LUZERN: Neues Luzerner Verwaltungsgebäude soll beim Sparen helfen

Für die Luzerner Kantonsverwaltung soll ein zentrales Gebäude auf dem Seetalplatz in Emmenbrücke erstellt werden. Mit der Investition von 160 Millionen Franken hofft der Regierungsrat, jährlich mehrere Millionen Franken zu sparen.

Drucken
Teilen
Blick auf den Seetalplatz, auf dem ein neues Verwaltungsgebäude geplant ist. (Bild: Philipp Schmidli)

Blick auf den Seetalplatz, auf dem ein neues Verwaltungsgebäude geplant ist. (Bild: Philipp Schmidli)

Um das Projekt voranzutreiben, beantragt die Kantonsregierung dem Parlament einen Planungskredit von 5 Millionen Franken, wie Finanzdirektor Marcel Schwerzmann am Montag an einer Medienkonferenz bekanntgab. Der Neubau wird nach heutiger Schätzung rund 160 Millionen Franken kosten. Die Volksabstimmung über den Neubau dürfte 2020 durchgeführt werden, Ende 2023 soll dieser bezogen werden.

Das neue Verwaltungsgebäude soll auf dem Entwicklungsgebiet Luzern Nord am Seetalplatz realisiert werden. Auf der Brache der grossen Strassenkreuzung, die zur Zeit umgebaut wird, sind mehrere Bauvorhaben der öffentlichen Hand und von Privaten geplant. Der Seetalplatz, das Viscosi-Areal, der Bahnhof Emmenbrücke sowie Reussbühl würden ein neues städtisches Quartier, sagte Kantonsbaumeister Hans-Urs Baumann.

Verbesserung gegenüber heute

Das Entwicklungsgebiet sei jetzt raumplanerische bereit, sagte Schwerzmann. Dass der Kanton trotz Sparpaketen in ein Verwaltungsgebäude investieren wolle, begründete der Finanzdirektor damit, dass letztlich damit Geld gespart werden könne. Der Kanton dürfe nicht stillstehen, wenn er sich verbessern könne, sagte er.

Die jährlichen Einsparungen, die aus dem Neubau resultieren sollen, hat der Kanton auf 7,7 Millionen Franken errechnet. Der Kanton wird die zugemieteten Flächen stark reduzieren können und selbst Flächen vermieten können. Das Zusammenführen der Büros im selben Gebäude soll die Arbeit effizienter machen. Der auf die Verwaltung zugeschnittene Grundriss der neuen Büros soll gegenüber den heutigen Lösungen zudem den Flächenbedarf pro Arbeitsplatz deutlich senken.

Durch den Umzug werden 32'000 Quadratmeter externe Mietflächen in der Stadt und Agglomeration Luzern frei. Dazu kommen 4000 Quadratmeter Fläche im Eigentum des Kantons.

Regierung bleibt in Luzern

Das Gebäude soll Platz für rund 30 Abteilungen der kantonalen Verwaltung mit 1100 Mitarbeitern bieten. Vorgesehen ist, dass die in der Innenstadt von Luzern angesiedelten "normalen" Büroarbeitsplätze nach Emmenbrücke transferiert werden. Die Staatskanzlei, das Parlament, die Regierung und ihre Stäbe bleiben im Regierungsgebäude.

Dienststellen, die dezentrale Aufgaben erfüllen oder standortgebunden sind, ziehen nicht in das neue Gebäude. Es handelt sich etwa um Schulen, Spitäler oder Gefängnisse, das Strassenverkehrsamt oder das Staatsarchiv. Die Gerichte zügeln wegen der Gewaltentrennung ebenfalls nicht an den neuen Standort.

Der neue Standort befindet sich unmittelbar neben dem neuen Busbahnhof von Emmenbrücke und in der Nähe des Bahnhofes. Im neuen Gebäude wird zudem ein Parkgeschoss eingeplant. Das Gebäude soll fünf bis zehn Stockwerke haben und zu 90 Prozent für Büros verwendet werden. Bei den restlichen 10 Prozent handelt es sich um eine Mantelnutzung, die den Staatsangestellten einen Mehrwert bringt, etwa um Fitnesseinrichtungen oder Kindertagesstätten.

Die neuen Büroräumlichkeiten sollen nichts mehr gemein haben mit Amtsstuben. Geplant sind sogenannte Multi Space Offices. Es handelt sich um eine neue Form des Grossraumbüros, das in verschiedene Arbeitsorte für alleiniges arbeiten, Gruppenarbeit, Erholung, Besprechungen oder auch Nachdenken gegliedert wird. Zur Planung hat der Kanton verschiedene neue Büros von Unternehmungen besichtigt. (sda)

HINWEIS
Botschaft «Projektierung eines zentralen Verwaltungsgebäudes am Seetalplatz»