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LUZERN: Ohne Diplom: Junglehrer im Quotentief

32 Prozent der PH-Absolventen für die Primarstufe müssen zur Nachprüfung. Damit kamen so wenige durch wie noch nie. Die tiefe Quote überrascht selbst den Rektor.
Yasmin Kunz
«Es mag sein, dass die Anforderungen tendenziell etwas gestiegen sind.» Hans-Rudolf Schärer, Rektor PH Luzern (Neue LZ/Dominik Wunderli) Fotografiert am 06.09.2013 Portrait Schule Universität Bildung (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

«Es mag sein, dass die Anforderungen tendenziell etwas gestiegen sind.» Hans-Rudolf Schärer, Rektor PH Luzern (Neue LZ/Dominik Wunderli) Fotografiert am 06.09.2013 Portrait Schule Universität Bildung (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Yasmin Kunz

Noch nie haben so viele Primarlehrer ihr Diplom nicht erhalten wie dieses Jahr. 71 von 219 Absolventen dieses Studiengangs der Pädagogischen Hochschule (PH) Luzern müssen im Herbst eine Nachprüfung absolvieren, wie die PH Luzern auf Anfrage unserer Zeitung sagt. Betroffen sind also rund 32 Prozent aller Primarlehrer der dreijährigen Abschlussklassen. Pikant: In den letzten Jahren betrug die Wiederholungsquote nie mehr als 15 Prozent. Im vergangenen Jahr mussten gar nur 9 Prozent erneut eine Fachprüfung absolvieren. Nun hat sich also der Anteil der Absolventen, die nicht bestanden haben, im Vergleich zum Vorjahres-Durchschnitt verdoppelt. Das überrascht selbst Hans-Rudolf Schärer, Rektor der Pädagogischen Hochschule in Luzern: «Diese Nicht-Bestehens-Quote ist dieses Jahr tatsächlich überdurchschnittlich hoch.»

Vier Fächer machen Mühe

Woran liegt es, dass heuer doppelt so viele Studenten Nachprüfungen absolvieren müssen? Schärer: «Es wäre zu verfrüht, spezifische Gründe für den hohen Prozentsatz zu nennen.» Die Prüfungskommission werde nach der Sommerpause eine Evaluation der Ergebnisse vornehmen.

Fakt ist: Die Studenten haben nicht nur ein schwaches Fach. Gemäss Schärer sind in den Fächern Englisch, Deutsch, Mathematik und Bildnerisches Gestalten am meisten Prüfungen nicht bestanden worden. Nur ganz wenige hätten das Diplompraktikum – welches auch die praktische Prüfungslektion beinhaltet – nicht bestanden. Etliche Studenten hätten die Bachelorarbeit verschoben und deswegen das Diplom im Frühjahr nicht erlangt. «Dies ist aber ein ganz normaler Vorgang», wie Rektor Schärer erklärt. Stellt sich die Frage, ob die PH für die Studenten anspruchsvoller geworden ist: «Es mag sein, dass die Anforderungen tendenziell etwas gestiegen sind – analog zu den gestiegenen Ansprüchen an den Lehrerberuf», so Schärer. Grössere Klarheit erhofft sich der Rektor durch die Evaluation.

Nachprüfung: 90 Prozent bestehen

Die Nachprüfungen für die 71 Studenten finden im September statt. Ist die Prüfung erfolgreich absolviert, erhalten die Junglehrer «gleich im Anschluss an die Prüfung ihr Diplom», so Schärer. Erfahrungsgemäss liegt die Erfolgsquote bei der Nachprüfung bei 90 Prozent. Für jene, die erneut durchfallen, gilt gemäss einer gesamtschweizerischen Regelung eine zweijährige Karenzfrist, bevor sie das Lehramtsstudium weiterführen können. Für das Erlangen der internationalen Sprachdiplome, wie etwa dem Advanced in Englisch, schreibt die PH keine Frist vor. Solange dieses Zertifikat aussteht, gibt es kein Diplom. Unterrichten können Junglehrer aber auch ohne Diplom, wie Charles Vincent, Leiter der Dienststelle für Volksschulbildung des Kantons Luzern, sagt. Gemäss der Personalverordnung erhalten Lehrer ohne Diplom maximal einen befristeten Dreijahresvertrag und müssen innert dieser Frist Bestrebungen zeigen, das Diplom noch erlangen zu wollen. Tun sie dies nicht, kann die Dienststelle das Arbeitsverhältnis beenden. Eine Anstellung ohne Diplom hat eine Lohneinbusse von jährlich zwischen 3000 und 4000 Franken zur Folge.

Zug: Ein Fach mehr für Studenten

An der Pädagogischen Hochschule in Zug haben dieses Jahr 49 von 75 Absolventen das Diplom erhalten, wie Prorektor Clemens Diesbergen sagt. Kein Diplom erlangt haben demzufolge rund 35 Prozent – ähnlich wie in den Vorjahren. Dem Grossteil fehle das Sprachdiplom. Diesbergen sagt zudem, dass die Ausbildung komplexer geworden ist. Er konkretisiert: «Die Studenten mussten ein Wahlfach mehr belegen als ihre Vorgänger.» Statt sieben also acht Fächer.

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