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Luzern Nord soll zur Smart City werden

Der regionale Entwicklungsträger Luzern Plus will das Gebiet Luzern Nord als erste Smart City der Zentralschweiz etablieren. Mithilfe von digitalen Technologien soll sich ein vernetztes und ressourcenschonendes Zusammenleben entwickeln.
Beatrice Vogel
Blick auf das Entwicklungsgebiet Luzern Nord mit dem Seetalplatz im Zentrum. (Bild: Videostill Youtube)

Blick auf das Entwicklungsgebiet Luzern Nord mit dem Seetalplatz im Zentrum. (Bild: Videostill Youtube)

«Smart City»: Den Begriff gibt es seit knapp zwanzig Jahren, er klingt nach Innovation und Digitalisierung. Doch was ist konkret unter dem abstrakten Modewort zu verstehen?

Am besten erklärt man die Smart City an einem Beispiel. So ein Beispiel in der Region Luzern soll Luzern Nord werden, wie der regionale Entwicklungsträger Luzern Plus gestern mitteilte. Das Gebiet, zu dem der Seetalplatz und dessen Umgebung in Emmen und Reussbühl gehört, eigne sich als Smart City besonders gut, da es sich teils baulich noch in der Entwicklung befinde, gleichzeitig aber schon überdurchschnittlich viel Innovation vorhanden sei – etwa mit der Hochschule Design & Kunst, der Viscosistadt, der Zwischennutzung NF49, der Wärmeverbund AG oder dem energieautarken Haus in der Emmenweid.

Digitale Technologien sind Mittel zum Zweck

Wer glaubt, man könne dafür einfach jeden Einwohner von Luzern Nord mit Smart-Watch und Tablet ausrüsten, ist weit gefehlt. «Smart City ist nicht zu verwechseln mit Cyber City. Digitale Technologien sind nur ein Mittel zum Zweck», sagt Gebietsmanager Christoph Zurflüh. Analoge Projekte wie Urban Gardening sind genauso Teil einer Smart City wie Sharing-Plattformen, Energieverbunde, Mieter-Apps, Co-Working-Büros oder Online-Schalter der Gemeinden.

Als Vorbild gelten Städte wie Wien, Zürich und Graz, die ebenfalls ein Smart-City-Konzept haben. Dort ist etwa von selbstfahrenden Bussen die Rede, von Quartierboxen, die von Lieferdiensten wie auch von Quartierbewohnern zum Warenaustausch genutzt werden, von Leihläden, digitalen Stadtplänen und Fassadenbegrünung. Die Bandbreite der Projekte ist unbegrenzt.

Der Mensch steht im Zentrum

Grundsätzlich geht es bei der Smart City darum, dass die Stadt trotz Verdichtung ein ressourcenschonender und attraktiver Lebensraum wird. Zentrales Moment ist die Vernetzung. «Wichtig ist, dass der Mensch dabei im Zentrum steht», so Zurflüh. «Man muss also immer überlegen: Was nützt eine Innovation der Wohnbevölkerung und den Arbeitnehmern.» Die Smart City enthält sechs sogenannte Dimensionen: Mobilität, Gesellschaft, Behörden, Umwelt, Leben und Wirtschaft. Gefördert werden Projekte, die sich innerhalb dieser Dimensionen bewegen.

«Daneben befinden sich die Projekte auf verschiedenen räumlichen Ebenen. Diese reichen vom einzelnen Baufeld – etwa die neue zentrale, bürgernahe Kantonsverwaltung – bis über die Gemeindegrenzen hinaus, zum Beispiel mit Velo-Sharing-Diensten», erklärt Zurflüh. So beginne eine Entwicklung im Kleinen, die schliesslich die ganze Region umfassen könne. Die Smart City sei ein Prozess, betont der Gebietsmanager, der nie abgeschlossen sei:

«Man könnte auch sagen, es ist eine Denkhaltung, ein Grundsatz, wie man an Dinge herangeht.»

In Luzern Nord gehe es nun darum, Ideen zu entwickeln. So wurde beispielsweise für die Dimension Mobilität ein Leitfaden für Grundeigentümer und Bauherren entworfen. Dieser soll in Workshops erweitert und präzisiert werden. Ziel ist es, dass in rund 10 Jahren, wenn die räumliche Entwicklung des Gebiets grösstenteils abgeschlossen ist, sich auch die Smart City etabliert hat. Zurflüh: «Es wird ein Ausprobieren sein, ein Erfahrungensammeln. Wichtig ist, dass konkrete Projekte daraus entstehen.»

Mit im Boot sind auch die Stadt Luzern und die Gemeinde Emmen. Die Stadt besitzt eine Digitalstrategie und hat vom Parlament den Auftrag erhalten, eine Smart-City-Strategie zu erarbeiten. Insofern ist sie stark am Projekt interessiert und beteiligt sich aktiv. «Luzern Nord bietet die Chance, konkrete Smart-City-Anwendungen zu entwickeln und auszuprobieren», sagt Oliver Frey, Leiter Übergangsorganisation Stadt Luzern digital.

Auch Emmen sieht in dem Projekt eine Chance. «Wir möchten etwas lernen, uns beteiligen und die Prozesse mitsteuern», sagt Enzo Gemperli, Leiter Hochbau und Planung. Das Gebiet um den Seetalplatz – wo auf Emmer Gebiet das grösste Potenzial vorhanden ist – sei für die angestrebte Entwicklung der richtige Ort.

Weitere Infos: www.luzernnord.ch/smart-city

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