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LUZERN: Politik und Fasnacht: Eine Gratwanderung

Ein politisches Sujet sorgt am Fritschi-Umzug für Aufregung. «Alles Parodie», sagen nun die Gescholtenen.
Fritschi-Umzug 2015 (Bild: Ernst Zimmerli / Luzernerzeitung.ch)

Fritschi-Umzug 2015 (Bild: Ernst Zimmerli / Luzernerzeitung.ch)

jon. Autsch! Da hat ein Bericht unserer Zeitung von gestern aber für laute Reaktionen gesorgt. Der Auftritt des überparteilichen Komitees «Herdschwand erhalten zum Nutzen aller» aus Emmen am Fritschi-Umzug wurde von unserer Zeitung als «plumpe Politpropaganda» bezeichnet. Dies stiess beim Komitee auf Unverständnis: «Unser Sujet war eine Parodie und kein plumper Wahlkampf», verteidigt sich Rolf Stähli, Präsident des Vereins. Politische Satire oder plumpe Propaganda? Auch für die Organisatoren des Umzuges, das Luzerner Fasnachtskomitee (LFK), keine leichte Frage: «Der Grat zwischen Satire und politischer Werbung ist sehr schmal und für uns schwer einzuschätzen», sagt Marcel Manetsch, Umzugschef des LFKs.

Unglückliche Sujet-Umsetzung

An die Teilnahme solcher «wilden Gruppen» stellen die Organisatoren gewisse Auflagen: «Masken und Wagen sind Pflicht», so Manetsch. Dem kamen die Emmer nach: An vorderster Front ein Wagen mit flottem Sprüchli, Trauermusik, darauf gierige Geier, dekoratives Tafelsilber, und neben dem Wagen marschieren die als trauernde Gemeinderäte maskierten Begleiter mit leeren Hosentaschen. «Wir haben viel Herzblut und Engagement reingesteckt», sagt Stähli. «Wir wollten sicherlich niemanden verärgern.»

Aber auch das Tafelsilber konnte nicht über das grosse Plakat auf dem Wagen, das auf die Abstimmung vom 8. März hinweist, hinwegtäuschen. Dass auch noch aktiv Komitee-Flyer verteilt wurden, ist dem LFK ein Dorn im Auge: «An den Umzügen darf man keine Werbung betreiben», sagt Manetsch. «Dennoch möchten wir den Teilnehmern nicht sagen, welches Sujet erlaubt ist und welches nicht.» Laut Stähli habe man «die wenigen Flyer» extra noch auf Hinweis eines Fasnächtlers mitgenommen. «Offenbar hat die Absprache nicht funktioniert», so Stähli. «Wir wussten nicht, dass wir keine Werbung machen dürfen.»

Wie weiter an der Fasnacht?

Das Komitee wird morgen am heimischen Umzug teilnehmen. Für das Emmer Fasnachtskomitee (EFK) scheint die Wanderung auf dem Grat zu stark auf der Seite der politischen Propaganda zu verlaufen: «Das Thema muss fasnächtlich ausgearbeitet sein und soll nicht ‹rein politisch› daherkommen», sagt Antoinette Sigrist vom Emmer Fasnachtskomitee. «So haben wir uns das nicht vorgestellt, dass der Wagen mit den politischen Plakaten aufgebaut ist.»

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