Luzern: Nun wird auch das beliebte Strassenmusik-Festival zusammen geschrumpft

Kurz vor Beginn des «Lucerne Festival in den Strassen» müssen die Organisatoren schmerzhafte Abstriche machen: Gespielt wird nur auf einem einzigen Platz – und afrikanische Musiker müssen zu Hause bleiben.

Robert Knobel
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Ausgelassene Stimmung auf dem Jesuitenplatz: Ein Bild vom Strassenmusikfestival 2018.

Ausgelassene Stimmung auf dem Jesuitenplatz: Ein Bild vom Strassenmusikfestival 2018.

Philipp Schmidli / PHILIPP SCHMIDLI | Fotografie

Manche Luzernerinnen und Luzerner freuen sich ein ganzes Jahr auf diese eine Woche: Jeweils Mitte August bewegt sich die ganze Altstadt nach den Rhythmen von Tango, Flamenco, osteuropäischer Volksmusik oder afrikanischer Perkussionskunst. Nächste Woche ist es wieder so weit. Doch das diesjährige Strassenmusikfestival muss wie das übrige Lucerne Festival auf Sparflamme kochen. Wie das Festival am Montag mitteilte, wurde kurzfristig entschieden, das Strassenspektakel nur in reduzierter durchzuführen. Das bedeutet, dass auf die gleichzeitige Bespielung von mehreren Plätzen in der Innenstadt verzichtet wird. Die Musikgruppen rotieren also nicht von Platz zu Platz, sondern spielen ausschliesslich im Stadthauspark hinter dem Stadthaus am Hirschengraben:

Auch auf das traditionelle Eröffnungs- und Schlusskonzert auf dem Europaplatz wird dieses Jahr verzichtet. Statt am Dienstag startet das Festival daher erst am Mittwoch und endet bereits am Samstag statt am Sonntag. Auch auf die nächtlichen Jam-Sessions im Sentitreff wird diesmal verzichtet.

Doch damit nicht genug: Auch das Line-up wurde ausgedünnt – gezwungenermassen. Weil die Musiker der Gruppe Fatoumata Dembélé Afrika nicht verlassen können, mussten sie ihre Teilnahme am Luzerner Strassenmusikfestival absagen.

Maskenpflicht während der Konzerte

Die Reduktion auf einen einzigen Standort musste das Lucerne Festival auf Betreiben der Stadt Luzern vornehmen. «In der bisherigen Form hätte das Strassenmusikfestival die Vorgaben des Kantons nicht erfüllen können», erklärt Mario Lütolf, Leiter der Abteilung Stadtraum und Veranstaltungen. Denn auf öffentlichen Plätzen in der Altstadt wären die grossen Menschenmengen kaum kontrollierbar. Problematisch seien vor allem die «Zufallspassanten», wie sie Lütolf nennt. Tatsächlich machte in der Vergangenheit gerade dies den Charme des Festivals aus: Es herrschte ein ständiges Kommen und Gehen, eine Abgrenzung zwischen Zuhörern und Passanten gab es kaum. Im Stadthauspark hingegen, der rundum von Gebäuden umschlossen ist, lassen sich die Besucherströme viel besser kontrollieren. Zudem ist der Platz gross genug, um auch ein grösseres Publikum von mehreren hundert Personen aufzunehmen. An den Konzerten herrscht aber eine Maskenpflicht.

Das Strassenmusikfestival findet vom 19. bis 21. August jeweils ab 18.30 Uhr und am 22. August von 10-13 Uhr im Stadthauspark statt. Der Eintritt ist gratis. Folgende Gruppen treten auf:

JMO (Schweiz, Senegal, Israel):

Mirakolo (Schweiz):

Chef de Kef (Schweiz):