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LUZERN: Nun verhilft auch die Stadt Flüchtlingen zu Arbeit

Der Stadtrat will Arbeitsplätze für Flüchtlinge schaffen. Dafür plant er ein Integrationsprojekt für 1,5 Millionen Franken – und geht gleich selbst mit gutem Beispiel voran.
Im Jahr 2015 haben im Rahmen des Projekts «Perspektive Pflege» Flüchtlinge eine Ausbildung im Pflegebereicht begonnen. (ARchivbild: Pius Amrein/LZ)

Im Jahr 2015 haben im Rahmen des Projekts «Perspektive Pflege» Flüchtlinge eine Ausbildung im Pflegebereicht begonnen. (ARchivbild: Pius Amrein/LZ)

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch


Der Stadtrat will im kommenden Jahr ein dreijähriges Projekt zur Arbeitsmarktintegration von Asylsuchenden starten. Es ist das erste umfassende Projekt der Stadt in diesem Bereich. Dafür sollen 1,5 Millionen Franken aus der Gewinnverwendung des Jahres 2016 investiert werden – für dieses wurde ein Überschuss von 37 Millionen Franken verzeichnet. Geplant sind Massnahmen, die es ermöglichen sollen, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt einzuführen. «Unser Ziel ist es, dass die Flüchtlinge, die von unserem Angebot profitieren, auf eigenen Füssen stehen können. Diese Selbstständigkeit soll verhindern, dass sie sich überflüssig fühlen», erklärt Martin Merki, Sozialdirektor der Stadt Luzern.

Aktuell leben in der Stadt Luzern knapp 500 Flüchtlinge und etwas mehr als 400 vorläufig Aufgenommene, die Sozialhilfe beziehen. Die Erwerbsquote aller im Kanton Luzern lebenden anerkannten Flüchtlingen sowie vorläufig Aufgenommenen beträgt rund 30 Prozent. Laut Martin Merki sind diese Zahlen zu tief: «Erwerbslose Menschen im Asylbereich leben von der Sozialhilfe. Dadurch entstehen hohe Kosten, die mit einer besseren Arbeitsmarktintegration vermindert werden können.»

Mehrere Arbeitsplätze in Handwerkerberufen

Um den Flüchtlingen den Schritt in die Arbeitswelt zu erleichtern, sind folgende Massnahmen vorgesehen: «Wir möchten von 2018–2020 rund 40–70 Arbeitseinsatzplätze finanzieren, die wir dann in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Arbeiterhilfswerk (SAH) an die Flüchtlinge vermitteln», so Stefan Liembd, Leiter Soziale Dienste der Stadt Luzern. Als mögliche Arbeitseinsatzorte eignen sich laut Liembd besonders die Logistik-, Verkaufs- oder Handwerkerbranche. Während dieser Arbeitseinsätze sollen die Flüchtlinge ihr Deutsch verbessern und ihre Chance auf eine feste Anstellung erhöhen. Zudem sei geplant, 70 Personen bei der Arbeit zu begleiten. Dies wird extern in Auftrag gegeben und soll sowohl Arbeitgebern als auch Flüchtlingen dienen. Diese sollen bei Problemen eine Fachperson kontaktieren können, damit Stellen seltener als bisher aufgegeben werden.

Nebst der Sozialdirektion plant auch die Bildungsdirektion ein Angebot für Flüchtlinge. So möchte die Stadt Luzern verwaltungsintern eine bis zwei Lehrstellen an Flüchtlinge vergeben. Christian Bünter, Personalchef der Stadt Luzern, sieht dies als Chance und Herausforderung zugleich: «Wir sind bereit, ab Sommer 2018 einen Lehrling bei uns anzustellen und hoffen, eine Person zu finden, die gut Deutsch spricht und auch in der Berufsschule mithalten kann.»

Ebenfalls möchte die Bildungsdirektion zwei bis vier interne Praktikums- oder Berufseinstiegsstellen schaffen. Diese sollen den Angestellten einen Einblick in verschiedene Bereiche ermöglichen und sie auf einen späteren Beruf vorbereiten. Auch Beschäftigungseinsätze in verschiedenen Ressorts der Stadt Luzern sind geplant – und werden teilweise bereits heute durchgeführt. So reinigt aktuell eine Gruppe im Auftrag des Tiefbauamtes täglich die Ufschötti. Dank des Angebots sollen Asylsuchende eine geregelte Tagesstruktur erhalten und ihre sozialen Kompetenzen erweitern. Der Antrag des Stadtrates wird morgen in der Sozialkommission behandelt und kommt im Oktober in den Grossen Stadtrat. Wird er bewilligt, startet das Projekt nächstes Jahr.

Lebt ein Flüchtling bereits zehn Jahre in der Schweiz, geht die Verantwortung für die Integration vom Kanton zu den Gemeinden über. Im Jahr 2018 wird die Stadt Luzern für knapp 70 neue Personen zuständig sein. Laut Sozialdirektor Merki ist es daher wichtig, die Flüchtlinge bereits in den Jahren in den Arbeitsmarkt einzugliedern, in denen noch der Kanton für die Integration zuständig ist. Das neue städtische Angebot läuft daher ergänzend zu jenem des Kantons. Dieses beinhaltet etwa Deutschkurse sowie Kurse zur sozialen und beruflichen Integration.

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