LUZERN: Passagiere reklamieren: In den neuen VBL-Bussen ziehts

Die neuen Busse der Verkehrsbetriebe Luzern haben Kinderkrankheiten. Die VBL versuchen nun, Abhilfe zu schaffen.

Benno Mattli
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Einer der neuen 1er-Busse, aufgenommen auf der Seebrücke in Luzern. (Bild Roger Grütter)

Einer der neuen 1er-Busse, aufgenommen auf der Seebrücke in Luzern. (Bild Roger Grütter)

«In den neuen 1er-Bussen ziehts», ärgert sich ein Passagier, der häufig mit den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL) unterwegs ist. «Vor allem, wenn man am Fenster sitzt, ist es kaum auszuhalten. Offensichtlich sind die Klimaanlagen oder Lüftungen in diesen Bussen total falsch eingestellt.»

Ein anderer Passagier enerviert sich über die abrupten Anfahr- und Bremsmanöver der neuen Busse. «Die Chauffeure scheinen diese Fahrzeuge überhaupt nicht im Griff zu haben.»

«Es gab kritische Rückmeldungen»

Christian Bertschi, Kommunikationsverantwortlicher der VBL, räumt auf Anfrage unserer Zeitung ein, dass es Probleme gibt: «Es gab vereinzelte kritische Rückmeldungen, welche die Klimaanlage und den Fahrstil betrafen.» In Bezug auf die Klimaanlage gebe es indes unterschiedliche Rückmeldungen: «Für die einen sind die Temperaturen zu hoch, anderen ist es zu kalt, und sie beschweren sich über die Zugluft. Wir versuchen hier, einen guten Mittelweg zu finden.»

Laut Bertschi werden die Klimaanlagen in den Bussen zentral gesteuert. Das heisst: Der Chauffeur kann sie nicht im Bus regulieren. Die Klimaanlagen seien in der Regel auf eine Temperatur von 22 Grad eingestellt. «Wir kontrollieren bei Rückmeldungen jeweils die Lüftungsanlagen und nehmen, wo nötig, Korrekturen vor.»

In Bezug auf die abrupten Anfahr- und Bremsmanöver sagt Bertschi: «Die neuen Doppelgelenk-Trolleybusse sind, was die Bremsen angeht, tatsächlich etwas anders zu bedienen als die anderen Fahrzeuge der VBL.» Die Chauffeure, welche die neuen Doppelgelenk-Trolleybusse fahren, müssten sich deshalb leicht umstellen und an die neuen Einstellungen gewöhnen. «Sie wurden und werden weiterhin von unserem Fahrschulteam geschult. Wir bedauern es, wenn Fahrgäste unangenehm davon betroffen sind. Wir sind aber guten Mutes, dass die Chauffeure mit zunehmender Erfahrung mit den neuen Fahrzeugen besser umgehen können.»

Der erste der neuen 1er-Busse ist seit dem 19. Juni fahrplanmässig im Einsatz. Mittlerweile verkehren sechs Fahrzeuge auf der Linie 1. Der siebte Bus wird nächste Woche in Betrieb gehen, der achte Ende September und der neunte Ende Oktober. Insgesamt haben die VBL neun solcher Busse für einen Totalbetrag von 12,75 Millionen Franken angeschafft. Momentan ist laut Bertschi kein weiterer Kauf von Doppelgelenk-Trolleybussen geplant.