LUZERN: Pferdehalterin verheimlicht mit falschem Ausweis tödliche Krankheit

Eine Luzerner Pferdehalterin hatte anderen Züchtern mit einem gefälschten Gesundheitstest verheimlicht, dass ihr Hengst eine tödlich verlaufende Nervenkrankheit trägt. Das Kriminalgericht hat die 47-Jährige zu einer Geldstrafe von 5400 Franken verurteilt.

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Die Pferdehalterin täuschte mit einem gefälschten Testergebnis andere Züchter und gab vor, dass ihr Hengst gesund war (Symbolbild Keystone)

Die Pferdehalterin täuschte mit einem gefälschten Testergebnis andere Züchter und gab vor, dass ihr Hengst gesund war (Symbolbild Keystone)

Das Gericht sprach die Frau laut dem am Montag publizierten Urteil wegen mehrfachen Gebrauchs einer gefälschten Urkunde schuldig. Sie wurde zu einer Geldstrafe von 30 Tagesätzen zu je 180 Franken verurteilt. Die Probezeit beträgt zwei Jahre.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es liegt erst im Dispositiv und damit ohne Begründung vor.

Ein ausländisches Testlabor klärte die Pferdehalterin laut Staatsanwaltschaft 2008 per E-Mail darüber auf, dass ihr Hengst Träger der tödlich verlaufenden Erbkrankheit Cerebelläre Abiotrophie ist. Diese führt zum Absterben von Zellen im Hirn. Erkrankte Tiere leiden an Gleichgewichtsstörungen und motorischen Ausfällen.

Die Beschuldigte täuschte darauf hin 2009 und 2010 mit einem gefälschten Testergebnis andere Züchter und gab vor, dass ihr Hengst gesund war. Laut der Staatsanwaltschaft können gesunde Tiere höhere Decktaxen generieren als Träger der Erbkrankheit.

Gegen die Frau geklagt hatten unter anderem zwei ausländische Züchterinnen sowie eine Schweizer Zuchtgenossenschaft. (sda)