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LUZERN: «Paradise Papers» ziehen eine Spur bis nach Luzern

In Zusammenhang mit der Salle Modulable sind neue Dokumente aufgetaucht: Unter den Millionen bisher geheimer elektronischer Dokumente der «Paradise Papers» über Gelder, die in ausländischen Steueroasen angelegt sind, befinden sich auch solche zur Salle Modulable.

Die Dokumente der «Paradise Papers »zeigen, wie ein Teil der Nachkommen von Christof Engelhorn, der für den Bau eines räumlich flexiblen Musiktheatergebäudes in Luzern eine Schenkung von 120 Millionen Franken machte, das Projekt systematisch hintertrieb. Dies berichtet die «Süddeutsche Zeitung», der die Dokumente zugespielt wurden.

Es ereignete sich wie folgt: Anfang 2010 schalteten die Nachkommen die Kanzlei Appleby ein. Deren Anwälte sollten überprüfen, ob man rechtlich daran gebunden sei, die Schenkung zu erfüllen und, wenn ja, was die möglichen Auswirkungen wären, falls man die Verpflichtung widerriefe. Es gebe «gute Gründe, dass es keine einklagbare Vereinbarung gibt, die Schenkung zu machen», so Appleby. Kurz darauf wurde die Stiftung über den geplanten Stopp der Millionenspende informiert. Engelhorn wurde zuerst informiert. «Er war nicht begeistert und besteht darauf, dass wir mit den Zahlungen fortfahren», heisst es in einer ­E-Mail an Appleby.

Prozess auf Bermuda

Engelhorns Offshore-Vermögen, das überwiegend in drei Trusts und einem guten Dutzend Tochtergesellschaften steckte, betrug laut der «Süddeutschen Zeitung» mehrere Milliarden US-Dollar. Schon zu Lebzeiten Engelhorns waren seine Tochter Vera sowie seine Enkel Julie und Philipp, Kinder seines verstorbenen Sohnes Stefan, als Direktoren oder Shareholder mehrerer Briefkastenfirmen Teil des Offshore-­Imperiums. In den Monaten vor Engelhorns Tod waren offenbar seine Tochter Vera und ihr Lebenspartner Christof Hamm die treibenden Kräfte bei dem Versuch, die 120-Millionen-Franken-Spende für das Musiktheater zu stoppen. «Herr Hamm hat damit angefangen, Probleme zu bereiten, indem er die Richtung, in welche die Salle Modulable gehen sollte, anzweifelte», heisst es in einer Zeugenaussage beim Prozess 2013 auf Bermuda. Dort kämpfte die Stiftung Salle Modulable um die Herausgabe der Gelder – mit weitgehendem Erfolg.

Allerdings stoppte im September 2016 der Kanton Luzern das Projekt plötzlich. Er hätte sich an den Kosten mit mindestens sieben Millionen Franken beteiligen müssen. Das war der Mehrheit der Kantonsräte zu viel. «Zumindest ein Teil der Engelhorn-Erben dürfte sehr erleichtert gewesen sein», schreibt die «Süddeutsche Zeitung». (hb)

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