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LUZERN: Neues Theaterhaus: Jetzt übernimmt die Stadt den Lead

Das 178-jährige Stadttheater muss dringend erneuert werden – andernfalls drohen spätestens 2024 die Lichter auszugehen. Die Stadt Luzern will jetzt vorwärts machen und hofft, dass der Kanton mitzieht.
Blick auf das Gebäude des Luzerner Theaters. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Blick auf das Gebäude des Luzerner Theaters. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Vor genau 15 Monaten kam’s im Luzerner Kantonsrat zum Showdown: Der Rat lehnte den Planungskredit für die Salle Modulable ab. Damit wurden die Planungen, bei denen es auch um die Erneuerung des Luzerner Theaters ging, hinfällig. Doch schon damals war klar, dass Luzern ein neues Theater braucht, weil das 178-jährige Haus bald nicht mehr sicher betrieben werden kann.

Mit der Lancierung einer Testplanung geht es jetzt einen wichtigen Schritt vorwärts in Sachen neues Theater. Den Lead hat diesmal die Stadt Luzern. Das sei auch sinnvoll, findet die städtische Baudirektorin Manuela Jost (GLP). «Wir sind Grundeigentümerin und Baurechtgeberin des Theatergebäudes. Ausserdem haben wir ein sehr grosses städtebauliches Interesse an diesem Ort.» Damit ist auch gleich gesagt, dass die Erneuerung des Luzerner Theaters am bisherigen Platz an der Reuss stattfinden soll. Alternative Standorte, die bei der Salle Modulable noch diskutiert worden waren, sind kein Thema mehr. Die Testplanung soll vor allem zwei Fragen klären. Erstens, ob das Theater neu gebaut oder lediglich renoviert und erweitert werden soll. Zweitens, wie gross das Gebäude künftig sein soll und wie es sich in die Umgebung, vor allem mit Blick auf die Jesuitenkirche, einfügt. Auch Fragen zur Anlieferung und Erschliessung gilt es zu klären, ausserdem wird ein geologisches Gutachten für den Tiefbau erstellt. Das Ganze wird zudem mit der Umgestaltung der autofreien Bahnhofstrasse koordiniert.

Unbestritten ist gemäss Manuela Jost, dass das neue Theater grösser wird als das bisherige – aber kleiner als die Salle Modulable. Die Testplanung kostet die Stadt 300000 Franken. Durchgeführt wird sie von einem Team aus zwei Luzerner Architekturbüros sowie einem aus Basel. Geleitet wird sie von Marc Angélil, Architekturprofessor an der ETH. Denkmalpflege und Luzerner Theater sind ebenfalls in die Planungen involviert. Die Resultate sollen bis Herbst 2018 vorliegen. Sie dienen als Grundlage für einen Architekturwettbewerb

Wie viel wird der Kanton bezahlen?

Die Stadt übernimmt den Lead bei der Theaterplanung jetzt allerdings nicht nur als Eigentümerin des Grundstücks. Sie weiss auch um die Bedeutung eines Stadttheaters mit regionaler und nationaler Ausstrahlung für den Kulturstandort Luzern sowie für den Tourismus. Es liegt im grössten Interesse der Stadt, dass es vorwärts geht – umso mehr, als man beim Kanton zurzeit andere Sorgen hat. Trotzdem: Ohne Kanton gibt es kein neues Theater. Das weiss man auch bei der Stadt. «Wir koordinieren unser Vorgehen mit dem Kanton», sagt Manuela Jost. Der Prüfstein steht aber noch bevor. Denn noch ist völlig offen, wie sich Stadt und Kanton die Baukosten aufteilen.

Die Zeit drängt. Denn das heutige Theatergebäude kann ohne bauliche Massnahmen vermutlich nur noch bis 2024 betrieben werden. Genauer wissen wird man dies im Frühling, wenn die Resultate eines technischen Gutachtens vorliegen. Dieses soll klären, bis wann grössere Sanierungsmassnahmen maximal hinausgeschoben werden können.

Beim Luzerner Theater gibt man sich ergebnisoffen und legt sich noch nicht auf Neubau oder Sanierung fest. Die Hauptsache sei, dass es mit der Planung jetzt vorwärts gehe, sagt Birgit Aufterbeck Sieber, Präsidentin der Stiftung Luzerner Theater. «Wir wollen einen Bau realisieren, der den Anforderungen der nächsten 200 Jahre genügt», sagt sie in Anspielung auf das heutige Theatergebäude, das seit 1839 treue Dienste leistet. Auch für Birgit Aufterbeck steht die Standortfrage nicht mehr zur Debatte. Der Platz mitten im Stadtzentrum habe sich bewährt: «Dies ist der beste Ort, um Theater zu machen.» Inhaltlich werde das Theater im neuen Gebäude den Weg gehen, den es im Zuge der Salle-Modulable-Planungen eingeschlagen hat. Dabei geht es um die engere Zusammenarbeit mit dem Lucerne Festival, dem LSO und der freien Szene. Einen konkreten architektonischen Wunsch hat Birgit Aufterbeck ebenfalls schon: «Wir träumen von einem öffentlichen Restaurant in der obersten Etage mit der grossartigen Aussicht auf Altstadt und Museggmauer.»

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

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