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LUZERN: Ohne Tunnellösung lehnt der Luzerner Stadtrat die «Spange Nord» ab

Solange es für den geplanten A2-Zubringer keine Tunnellösung gibt, lehnt der Luzerner Stadtrat das Projekt «Spange Nord» ab. Ausserdem zweifelt er am Nutzen des 200-Millionen-Projekts.
Interview Robert Knobel
Der Luzerner Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) am Schwanenplatz. (Archivbild Philipp Schmidli / Neue LZ)

Der Luzerner Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) am Schwanenplatz. (Archivbild Philipp Schmidli / Neue LZ)

Interview Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Die Luzerner Regierung beantragt einen Projektierungskredit von 6,5 Millionen Franken für die Spange Nord (wir berichteten). Damit soll das 200 Millionen Franken teure Projekt einer Zubringerstrasse zur Autobahnumfahrung Bypass weiter konkretisiert werden. Um den Anliegen der Stadt Luzern entgegenzukommen, plant die Regierung unter anderem einen Projektwettbewerb für die umstrittene Fluhmühlebrücke. Die von der Stadt geforderte unterirdische Linienführung der Spange Nord ist hingegen nicht vorgesehen. Deshalb steht man dem Projekt bei der Stadt nach wie vor ab­lehnend gegenüber, wie Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) erklärt.

Adrian Borgula, der Kanton will das Projekt Spange Nord vorantreiben. Was halten Sie von der eingeschlagenen Richtung?

Ich spüre zwar, dass der Kanton die städtischen Anliegen ernst nimmt. Aber was jetzt geplant ist, ist noch immer sehr weit entfernt von den Anliegen der Stadt.

Was bräuchte es denn, damit die Stadt dem Projekt zustimmt?

Der Stadtrat hat bereits früher festgehalten, dass er die geplante Fluhmühlebrücke ablehnt und grösste Vorbehalte gegenüber der Strassengestaltung im Raum Schlossberg hat. Vor allem aber fordert der Stadtrat, die neue vierspurige Strasse vollständig oder weitgehend in einem Tunnel zu führen. Das ist auch ein einstimmiger Auftrag des Stadtparlaments.

Wie werden Sie diese Anliegen in den Planungs­prozess einbringen?

Grundsätzlich ist es ja ein Projekt des Kantons. Ich gehe aber davon aus, dass wir in regelmässigen Abständen zur Stellungnahme und zur Mitwirkung eingeladen werden.

Die Positionen von Stadt und Kanton sind sehr weit voneinander entfernt. Ist ein Kompromiss überhaupt realistisch?

Die Situation ist tatsächlich sehr schwierig. Was mich auch beunruhigt, ist die aktuelle Wahrnehmung der städtischen Verkehrspolitik in der Agglomeration und der Landschaft. Dort wird der Stadt zum Teil vorgeworfen, sie schaue in Sachen Verkehr nur für sich. Doch man muss auch sehen: Was wir an Verkehrsvolumen abzuwickeln haben, stammt zu rechten Teilen auch aus Agglomeration und Landschaft und ist äusserst anspruchsvoll. Die Bemühungen, den Autoverkehr zu den Spitzenzeiten zu redu­zieren, ist eine Voraussetzung, dass der Verkehr auch in Zukunft fliessen kann. Beim Gesamtverkehrskonzept fährt die Stadt übrigens keinen Sonderzug, sondern tut dies im Einklang mit dem Kanton, Luzern Plus und dem Verkehrsverbund.

Sie haben gesagt, falls sich Stadt und Kanton nicht einig werden, müsste man die Spange Nord vom Bypass-Projekt entkoppeln. Was meinen Sie damit?

Die Projekte Bypass und Spange Nord gehören nach Bund und Kanton zusammen und sind Teil des Agglomerationsprogramms. Der Stadtrat steht grundsätzlich hinter beiden Projekten. Wenn es aber nicht gelingt, eine stadtverträgliche Lösung für die Spange Nord zu finden, müssen wir beantragen, die Projektteile zu entkoppeln.

Die Kantonsregierung argumentiert auch mit der Verkehrsentlastung, welche dank der Spange Nord in der Stadt Luzern möglich ist. Ist die Aussicht auf weniger Verkehr im Stadtzentrum nicht verlockend?

Gemäss den Planungen soll dank der Spange Nord der Verkehr auf der Seebrücke auf 30'000 Fahrzeuge pro Tag sinken. Doch der Verkehr auf der Seebrücke ist schon seit Jahren rückläufig. Die Entlastung von mittlerweile 36'000 auf 30'000 ist nicht mehr sehr gross.

Gemäss einer kürzlich ver­öffentlichten Stellungnahme rechnet die Regierung bis 2030 aber mit über 42'000 Fahrzeugen auf der Seebrücke. Nur mit der Spange Nord könne man diese Zunahme verhindern.

Aus unserer Sicht gibt es keine Anzeichen für eine Trendumkehr auf der Seebrücke. Deshalb stellt sich irgendwann auch die Frage der Verhältnismässigkeit: Der massiven zusätzlichen Belastung im Norden der Stadt zu hohen Kosten steht ein verhältnismässig geringer Mehrwert gegenüber.

Welche rechtlichen Möglichkeiten hat die Stadt überhaupt, die Spange Nord zu verhindern?

Theoretisch könnte der Kanton das Projekt durchboxen – auch weil ihm ein Teil des Bodens gehört. Aber ich glaube nicht, dass er dies gegen den Willen der Stadtbevölkerung tun will.

Spange_Nord

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