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LUZERN: Parkhaus unter dem Schweizerhofquai: Parteien halten Projekt für «prüfenswert»

Die 120-Millionen-Franken-Idee fürs Cars unter dem Schweizerhofquai kommt bei den Parteien vorsichtig positiv an. Geplant ist ein Parkhaus für 40 Cars und 240 Autos.

Vorsichtig positiv – so kann man die Haltung der Stadtluzerner Parteien zum Thema Parkhaus Schweizerhofquai umschreiben. Die Bürgerlichen zeigen sich bekanntlich noch zurückhaltend, weil sie bekanntlich das Projekt Parkhaus Musegg vorantreiben wollen. Dazu haben CVP, FDP und SVP auch eine Volksinitiative lanciert (wir berichteten).

«Momentan ist das Parkhaus Musegg die beste Lösung», sagt denn auch FDP-Präsident Fabian Reinhard. Doch auch das Projekt Schweizerhof sei als Idee «grundsätzlich prüfenswert». Ob sie auch machbar ist, das müsse sich erst noch zeigen. Denn als problematisch könnte sich die Zufahrt mitten durchs Stadtzentrum erweisen. Auch SVP-Präsident Peter With sagt: «Ich stehe nach wie vor hinter dem Musegg-Parking. Dieses verhindert, dass die Cars und Autos in das Stadtzentrum fahren müssen, wie es beim Parking Schweizerhofquai der Fall ist.» Auch With will das Projekt aber nicht vorschnell ablehnen. «Man soll privaten Investoren immer die Chance geben, ein Projekt zu entwickeln.» Deshalb hat Peter With im Stadtparlament einen Vorstoss eingereicht mit der Forderung, dass der Stadtrat sich für eine Machbarkeitsstudie einsetzen soll. «Wir stehen nach wie vor hinter dem Musegg-Parking als dem einzigen machbaren Projekt», sagt auch CVP-Verkehrspolitiker Roger Sonderegger. «Das Schweizerhofquai-Parking sehen wir als Idee, für die eine weitere Prüfung notwendig ist. Für eine solche Prüfung sind wir offen», so Sonderegger.

GLP und Linke zeigen sich offen, aber kritisch

Anders ist die Ausgangslage für SP, Grüne und GLP. Die drei Parteien lehnen bekanntlich das Parkhaus Musegg ab. Ist das Schweizerhofquai-Projekt für sie nun eine Alternative? «Ein solches Parking könnte für uns ein erster kleiner Schritt sein für die Problemlösung Carparking», sagt GLP-Fraktionschef Jules Gut. Allerdings wäre ein Parkhaus Schweizerhofquai für die GLP lediglich eine Zwischenlösung, so Gut. «Langfristig gibt es nur eine Lösung: Die Cars und Autos müssen vor der Stadt parkiert werden.» Dabei stellt sich aber die Frage, wie die Auto- und Car-Passagiere vom Stadtrand ins Zentrum gelangen. Die GLP hat im Stadtparlament eine Interpellation eingereicht. Sie will wissen, wie es um das Metro-Projekt steht. Dieses sieht ein Parkhaus in der Reussegg mit unterirdischer Schnellbahn zum Stadtzentrum vor.

Die Grünen haben sich in Sachen Parkhaus Schweizerhofquai noch nicht festgelegt. «Das präsentierte Projekt ist erst eine Idee und kann deshalb nicht abschliessend beurteilt werden», sagt Fraktionschefin Korintha Bärtsch. Ein Schwachpunkt des Projekts sei, dass die Cars weiterhin ins Stadtzentrum fahren müssen. SP-Grossstadtrat Mario Stübi sieht dies ebenfalls als kritischen Punkt. «Dabei ist die Verkehrsinfrastruktur der Innenstadt schon jetzt täglich stark beansprucht.» Dennoch findet man auch bei der SP, dass das Schweizerhofquai-Projekt zumindest eine Chance verdient. Mario Stübi lobt zudem «das transparente Vorgehen der Initianten». Für eine kurzfristige Entspannung der Situation hofft Stübi aber auf das vom Stadtrat geplante «Slot Management», bei dem die Chauffeure von Touristencars aktuell über freie Parkierungsmöglichkeiten informiert werden. Auch die Juso-Initiative «Ja zu einem lebendigen Inseli», über die am 24. September abgestimmt werde, trage zur Lösung des Car-Problems bei, betont Stübi.

Apropos: Auch das Komitee zur Inseli-Initiative hat sich am Freitag zu Wort gemeldet: Das Ziel, «an zentralen Plätzen» Naherholungsgebiete zu Gunsten von Bevölkerung und Touristen zu schaffen, sei «ganz» in ihrem Sinne. Dass «privates Engagement» einen Beitrag zur Diskussion über eine «sinnvolle Car-Lösung» liefere, werde «sehr begrüsst», schreibt das Komitee in einer Mitteilung.

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Unterhalb des Schweizerhofquais soll ein Parkhaus für Cars und Autos entstehen. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 18. August 2017))

Unterhalb des Schweizerhofquais soll ein Parkhaus für Cars und Autos entstehen. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 18. August 2017))

Zwischen Luzernerhof und Schwanenplatz: Die ungefähren Ausmasse der Idee für ein Seeparking an der Luzerner Seepromenade. (Bild: Montage bac/Google Maps)

Zwischen Luzernerhof und Schwanenplatz: Die ungefähren Ausmasse der Idee für ein Seeparking an der Luzerner Seepromenade. (Bild: Montage bac/Google Maps)

Im «Seeparking» sind zwei Ebenen vorgesehen (oben Cars, unten Personenwagen). Das bestehende Parkhaus der Migros an der Hertensteinstrasse (links) umfasst fünf Etagen.

Im «Seeparking» sind zwei Ebenen vorgesehen (oben Cars, unten Personenwagen). Das bestehende Parkhaus der Migros an der Hertensteinstrasse (links) umfasst fünf Etagen.

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