teil des Spitalareals.

Für die Einhaltung dieses Zonenverbots sei die Zentrumsbetreiberin zuständig. Für die Sicherheit rund um das Zentrum kommt die Patrouille einer Sicherheitsfirma zum Einsatz. Eine vom Kanton eingesetzte Begleitgruppe soll Probleme frühzeitig erkennen. Über die Details werden die Anwohner an einer Informationsveranstaltung am kommenden Donnerstagabend informiert.

Das Konzept entspricht in weiten Teilen der Forderungen der Stadt. Diese verlangt laut Stadtrat Merki unter anderem, dass die Sicherheit im weiteren Umfeld des Zentrums gewährleistet ist. Zudem sollen Beschäftigungsprogramme angeboten werden, und der Stadt dürften keine Kosten entstehen.

Man sei sich bewusst, dass die Einrichtung eines Asylzentrums bei der umliegenden Bevölkerung Ängste auslöse, sagte Merki. Die Stadt habe mit dem befristeten Asylzentrum Eichhof jedoch gute Erfahrungen gesammelt und könne diese jetzt nützen. Zudem sei die Stadt gemäss Verteilliste verpflichtet, rund 100 Asylsuchende aufzunehmen. Diese Verpflichtung werde momentan nicht erfüllt.

Es fehlen 280 Zentrumsplätze

Im Kanton Luzern sind derzeit rund 950 Asylsuchende untergebracht. Nach der Schliessung der temporären Bundeszentren im Eigenthal und in Nottwil werden dem Kanton nun wieder mehr Asylbewerber zugewiesen.

Gemäss dem kantonalen 2-Phasen-Konzept sollten die Asylsuchenden für die ersten zwei bis sechs Monate in einem kantonalen Asylzentrum untergebracht werden. Hier sollen sie mit den hiesigen Lebensgewohnheiten vertraut werden und rudimentäre Deutschkenntnisse erwerben. Danach wohnen die Asylbewerber in privaten Wohnungen oder einer Wohngemeinschaft.

Für die erste Phase im Asylzentrum fehlen dem Kanton aber rund 280 Plätze. Erstens hat der Kanton die Anzahl Zentrumsplätze aufgrund einer Strategieänderung des Bundes nach 2004 abgebaut. Zweitens können geplante Zentren in Fischbach und Kriens wegen Widerstandes nicht so schnell wie gewünscht realisiert werden. Zurzeit verfügt der Kanton somit nur über ein kantonales Asylzentrum - den Sonnenhof in Emmenbrücke mit 120 Plätzen

Öffentliche Info-Veranstaltung

Kanton und Stadt Luzern sind sich bewusst, dass das Vorhaben, ein Asylzentrum einzurichten, bei der umliegenden Bevölkerung als erstes Ängste auslöst und Fragen aufwirft. Interessierte werden Gelegenheit bekommen, weitere Details zum Asylzentrum Hirschpark zu erfahren und ihre Bedenken und Fragen anzubringen. Die öffentliche Informations-Veranstaltung findet am Donnerstag, 5. Dezember, im Pfarreisaal der Pfarrei St. Karl, statt. Beginn ist um 19:30 Uhr. Zuvor werden die Mitarbeiter des Kantonsspitals und der Psychiatrie über das Vorhaben informiert.

sda/rem

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