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Luzern: Neues Waldgesetz stärkt Private

Ein revidiertes Waldgesetz soll dafür sorgen, dass die Luzerner Waldbesitzer besser zusammenarbeiten. Der Vorschlag kommt gut an – und dies, obwohl der Kanton seinen Beitrag kürzt.
Kilian Küttel
Luftaufnahme des Säliwaldes in Ruswil. (Bild: Pius Amrein, 23. Oktober 2017)

Luftaufnahme des Säliwaldes in Ruswil. (Bild: Pius Amrein, 23. Oktober 2017)

Die Luzerner Wälder sind ein Flickenteppich – jedenfalls, wenn es um die Besitzverhältnisse geht: Rund 12 000 Eigentümer teilen sich die gesamte Waldfläche von 41 000 Hektaren. Ein Grossteil der Besitzer hat sich zu sogenannten Regionalen Organisationen (RO) zusammengeschlossen. Mit der Vereinigung können die Waldeigentümer ihre zum Teil sehr kleinen Flächen effizienter und kostengünstiger bewirtschaften. Zudem beschäftigt jede RO mindestens einen Betriebsförster, der sich um die Anliegen der Mitglieder kümmert.

Zusammen mit anderen betrieblichen Waldorganisationen bewirtschaften die RO rund 80 Prozent der hiesigen Wald­fläche. Die anderen 20 Prozent sind in der Hand von Besitzern, die keiner Organisation angehören – häufig handelt es sich hierbei um kleinere Einheiten. Jetzt will der Kanton das Waldgesetz revidieren – und so dafür sorgen, dass sich die RO und unabhän­gigen Waldbesitzer weiter annähren. Konkret sollen Personen, die keiner RO angehören, die Betriebsförster der Regionalen Organisationen anrufen können, wenn sie eine Beratung brauchen. Das ist Stand heute nicht möglich: Im aktuellen Gesetz ist explizit die Rede davon, dass nur RO-Mitglieder auf die Beratung der Betriebsförster zählen können.

Hat heute ein unabhängiger Waldeigentümer ein Anliegen, muss er an den Revierförster ­gelangen, der beim Kanton angestellt ist. Das bedeutet für die Behörden einen Aufwand. In ­Zukunft würde der Kanton diesen gerne reduzieren. Doch das ist nicht der einzige Grund, weshalb das Gesetz abgeändert ­werden soll, wie Bruno Röösli von der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald erklärt: «Ziel der Revision ist es auch, den Waldeigentümern, die keiner RO angehören, die Vorteile dieser Organisationen aufzuzeigen.» Heisst: Die unabhängigen Eigentümer sollen früher oder später ebenfalls einer RO beitreten. «Eine gute Idee», findet Heini Walthert, der Präsident der Regionalen Organisation Wald Luzerner Hinterland: «Je mehr Mitglieder wir haben, desto effizienter können wir produzieren. Daher begrüssen wir den Vorschlag der Regierung ­natürlich sehr.» Allerdings glaubt er nicht, dass mit dem neuen Gesetz nun alle unab­hängigen Eigentümer einer RO beitreten werden: «Es gibt immer solche, welche den Beitritt scheuen werden. Aber mit dem neuen Gesetz würden wir sicher profitieren.»

Kanton baut fünf Stellen ab

Doch mit der Gesetzesrevision werden auch Vorgaben umgesetzt, welche die RO nur bedingt freuen dürften: Aufgrund des Sparprogramms KP 17 will der Kanton die Beiträge an die RO und Korporationen um 8 Prozent kürzen. Die Organisation Wald Luzerner Hinterland erhält damit rund 8000 Franken weniger Entschädigung pro Jahr als bis jetzt: «Natürlich ist das eine Herausforderung für uns, aber an einer Sparmassnahme müssen sich alle beteiligen», bilanziert Präsident Heini Walthert.

Nicht nur bei den Holzproduzenten will der Kanton sparen: Parallel zur Gesetzesrevision soll der Forstdienst im Kanton neu organisiert werden. So will die Regierung die Zahl der Forstreviere von heute 16 auf 12 reduzieren. Zudem sollen bei der Dienst­stelle Landwirtschaft und Wald fünf Stellen gestrichen werden. «Es kommt aber nicht zu Entlassungen. Wir wollen den Abbau über die natürliche Fluktuation und über Pensionierungen abfedern», erklärt Bruno Röösli vom Lawa. Diese Massnahmen bescheren dem Kanton unter dem Strich Ersparnisse von etwa 500 000 Franken.

Wie die Pläne der Regierung auf der politischen Bühne ankommen, wird voraussichtlich in zwei Monaten bekannt: An seiner Dezembersession wird der Kantonsrat das Geschäft in einer ersten Lesung beraten. Im Juli 2018 soll das revidierte Gesetz dann in Kraft treten.

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