LUZERN NORD: Schüler entwerfen den Reusszopf neu

Die Schüler des Berufsbildungszentrums Bau und Gewerbe haben Projekte für die Neugestaltung des Reussufers geschaffen. Für die Zukunftsplanung des Erholungsgebietes kamen die Entwürfe jedoch zu spät.

Oliver Schneider
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Jedes Jahr müssen die Schüler des Berufsbildungszentrums Bau und Gewerbe (BBZB), die sich im 4. Lehrjahr befinden, eine Projektarbeit machen. «Wir ver­suchen immer, ein Projekt zu ­finden, das aktuell in der Stadt Luzern diskutiert wird», sagt Rita Steinmann, Fachbereichsleiterin Zeichner am BBZB.

Dieses Jahr stand die Aufgabe im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Reussufers im Bereich des Reusszopfs. Als Endprodukt sollte eine variabel nutzbare Kleinbaute realisiert werden, welche die unterschiedlichen Bedürfnisse der Erholungszone abdeckt.

75 verschiedene Projekte entstanden

Die Vorgaben waren klar: ein Bistro, Umkleidekabinen, WC-An­lagen und ein Steg, der das Gebäude mit dem Wasser verbindet. «Wir haben die Vorgaben zur Hilfestellung ziemlich eng gehalten», sagt Steinmann. «Und trotzdem sind 75 komplett verschiedene Projekte entstanden.» Die Zeichner Fachrichtung Architektur hatten die Möglichkeit, aus drei Vertiefungsrichtungen auszusuchen: Gestaltung, Bauleitung und Konstruktion. Die Gestaltung hatte den Fokus auf der Wahrnehmung des Ortes. «Es wurde illustriert, Fotos wurden geschossen und Geräusche aufgenommen», so Steinmann. Der Bereich Konstruktion habe sich vertieft mit der Baute auseinandergesetzt. Die Bauleitung dagegen habe genau berechnet, wie viel ein Projekt kosten würde und einen Zeitablauf für den Bau erstellt.

Jeweils einen Halbtag pro Woche wurden die Schüler von Lehrpersonen begleitet. Einen Grossteil der Arbeit haben die Lernenden aber in ihrer Freizeit, neben Lehre und Schule, erledigen müssen. «Im Durchschnitt hat jeder Schüler 300 Stunden für sein Projekt aufgewendet, wovon nur etwa ein Drittel in den Unterricht fällt», sagt Felix Lüthi, begleitende Lehrperson. Die Projektarbeiten sollen auf keinen Fall Architekturbüros konkurrieren, so Steinmann. Hat ein Schüler aber die Möglichkeit, ein eigenes Projekt mit Realitätsbezug von Grund auf zu erarbeiten, sei das äusserst motivierend. Es sei auch eine optimale Möglichkeit, die Aufgaben des Berufs zu sehen und so die Zukunftsplanung zu gestalten. «Die Projekte könnten als Ideensammlung für die Neugestaltung des Reussufers angesehen werden», sagt Rita Steinmann.

Stadt vermittelte Planungsgrundlagen

«Die Planung für das Reussufer war zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen», sagt Stefan Herfort, stellvertretender Leiter für Natur- und Landschaftsschutz Stadt Luzern. Aus diesem Grund würden die Projektarbeiten keine Auswirkung auf das Entwicklung des Reusszopfs haben. «Die Stadt Luzern hat aber gerne die Planungsgrundlagen zur Verfügung gestellt, damit die Schüler einen realen Raum für ihr Projekt hatten», so Herfort.

Oliver Schneider

region@luzernerzeitung.ch

 

Hinweis 

Die Arbeiten sind bis zum 13. Februar im Lichthof des Berufsschulhauses Heimbach ausgestellt.