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LUZERN / NIDWALDEN: Hochschule Luzern experimentiert wieder im All

Am 6. Januar fliegt eine weitere Rakete zur Internationalen Raumstation ISS. An Bord hat sie zwei wissenschaftliche Experimente, deren Durchführung in der Schwerelosigkeit von der Hochschule Luzern geplant wurde und von Hergiswil aus überwacht wird.
Alexandra Deschwanden nimmt vom Kontrollraum in Hergiswil aus Kontakt mit den Astronauten auf. (Bild: Beat Brechbühl / Hochschule Luzern)

Alexandra Deschwanden nimmt vom Kontrollraum in Hergiswil aus Kontakt mit den Astronauten auf. (Bild: Beat Brechbühl / Hochschule Luzern)

In Hergiswil befindet sich das User Support and Operation Center Biotesc, das zum Kompetenzzentrum Aerospace Biomedical Science and Technology der Hochschule Luzern gehört. Seit dem Jahr 2000 plant und begleitet Biotesc im Auftrag der ESA biologische Experimente von Forschungsgruppen aus aller Welt. Pro Jahr organisiert das Team ein bis zwei Projekte, die auf der Internationalen Raumstation ISS durchgeführt werden.

In den kommenden Tagen seien die Mitarbeitenden von Biotesc wieder einmal speziell gefordert, heisst es in einer MItteilung der Hochschule Luzern vom Freitag. Das Team ist für die Durchführung von zwei Experimenten einer deutschen und einer amerikanischen Forschungsgruppe verantwortlich. Die Experimente werden voraussichtlich am 6. Januar mit einer SpaceX-5 Forschungsrakete vom amerikanischen Space Center Cape Canaveral aus auf die ISS transportiert. Die Flüge von Forschungsraketen könnten allerdings sehr kurzfristig verschoben werden, heisst es weiter.

Untersuchungen zum menschlichen Immunsystem

In dem einen Experiment würden die Astronautinnen und Astronauten auf der ISS Untersuchungen an Muschelzellen, im anderen an menschlichen T-Zellen durchführen. Die Wissenschaftler versprechen sich davon Erkenntnisse über die Auswirkung von Schwerelosigkeit auf das Immunsystem. Denn bei Astronauten, die sich länger im All aufhalten, sei das Immunsystem ähnlich beeinträchtigt wie zum Beispiel bei alten Menschen. «Wenn wir verstehen, welche Vorgänge bei den Zellen unter Schwerelosigkeit in Gang gesetzt werden, nützt das längerfristig dem Verständnis, wie der Immunsystemfunktionsverlust zustande kommt und wie dieser möglicherweise behandelt werden kann», erklärt Alexandra Deschwanden, Leiterin von Biotesc.

Team kann von Hergiswil aus eingreifen

Ihr Team hat den Ablauf der Experimente minutiös geplant. Dazu gehörten exakte Anleitungen für den ISS- Commander, den Amerikaner Barry Wilmore, und die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti, die die Experimente durchführen würden, heisst es weiter. Denn nicht zuletzt sei das Biotesc-Team jeweils für die Sicherheit der Astronautinnen und Astronauten während der Tests verantwortlich. Das Team kann dabei die Experimente vom Kontrollraum in Hergiswil aus mitverfolgen. Falls es Schwierigkeiten gibt und die Astronauten Unterstützung bräuchten, nehme Biotesc Kontakt auf.

Die Zell-Untersuchungen, die noch diesen Monat starten, dauern voraussichtlich bis im Januar. Während die Daten vom Muschelzell-Experiment über Satellit direkt an die Forschenden weitergeleitet werden, werden die Container mit den T-Zellen mit der SpaceX-5 wieder zur Erde transportiert und zu weiteren Untersuchungen an die Wissenschaftler übergegeben.

pd/uus

Marcel Egli bereitet eines der beiden Experimente vor, die auf der Raumstation ISS durchgeführt werden. (Bild: Beat Brechbühl / Hochschule Luzern)

Marcel Egli bereitet eines der beiden Experimente vor, die auf der Raumstation ISS durchgeführt werden. (Bild: Beat Brechbühl / Hochschule Luzern)

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