LUZERN: Opferberatungsstelle mit markant mehr Fällen

Die Luzerner Opferberatungstelle hat im ersten Halbjahr 2014 47 Prozent mehr Fälle bearbeitet als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Als Grund vermutet die Stelle, dass ihr Angebot bekannter geworden ist und dass sich mehr Opfer professionell beraten lassen wollen.

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Die Luzerner Opferberatungsstelle hat immer mehr Fälle zu behandeln. (GESTELLTE SZENE) (Symbolbild / Neue LZ)

Die Luzerner Opferberatungsstelle hat immer mehr Fälle zu behandeln. (GESTELLTE SZENE) (Symbolbild / Neue LZ)

In den ersten sechs Monaten des Jahres registrierte die Stelle 816 neue Fälle. Jährlich nehmen über 1000 gewaltbetroffene Menschen das Beratungsangebot in Anspruch. Im laufenden Jahr werde diese Zahl voraussichtlich auf rund 1300 Betroffene steigen, teilte der Kanton Luzern am Freitag mit.

Stark gestiegen ist mit einem Anstieg um 80 Prozent auf 157 Betroffene die Nachfrage im Kinder- und Jugendbereich. In den meisten Fällen geht es dabei um Sexualdelikte an Kindern. Um 46 Prozent angestiegen ist die Beratungstätigkeit im Bereich der häuslichen Gewalt.

Die höheren Fallzahlen würde nicht bedeuten, dass es zwangsläufig mehr Opfer von Gewalt gebe, heisst es in der Mitteilung. Wegen einer intensivierten Zusammenarbeit würden die Polizei und andere Beratungsstellen Betroffene häufiger an die Opferberatungsstelle verweisen.

Zudem steige mit komplexer gewordenen Strafverfahren oder Haftpflichtfragen etwa im Rahmen von Verkehrsdelikten das Bedürfnis, sich von einer Expertin beraten zu lassen, schreibt die Staatskanzlei weiter.

Die Stelle bietet kostenlose Beratungen an für Opfer von körperlichen, psychischen oder sexuellen Straftaten. Sie unterstützt Betroffene bei der Durchsetzung ihrer Rechtsansprüche. Die Beratungen erfolgen telefonisch oder im direkten Gespräch und unterstehen der Schweigepflicht. (sda)