LUZERN: Pflegefinanzierung: Gemeinden bleiben auf 111 Millionen Franken sitzen

Im Kanton Luzern hat sich in der Langzeitpflege das Wachstum der Kosten für die Gemeinden verlangsamt. Im Jahr 2015 blieben die Gemeinden auf Pflegekosten von fast 111 Millionen Franken sitzen, die nicht von den Krankenkassen und den Betroffenen übernommen wurden.

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Die Pflegefinanzierung bleibt vorerst eine Kantonsangelegenheit. (Bild: Florian Arnold (Neue UZ) (Neue Urner Zeitung))

Die Pflegefinanzierung bleibt vorerst eine Kantonsangelegenheit. (Bild: Florian Arnold (Neue UZ) (Neue Urner Zeitung))

Wie aus dem am Donnerstag vom Kanton Luzern publizierten Monitoring über die finanziellen Aufwendungen für die Pflegefinanzierung hervorgeht, verlangsamte sich das Kostenwachstum im Vergleich zu früheren Jahren.

Im Jahr 2015 haben die Gemeinden 110,9 Millionen Franken Restkosten für die Langzeitpflege aufgewendet, im Jahr davor waren es noch 108,3 Millionen. Davon entfielen 90,3 Millionen auf stationäre (2014: 88,2) und 20,3 Millionen Franken auf ambulante Leistungen (19,7).

In der ambulanten Pflege verlangsamte sich der Kostenanstieg deutlich - obwohl im Jahr 2015 mit 504'386 insgesamt elf Prozent mehr ambulante Pflegestunden als im Vorjahr erbracht wurden. Grund für den niederen Kostenanstieg ist laut Mitteilung der Personalaufwand, der nicht entsprechend dem Mengenwachstum erhöht worden ist.

Im stationären Bereich nahmen die Restkosten um 2,4 Prozent von 88,2 auf 90,3 Millionen Franken zu. Die Zahl der fakturierten Pflegetage ist um 0,3 Prozent von 1'690'835 auf 1'695'457 gestiegen.

Während sich das Kostenwachstum bei der Langzeitpflege für die Gemeinden eindämmte, stiegen die Ausgaben für die Sozialhilfe. Gegenüber dem Vorjahr nahm 2015 der Anteil der insgesamt 4666 Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeheimen, die auf wirtschaftliche Sozialhilfe angewiesen waren, von 5,4 auf 6,9 Prozent zu.

Aufgrund der demografischen Entwicklung erwartet der Kanton Luzern weiterhin mit steigenden Restkosten bei der Pflegefinanzierung. Seit der Einführung der neuen Pflegefinanzierung 2011 stiegen die Restkosten für die Gemeinden bis 2015 um 15,8 Millionen Franken. Der Kanton hatte im Gegenzug ständig höhere Spitalkosten zu tragen. (sda)