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Neugestaltung für 80 Millionen Franken: So sieht das neue «Seeburg»-Areal in der Stadt Luzern aus

Die Pläne für die Gestaltung des «Seeburg»-Areals sind weit gediehen. Die Besitzerin investiert 80 Millionen Franken.
Rainer Rickenbach
Jesuitenhof und Gardenia-Saal (vorne) bleiben bestehen, dahinter soll der Neubaukomplex zu stehen kommen. (Visualisierung: PD)

Jesuitenhof und Gardenia-Saal (vorne) bleiben bestehen, dahinter soll der Neubaukomplex zu stehen kommen. (Visualisierung: PD)

Der Architekt Mauritius Carlen vom Büro Scheitlin und Syfrig hat eine der kniffligsten Planungsaufgaben der Stadt Luzern zu lösen. Auf dem Areal des Hotel Seeburg steht sein Team vor der Herausforderung, den historischen Jesuitenhof aus dem 18. Jahrhundert und das Saalgebäude Gardenia mit einem neuen Hotel- und Wohnkomplex zu einem Ensemble zu verbinden. Kommt hinzu, dass die exponierte Lage am See erst recht Geschick beim Planen verlangt.

Wie sehr den Stadtluzernern die «Seeburg» am Herzen liegt, machten sie vor sechs Jahren deutlich, als sie den Bau eines 40 Meter hohen Hochhauses vor den Seeburg-Felsen in der Abstimmung zur neuen Bau- und Zonenordnung knapp verwarfen. Mit ihrem Nein vereitelten sie die Idee der Bauherren, die aufwendige Sanierung des stark baufälligen Jesuitenhofs mit dem Verkauf von Wohnungen zu finanzieren.

Jesuitenhof und Saalhaus bilden Gesicht der Anlage

An der Übungsanlage, Geld aus den Wohnungsverkäufen zur Sanierung des denkmalgeschützten Jesuitenhofes zu verdienen, hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert. Statt eines Hochhauses finden die Wohnungen und die Hotelzimmer indes nun in einem länglichen, fünfstöckigen Gebäude Platz, das sich entlang des Hanges schlängelt.

Die Anlage gehört der Seeburg Hotels AG, deren Mehrheitsaktionär Bruno Amberg von der Bauunternehmung Gebrüder Amberg AG ist. Die Besitzer planen, rund 80 Millionen Franken in die Neugestaltung zu investieren. Davon entfallen rund 15 Millionen auf den Jesuitenhof. Martin Koller, Präsident der Seeburg Hotels AG:

«Der Gardenia-Saal und der Jesuitenhof werden optisch den Vordergrund bilden.»

Der Jesuitenhof, so schwebt es den Bauherren vor, soll Teil der touristischen Nutzung werden. Koller: «Vorstellbar sind Räumlichkeiten für Gäste, die länger in Luzern bleiben.»

Das heutige Hotel aus dem Jahr 1961 wird dem länglichen Gebäude mit den Hotelservice-Wohnungen und dem neuen Hotel weichen. Das Luzerner Architekturbüro Scheitlin und Syfrig plant in Richtung Stadt 40 bis 50 Eigentumswohnungen von mittlerem Standard. Das Hotel fügt sich nahtlos an die Wohnungen an. Es wird Platz für 120 bis 150 Zimmer sowie für kleinere Seminarräumlichkeiten bieten. Dem Hotel- und Wohntrakt müssen ein paar Bäume weichen, die an anderen Stellen des Areals ersetzt werden. «Wir planen kein Luxushotel, sondern ein Haus im Drei- bis Viersterne-Bereich. Unser Zielpublikum sind in erster Linie Individualgäste. Von dieser Gästegruppe erwarten wir das grösste Wachstumspotenzial», sagt Architekt Carlen.

Auf dem Grundstück mit Seeanstoss auf der anderen Strassenseite ist ein Gartenpavillon für den Restaurationsbetrieb vorgesehen, das nach den Plänen des Berner Architekten Rolf Mühlethaler erstellt werden soll. Vor allem wegen des eidgenössisch denkmalgeschützten Jesuitenhofs war die Planung aufwendig. Sie ist auch noch nicht bis in die letzten Details abgeschlossen. «Doch inhaltlich und konzeptionell haben die Seeburg Hotels AG, die Stadtbehörden und die Denkmalpflege ihre Hausaufgaben gemacht», sagt Koller. Den ersten Schritt haben die Beteiligten im Sommer mit der Planauflage vollzogen.

Das Prozedere wird noch Zeit brauchen: Es folgen ein Bericht und Antrag für eine Umzonung, über die das Stadtparlament entscheidet. Schliesslich braucht es noch einen Gestaltungsplan und ein Baugesuch. Koller: «Wenn alles optimal läuft, ist 2022 Baubeginn. Die Arbeiten werden zwei bis drei Jahre dauern.»

Besitzer kündigen Pächtervertrag

Die Seeburg Hotels AG schloss vor zwei Jahren einen Pachtvertrag für die Zwischennutzung mit der St. Galler PSG Gastro AG für das gesamte Hotelareal ab. Glücklich wurden die beiden Vertragsparteien indes nicht miteinander. Die Seeburg-Besitzer sahen sich mit Reklamationen über Nachtlärm – selbst von der anderen Seeseite – konfrontiert. Zudem entsprachen auch die Textilüberdachungen auf dem Grundstück mit Seeanstoss nicht ihren Vorstellungen. Die Pächterin wiederum fühlte sich in der unternehmerischen Freiheit eingeschränkt. Bereits ein Jahr nach Vertragsunterzeichnung kündigte die Seeburg AG dem Pächter. Dieser focht die Kündigung wiederum vor Gericht an. Das Bezirksgericht Luzern entschied sodann vor wenigen Tagen, dass die Kündigung rechtmässig sei.

«Sofern der Pächter das Urteil des Bezirksgerichts nicht weiterzieht, suchen wir neue Pächter für die Zwischennutzung», sagt Martin Koller, Präsident der Seeburg Hotels AG. (rr.)

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